Entwicklung des Kindes im 2. Lebensjahr

Baby läuft gleich los mit Keks in der Hand
Ein großer Schritt im zweiten Lebensjahr: Das Laufen lernen
Foto: © bevisphoto


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wichtige Entwicklungsschritte im zweiten Lebensjahr

In den letzten 12 Monaten hat Ihr Kind eine rasante Entwicklung durchlaufen. Inzwischen kann es sich von allein fortbewegen und entdeckt seine Umwelt immer mehr. Es ist völlig normal, wenn diese Phase auch mit einer vermehrten Angst einhergeht, denn das Kleinkind bemerkt: es ist ein eigenständiges Wesen, welches von der Mutter getrennt ist.

Laufen lernen und der Hang zum Klettern

Spätestens mit 18 Monaten sollten Kinder drei Schritte frei laufen können - so die Vorgabe der Kinderärzte. Viele sind allerdings bereits schon kurz nach ihrem 1. Geburtstag soweit und bewegen sich auf ihren kleinen O-Beinchen tapsend vorwärts. Schon bald werden sie dann die ersten Schritte rückwärts und auch seitwärts gehen. (Tipps zum Laufen lernen)

Nun gibt es kein halten mehr! Das Kind möchte immer höher hinaus und das heißt: es klettert etwa in der Mitte des 2. Lebensjahres mit Leidenschaft. Treppen werden zuerst noch auf allen Vieren erklommen und bald klappt auch der aufrechte Gang, wenn es sich am Geländer festhalten kann. Die Kinderrutsche wird interessant und das Hinaufklettern der Leiter macht mindestens genauso viel Spaß wie das eigentliche Rutschen.

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Kleine Weltentdecker

Das Leben ist schon aufregend und mit Hilfe vieler spannender Experimente erklärt sich das Kleine nun seine Welt. Was passiert, wenn ich meinen Löffel immer wieder auf den Boden fallen lasse? Kann ich mein Rutscheauto hochheben? Passt die Schnullerkette in die Vase? Früher oder später werden Sie Ihr Kind dabei beobachten können, wie es hingebungsvoll Dinge sortiert. Alle roten Bausteine auf einen Haufen, die Spielzeugautos nach Größe geordnet und die Schüsseln schön ineinander gestapelt. Da der Bewegungsspielraum des Kindes nun immer größer wird, ist es spätestens jetzt besonders wichtig, die Wohnung kindersicher zu gestalten, damit es zu keinen ernsten Unfällen kommt.
(Tipps für einen kindersicheren Haushalt)

Papa da? - Das Sprechen lernen

Auch in Punkto Sprachentwicklung hat das 2. Lebensjahr so einiges zu bieten. Das Kind versteht nun immer mehr, was Sie ihm erzählen. Sein Wortschatz wächst ständig und es kann nun bereits einfache 2-Wort-Sätze bilden, wie beispielsweise "Papa da?" oder "Mama Auto!". Viele Wörter spricht es noch sehr vereinfacht aus und so kann es sein, dass das Schiff als "Fiss" oder die Banane als "Nane" bezeichnet wird. Auch das mächtige Wörtchen "Nein" wird nun gesprochen und das Kind probiert dessen Bedeutung immer häufiger aus. Spätestens am Ende des 2. Lebensjahres sehen sich Eltern dann immer häufiger einem kleinen Trotzkopf gegenüber, welcher mit lautem "Nein!"-Gezeter wütend durch die Wohnung stapft.
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Noch keine Händigkeit zu erkennen

Die Hände des Kindes werden nun immer geschickter. Es kann ganz allein einen Löffel halten oder dem Alter entsprechende Kinderbücher umblättern. Auch einen Stift halten 1-jährige schon ganz gut fest. Und staunen über die Linien, welche sich damit erzeugen lassen. Nach einigen Wochen des Übens werden diese etwas weicher und dem Kind gelingen auch "anspruchsvollere" Kritzelbilder.

Viele 1-jährige sind eifrig dabei, wenn Mama oder Papa zum Ballspielen ermuntern. Doch bei all diesen Aktivitäten nutzt das Kind in dieser Lebensphase meist noch abwechselnd die linke und die rechte Hand beziehungsweise beide Hände gleichzeitig. Eine eindeutige Händigkeit ist in diesem Alter noch nicht gegeben und Eltern wird empfohlen, dem Kind dahingehend auch keine Vorgaben zu machen.
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Kindliche Angst völlig normal

Während sich das Baby im ersten Lebensjahr noch mit der Mutter als eine Einheit empfand, so merkt es jetzt, dass es ein eigenständiges Wesen ist. Die gewaltigen Fortschritte der letzten Monate führten dazu, dass das Kind immer selbständiger wird. Diese Unabhängigkeit ist natürlich gewünscht, doch der Nachwuchs spürt ganz genau, wie sehr er Mama und Papa immer noch braucht. Der so entstandene Konflikt führt zu einer ganz normalen Angst beim Kind, welches nun vermehrt Ihren Schutz sucht und sich in vielen Situationen an Sie klammert. (Mehr zum Thema Angst bei Kindern) Hin und her gerissen zwischen dem Bedürfnis nach Eigenständigkeit und Hilfsbedürftigkeit muss das Kind erst eine gewisse Sicherheit erlernen. Nehmen Sie als Eltern die Ängste, welche in der naturgegebenen Entwicklung Ihres Kindes begründet sind, ernst und geben Sie ihm die Sicherheit, dass Sie da sind.
Entwicklung des Kindes im 3. Lebensjahr
Text: K. L. / Stand: 30.11.2019

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