Entwicklung des Kindes im 3. Lebensjahr

Mädchen hat Spaß auf dem Spielplatz
Im 3. Lebensjahr haben Kinder viel Spaß an der Bewegung
Foto: © marchibas


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wichtige Entwicklungsschritte im dritten Lebensjahr

Das dritte Lebensjahr wird für Kind und Eltern besonders von den Gefühlen des Kindes beeinflusst. Diese berühmte "Trotzphase" nehmen Mütter und Väter als sehr anstrengend wahr, denn ihr Kind durchlebt wichtige Schritte in der emotionalen Entwicklung. Außerdem rückt das Thema "Sauberkeitserziehung" immer mehr in den Vordergrund. Am Ende des dritten Lebensjahres agieren Mädchen und Jungen wesentlich selbstständiger, können sich bereits gezielter ausdrücken und haben wichtige soziale Kompetenzen erworben.

Emotionale Entwicklung - Zwischen Trotzkopf und Muttersöhnchen

Eltern sind oft überrascht, mit welcher Heftigkeit sich die Gefühle ihres Kindes in diesem Lebensabschnitt äußern. Die Kleinen lernen im dritten Lebensjahr nur langsam, ihre Emotionen zu steuern. Und dies ist ein holpriger und steiniger Weg. Noch verfügen sie nicht über den Wortschatz, um ihre starken Gefühle deutlich formulieren zu können, auch fällt es ihnen anfangs sehr schwer, diese intensiven Gefühlsregungen einzuordnen und damit umzugehen. Eltern spüren jene wichtige emotionale Entwicklung vor allem in den regelmäßigen Wutausbrüchen, Gefühlsschwankungen oder Trotzphasen, die allen Beteiligten sehr viel abverlangen. Im einen Moment küsst und umarmt ein Kind seine Mama, im nächsten Moment ist es untröstlich, weil es sein Kuscheltier nicht findet - es folgen chaotische Momente mit viel Tränen und Geschrei, die sich nur durch Geborgenheit und Sicherheit bei den Eltern entschärfen.

Teilen lernen - "Das ist meins!"

Großes Interesse am Teilen zeigen Kinder zum Leidwesen ihrer Eltern im dritten Lebensjahr nicht. Sie haben gerade erst begonnen, sich als eigenständige Person wahrzunehmen. Kinder denken also in erster Linie ganz natürlich immer zuerst an die eigenen Bedürfnisse. So beschäftigt sich das Kleinkind auf dem Spielplatz vorrangig mit sich selbst und nimmt auch keine Rücksicht darauf, wenn es in diesem Augenblick mit der Schaufel eines anderen Kindes spielen möchte. Im Verlauf des dritten Lebensjahres lernen Kinder nicht nur in langsamen Schritten das Teilen, sondern schauen sich das Spielen voneinander ab und entwickeln nach und nach Mitgefühl. Noch ist es mehr ein Nebeneinander als ein Miteinander, wenn Kinder dieses Alters aufeinandertreffen. Doch das wird sich nach dem 4. Geburtstag rasch ändern.

Selbstständig werden - "Das kann ich alleine!"

Mit erstaunlichem Enthusiasmus erobern Kinder im dritten Lebensjahr immer mehr Selbstständigkeit. Am liebsten wollen sie alles alleine bewältigen und scheitern nicht selten daran, weil ihnen dafür noch die Fertigkeiten fehlen. Zur Folge hat dies wiederum neue Wutausbrüche und Frustration. Gerade in solchen Augenblicken fühlen sich die Kleinen hin- und hergerissen zwischen der elterlichen Sicherheit und dem Bestreben nach einer gewissen Autonomie. Die Frustration zu bewältigen und damit sicher umzugehen, ist eine wichtige Erfahrung in diesem Lebensabschnitt. Am Ende des dritten Jahres wird sich das Kind allein an- und ausziehen können. (So lernen Kinder sich allein anzuziehen) Es erledigt einfache Aufgaben bereits selbstständig, wie etwa seinen Teller zum Tisch zu tragen oder ein Spiel aus dem Schrank zu holen. Diese neu gewonnene Selbstständigkeit fordern die Kleinen öfter ein, als es den Eltern lieb ist. Das Wörtchen "Nein" wird zum ständigen Begleiter. Bereits jetzt sind die Kinder in der Lage, verständliche Regeln zu befolgen, welche die Eltern mit Konsequenz durchsetzen sollten. Grenzen fordern die Kinder im dritten Lebensjahr regelrecht von ihren Eltern als Sicherheit ein.

Spaß an Bewegung - Es gibt kein Halten mehr

Im Laufe des letzten Lebensjahres hat das Kind andauernd seine Grobmotorik geschult, die es auch weiterhin verfeinert. Nun kann es schon recht sicher rennen, Treppen steigen oder klettern. Mit dem Dreirad, dem Rutschfahrzeug, dem Laufrad und dem Roller erobert es neue Spielräume. Gezielt umfährt es Hindernisse und weicht Gegenständen aus. Es kann sich auf der Wippe halten oder aus dem Gehen heraus abrupt an einer Linie stoppen. Immer mehr Spaß bereitet es den Kleinen, auf Bordsteinen zu balancieren und große Bälle zu fangen.

Nicht nur die Grobmotorik entwickelt sich weiter. Deutlich sicherer greifen die Kinder zum Stift und wagen sich noch recht ungeübt an die ersten Versuche mit der Schere. Aus dem Gekritzel des zweiten Lebensjahres werden nun gezielte Striche und kleinere Flächen. Die fortgeschrittene Feinmotorik erlaubt es den Mädchen und Jungen im dritten Lebensjahr, die Seiten ihres Lieblingsbuches umzublättern oder gar Papiertaschentücher einzeln aus der Packung zu holen. Jene vielen Fertigkeiten wird das Kind zunehmend kommentieren, denn die Sprachentwicklung schreitet in diesem Lebensabschnitt rasant voran. Aus den Zweiwortsätzen werden Dreiwortsätze und der Wortschatz nimmt erstaunlich zu. Konnte das Kind am zweiten Geburtstag rund 250 Wörter verstehen, werden es am Ende des dritten Lebensjahres bereits knapp 1000 sein.

Endlich aus den Windeln heraus

Im dritten Lebensjahr schaffen es viele Kinder ihre Körperfunktionen gezielt und weniger reflexartig zu steuern. Nun beginnen sie mit dem Trocken- und Sauberwerden. Eltern können den Moment oft kaum erwarten und beginnen mitunter zu früh mit der Sauberkeitserziehung. Dass das Kind bereits zum 4. Geburtstag vollständig der Windel ade gesagt hat, ist jedoch nicht garantiert. Dieser schwierige Lernprozess vollzieht sich bei manchen Kindern schneller als bei anderen.
Entwicklung des Kindes im 4. Lebensjahr
Text: C. D. / Stand: 20.05.2019

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