Entwicklung des Hörvermögen bei Kindern

Baby mit Kopfhörern
Die Entwicklung des Hörvermögen beginnt im Säuglingsalter
Foto: © Nik

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wichtige Entwicklungsschritte des Hörvermögens

Das Hören gehört neben dem Sehen, Riechen, Schmecken und Tasten zu den 5 Grundsinnen des Menschen, mit denen Reize und Eindrücke aus der Umgebung wahrgenommen werden. Bereits während der Schwangerschaft entwickelt sich das Gehör des Bauchbewohners, so dass schon ein Neugeborenes in der Lage ist, gut zu hören. Jedoch wird es noch eine ganze Weile dauern, bis es das Gehörte auch verstehen und entsprechend darauf reagieren kann.

Bereits Babys hören gut

Die Stimmen von Mutter und Vater, das Bellen des Familienhundes oder der Klang des Staubsaugers - Geräusche, welche das Baby schon aus dem Mutterleib kennt, sind ihm nach der Geburt vertraut. Fremde Töne jedoch, vor allem wenn sie laut und plötzlich kommen, lassen das Kleine erschrecken. Im Alter von 3 Monaten ist das Gehirn des Babys dann soweit entwickelt, dass das Kind sich der Geräuschquelle zuwenden kann. Reagiert ein Baby dauerhaft nicht, wenn es beispielsweise von der Seite angesprochen wird, so ist es ratsam, einen Termin beim Kinderarzt zu vereinbaren, welcher unter Umständen den kleinen Patienten zum HNO-Arzt überweist, um das Gehör eingehend zu überprüfen. Auch bei der U Untersuchung U3 überprüft der Kinderarzt das Hörvermögen.

Hörreize notwendig für Gehörentwicklung

Besonders die ersten drei Lebensjahre sind für die Hörentwicklung des Kindes von großer Bedeutung. In dieser Zeit lernt das Gehirn, die Hörinformationen, welche es aus seiner Umgebung aufnimmt, zu verfeinern und sinnvoll zu deuten. Eltern und andere Bezugspersonen können diese sensible Phase unterstützen, indem sie das Kind mit verschiedenen Hörreizen "füttern". Experten raten, bereits beim Baby die alltäglichen Routinen sprachlich zu begleiten und so ganz nebenbei das Hörvermögen (und natürlich auch die Sprachentwicklung) zu schulen.

Kinder hören anders als Erwachsene

Mit dem Ende der Kindergartenzeit (also mit etwa 6 Jahren), ist die Hörfähigkeit vollständig ausgebildet. Dennoch kann diese noch nicht mit dem Hörvermögen eines Erwachsenen verglichen werden. Kinder hören einfach anders. So haben sie noch Probleme zu erkennen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt und ein Schall von hinten oder der Seite wird möglicherweise noch falsch gedeutet. Doch bereits zwei Jahre später gelingt es ihnen, bestimmte Höreindrucke auch dahingehend zu nutzen, um etwa Gefahren zu erkennen (Beispiel: hupender PKW im Straßenverkehr).

Auffälligkeiten beobachten und mit dem Arzt klären

Wie bereits eingangs erwähnt, benötigt das Gehör Hörreize, um sich vollständig zu entwickeln. Besteht beim Kind eine unerkannte Schwerhörigkeit, so kann sich das Gehör nicht weiter ausbilden. Diese Tatsache beeinflusst die gesamte Entwicklung des Kindes - allen voran natürlich die Sprachentwicklung. Neben angeborenen Hörstörungen kann es auch durch verschiedene Erkrankungen - zum Beispiel durch eine Mittelohrentzündung - zu (vorübergehenden) Hörproblemen kommen. Eltern sollten daher stets dem Gehör ihres Kindes Aufmerksamkeit zollen und bei Unsicherheiten oder Zweifeln lieber einmal zu oft als zu wenig den Kinderarzt aufsuchen.

Folgende Auffälligkeiten können dabei ein Hinweis auf eine Hörstörung sein:

  • Baby reagiert nicht auf Geräusche
  • Kind fasst sich wiederholt ans Ohr
  • Schlechte Aussprache von Wörtern im Alter von etwa 4 - 5 Jahren
  • Häufiges Nachfragen ("Was hast du gesagt?", "Ich hab dich nicht verstanden!")
  • Aggressives Verhalten und Kontaktschwierigkeiten bei größeren Kindern

Hörschäden durch lautes Spielzeug und Freizeitlärm

Das Gehör ist sehr sensibel und relativ anfällig für Störungen. Um es nicht unnütz zu belasten und einer gesunden Entwicklung nicht im Weg zu stehen, ist es sinnvoll, folgende Dinge zu beachten:

  • Verbannen Sie lautes Spielzeug aus dem Kinderzimmer. Bereits Babys Gehör kann empfindlich auf zu laute Spieluhren und Rasseln reagieren. Tipps für sinnvolles Babyspielzeug
  • Klären Sie Ihr älteres Kind über die Gefahren von zu lautem Spielzeug auf. Experten fordern schon seit langem, den Dauerschallpegel bei Lärm gebendem Spielzeug für Kinder unter 14 Jahren auf 80 Dezibel (dB) zu begrenzen.
  • Die dauerhafte Benutzung von laut eingestellten MP3-Playern und die Beschallung in Diskotheken können zu ernsthaften Hörschäden führen.

Eltern, welche ihre Kinder regelmäßig bei den U-Untersuchungen einem Arzt vorstellen und eventuell auftretende Auffälligkeiten mit diesem besprechen, können sicher sein, dass mögliche Hörprobleme frühzeitig erkannt werden. Nur dann ist es möglich, eine entsprechende Behandlung einzuleiten und so Defizite durch ein vermindertes Hörvermögen auszugleichen beziehungsweise im Rahmen zu halten.
Text: K. L. / Stand: 12.10.2019

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