Wie Kinder sprechen lernen

Ein Baby sitzt auf Mamas Schoß beim Lesen
Vorlesen hilft beim Sprechen lernen
Foto: © JenkoAtaman


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

So lernen Kinder richtig sprechen

Die Sprache ist ein ganz wichtiges Element unseres Lebens. Mit ihrer Hilfe teilen wir uns Anderen mit, verstehen unser Gegenüber und sind so erst in der Lage wirklich zu kommunizieren.
Babysprache verstehen

Schon lange bevor ein Baby seine ersten Wörter spricht, lernt es unsere Sprache. Dieser Lernprozess beginnt damit, dass ein Baby hört was wir zu ihm sagen. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass wir immer mit unserem Baby sprechen. Das ist ganz einfach und lässt sich problemlos in den Alltag integrieren. Begleiten Sie all Ihre Tätigkeiten mit Worten, zum Beispiel beim Wickeln oder bei der Mahlzeit. Schon bald werden Sie merken, dass Ihr Baby darauf reagiert. Zuerst mit einem Lächeln, dann mit glucksenden Lauten und irgendwann wird es dann ganz einfache Silben und später dann Worte von sich geben. Etwa mit einem halben Jahr können Sie sich an den ersten "Ma-ma-ma" oder "Ba-ba-ba" erfreuen. Und ab dann schreitet die Sprachentwicklung merklich voran. Es folgen weitere Silben und erste einfache Wörter, wie "Mama", "Papa", "Licht", "aus", "ein". Die ersten Wörter bezeichnen Dinge, die Ihr Baby sehr häufig hört oder von denen es völlig fasziniert ist. Zwischen dem ersten und dem zweiten Lebensjahr kann Ihr Kind dann schon einfache Zwei-Wort- oder Drei-Wort-Sätze bilden.

Richtig vorsprechen

Da Kinder durch Nachahmung das Sprechen lernen, ist es besonders wichtig, dass Sie Ihrem Kind die Wörter korrekt vorsprechen. Viele Eltern fallen in den ersten Jahren Ihres Kindes in die Babysprache zurück. So wird dann die Katze als "Miau" und der Hund als "Wau-Wau" bezeichnet. Ihr Kind wird diese Worte zwar relativ schnell sprechen, muss aber später dann wieder umlernen, dass eben der "Wau-Wau" kein "Wau-Wau", sondern ein "Hund" ist.

Ihr Nachwuchs wird anfangs noch Probleme haben die Wörter richtig auszusprechen - das ist völlig normal. Korrigieren Sie Ihr Kind - aber tun Sie dies auf eine indirekte Weise. Sagt es beispielsweise "atze" statt "Katze", so können Sie antworten: "Ja mein Schatz, das ist eine Katze". So lernt Ihr Kind ganz nebenbei die richtige Aussprache und fühlt sich nicht ständig belehrt.

Wie können Sie Ihr Baby noch beim Sprechen lernen unterstützen?

Nun, eine wunderbare Möglichkeit bietet sich im Vorlesen. Wenn Kinder mit Büchern aufwachsen, so werden sie ständig von Wörtern umgeben. Schon für die ganz Kleinen gibt es schöne Bilderbücher zum anschauen. Mama oder Papa erzählen dann dem Baby, was da alles drauf zu sehen ist. Größere Kinder lieben es, wenn sie Geschichten vorgelesen bekommen. Die Zeit, welche Sie in das Vorlesen stecken, ist gut investiert. Ihr Kind lernt so deutlich schneller sprechen und später, wenn es selbst lesen gelernt hat, wird es ganz automatisch auch zu Büchern greifen.

Aber wie bereits eingangs erwähnt ist es das Wichtigste, dass Sie viel mit Ihrem Kind sprechen. Ihr Baby liebt den Klang Ihrer Stimme und es genießt die Aufmerksamkeit, welche es damit bekommt. Die Sprache Ihres Kindes kann sich nur dann entwickeln, wenn sein Gehirn Anreize dazu erhält. Und der wichtigste Anreiz bleibt nun mal unsere Ansprache.
Weitere Infos zur Sprachentwicklung bei Kindern und Sprachförderung zuhause

Babys entwickeln sich unterschiedlich, das haben Sie ja sicher schon in vielen anderen Bereichen erlebt. Das eine Kind lernt eher krabbeln als das Andere und wenn das Kind der Freundin vielleicht schon seine ersten tapsigen Schritte unternimmt, denkt Ihr eigenes Baby noch gar nicht daran aufzustehen. Unterschiede in der Entwicklung sind also völlig normal, das ist beim Sprechen lernen nicht anders. Sollte Ihr Kind jedoch mit etwa 14 oder 15 Monaten noch kein einziges Wort sprechen, dann ist es notwendig darüber mit dem Kinderarzt zu sprechen. Hinter einer verzögerten Sprachentwicklung können sich Hörprobleme verstecken. Dies sollte unbedingt abgeklärt werden.
Text: K. L. / Stand: 16.09.2019

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