Wenn das Kind nicht im eigenen Bett schläft

Eltern und Kind schlafen in einem Bett
Wenn Kinder nicht im eigenen Bett schlafen wollen
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Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Was tun, wenn Kinder nicht im eigenen Bett schlafen wollen?

Der nächtliche Schlaf ist für Eltern und Kind eine Erholung vom aufreibenden Alltag.

Nicht immer gönnt jedoch der Sprössling seinen Eltern diese Ruhe und weigert sich vehement, im eigenen Bett zu schlafen. Zu schön und sicher ist das Kuscheln des Nachts bei Mama und Papa. Selbst wenn das Kleine im eigenen Bett nach langem hin und her einschläft, heißt dies nicht, dass es auch morgen dort wieder aufwacht. Oft gehen Mädchen und Jungen nachts auf Wanderschaft und suchen die Nähe zu den Eltern.
Kind im Elternbett - Wie abgewöhnen?

Die Bereitschaft im eigenen Bett zu schlafen, ist entwicklungsabhängig. In vielen Kulturen gilt es als selbstverständlich, dass Kinder sehr lang im Familienbett schlafen. Hierzulande möchten die meisten Eltern ihr Kleines mit einem Jahr vom gemeinsamen Nachtschlaf entwöhnen. Andere wiederum wären dankbar, wenn der Sohn oder die Tochter mit vier Jahren endlich die Nacht im eigenen Bett verbringen würde. Kinderärzte sprechen davon, dass die emotionale Reife für diesen Schritt mit ca. 3 bis 4 Jahren gegeben wäre. Bis spätestens zum Schuleintritt sollte jedes Kind unterdessen in der Lage sein, auch ohne Mama und Papa ruhig und zufrieden im eigenen Bett zu schlafen.

Den Grund für das Schlafproblem ermitteln

Es ist nicht immer eindeutig, warum das Kind nicht im eigenen Bett schlafen möchte. Bei älteren Kindern spielt oft Angst eine bedeutende Rolle. (zum Beispiel Angst im Dunkeln) Die Trennung von den Eltern wird begleitet von einer abstrakten Unsicherheit. Manchmal liegen jedoch auch offensichtlichere Gründe auf der Hand. So könnte ein Umzug, die Trennung der Eltern oder ein Unfall das Kind emotional bewegen. Vorfreude oder anderweitige Aufregung sind allerdings in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen begrenzt und treten kaum länger als vier bis sechs Wochen auf. Verweigert das Kind jedoch länger das eigene Bett, helfen mitunter einfach sichere Rahmenbedingungen für den Schlaf im eigenen Bettchen.

Tipps, um das Kind ans eigene Bett zu gewöhnen:

  • Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre rund um das Bett.
  • Mitunter sind die "großen Betten" eine echte Umgewöhnung für das Kind, nachdem sie ihr Gitterbettchen verlassen haben. Sorgen Sie für Begrenzung. Ein Stofftunnel über dem Bett oder ein Himmel erzeugen einen sicheren Höhlencharakter. Auch das ausrangierte Stillkissen oder eine zusammengerollte große Decke geben eine Bewegungsgrenze vor. (Mehr Tipps für das Kinderbett)
  • Dämpfen Sie das Licht im Kinderzimmer. Das Kind sollte jedoch immer noch etwas sehen und nicht gänzlich im Dunkeln liegen. Ein Nachtlicht oder ein LED-Leuchtstern, der aus dem Weihnachtssortiment vom Dachboden gekramt wurde, spenden sanftes Licht.
  • Verbinden Sie das Schlafen im eigenen Bett mit etwas Positivem, etwa einer Belohnung mit fluoreszierenden Sternen überm Bett oder Sammelkarten usw.
  • Bringen Sie das Kind konsequent wieder zurück in sein Bett, sobald es auf nächtliche Wanderschaft geht. Verharren Sie an seinem Bett, bis es beruhigt einschläft. Dieser Prozess kann Ihnen einige Nächte Schlaf rauben, zeigt Ihrem Kind jedoch, dass Sie immer da sind.
  • Führen Sie feste Schlafenzeiten ein und bringen Sie das Kind immer mit einem Ritual ins Bett, das sich wirklich permanent wiederholt. Zum Beispiel: ein Lied, Kuscheln, das Nachtlicht anschalten, die Tür einen Spalt öffnen und gehen (Weitere Schlafrituale)
  • Geben Sie einen Kuschelersatz mit ins Bett. Gern darf der auch etwas größer ausfallen, als ein winziges Stofftier.
  • Versprechen Sie dem Kind, aller fünf Minuten ins Zimmer zu kommen und nach dem Rechten zu schauen. Nach einigen Tagen verlängern Sie diese Zeitabschnitte.
  • Manche Kinder benötigen einen "Trigger", damit sich das Thema Schlafen im eigenen Bett in ihrem Kopf manifestiert. Dieser Schlüsselreiz könnte ein einfaches Kirschkernkissen, eine sanfte Schlafmusik oder die Spieluhr sein.

In der Regel suchen viele Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren von ganz allein nach dem eigenen Bett im eigenen Zimmer. Bis dahin ist vielleicht das eigene Bett im Schlafzimmer der Eltern ein wichtiger Zwischenschritt. Und spätestens wenn der Sohnemann oder das Töchterchen im Teenageralter die Tür permanent hinter sich schließt, wünschen sich die meisten Eltern ihr "Kleines" wieder zurück, das immer mit ihnen kuscheln wollte.
Text: C. D. / Stand: 18.09.2018

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