Schlafprobleme beim Baby

Text: A. W. (Familienberaterin) / Zuletzt aktualisiert: 04.09.2019

Baby schreit und Mutter tröstet es
Wenn Baby Probleme beim Schlafen hat... - Foto: © famveldman - stock.adobe.com

Erfahren Sie in diesem Artikel welche Gründe Schlafprobleme beim Baby haben können und wie Sie einen guten Schlaf fördern können.

Woher Schlafprobleme beim Baby kommen und was Eltern tun können

Auf ruhige Nächte stellen sich frischgebackene Eltern nach der Geburt ihres Babys sicherlich nicht ein. Immerhin ist bekannt, dass Säuglinge und auch ältere Babys in Sachen Schlaf etwas anders agieren als Kinder und Erwachsene. Kommt es allerdings zu Schwierigkeiten, die ein normales Maß übersteigen, könnten Schlafprobleme der Grund sein. Dann lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen.

Wie Babys schlafen: Vieles kann normal sein

Vorab gilt an dieser Stelle: Jedes Baby ist ein einzigartiges Individuum mit ganz eigenen Bedürfnissen. Wenn der Säugling der Nachbarn bereits mit zwei Wochen perfekt durchschlafen konnte, lässt sich diese Erfahrung nicht auf alle Babys in der Umgebung übertragen. Abgesehen davon, dass Vergleiche unter Eltern ohnehin wenig zielführend sind, sollte die Individualität besonders beim Thema Schlaf nicht vergessen werden.

So schlafen Säuglinge und Babys bis zu einem Alter von vier Monaten etwa sechzehn Stunden täglich. Die einzelnen Schlafeinheiten sind dabei so unterteilt, dass das Kleine nach etwa drei Stunden wieder aufwacht. Mit vier Monaten verlängern sich die Schlafphasen Schritt für Schritt, bis das Kind letztlich etwa sechs bis acht Stunden durchschlafen kann. Wann das erreicht ist, ist jedoch sehr unterschiedlich. Manche Babys schlafen mit einem halben Jahr weitestgehend durch, während wiederum andere Kinder noch mit zwei oder gar drei Jahren in der Nacht wach werden.
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Tipp:
Ist das eigene Kind ausgeglichen, schreit es nicht übermäßig viel und wirkt es nicht überreizt oder übermüdet, so wird sein Ruhebedürfnis passend befriedigt. Das gilt auch, wenn die Anzahl der täglichen Schlafstunden von üblichen Erfahrungswerten abweicht.

Von Schlafproblemen ist die Rede, wenn das Baby

  • auch nach einer Eingewöhnungszeit zu Hause keinen Rhythmus findet,
  • viel schreit,
  • sehr oft wach wird
  • und nur mit großer Mühe zu beruhigen ist (So kann man Schreibabys beruhigen)

Ähnliche Zustände können normal sein, sofern es sich um vorübergehendes Verhalten handelt. Manchmal wirken sich Entwicklungsschübe auf das Schlafverhalten eines Babys aus. Ist nach wenigen Tagen weiterhin keine Besserung in Sicht, wirkt das Baby krank oder hat es vielleicht Schmerzen, sollten Eltern zügig nachforschen.

Mögliche Gründe für Schlafprobleme bei Babys

Es gibt einige verschiedene Ursachen, die bei unregelmäßigem Babyschlaf in Betracht gezogen werden müssen. Wichtig ist hier eine genaue Beobachtung des Schlafverhaltens, sodass Eltern und Kinderarzt gemeinsam überlegen können, wo das Problem liegt. Bei Babys mit schwierigem Schlafverhalten lohnt es sich, ein Schlaftagebuch zu führen und täglich zu notieren, wie es um die Schlaf- und Wachphasen bestellt war.

Hinter Schlafproblemen beim Baby stecken können:

  • eine Unreife des Kindes
  • Regulationsstörungen
  • äußere Umwelteinflüsse, die den Schlaf stören
  • ein falscher Umgang mit dem Thema Schlaf
und eher selten:
  • Erkrankungen
  • sowie Behinderungen.

Das Thema Unreife kann alle Babys treffen. Da der menschliche Säugling aufgrund seiner Größe etwa drei Monate früher zur Welt kommt, als es für eine ausreichende geistige Reife nötig wäre, reagieren viele Kinder überfordert auf ihre Umwelt. Schlafprobleme können genau wie häufiges Schreien und Schwierigkeiten beim Füttern das Resultat sein. Frühchen sind von diesem Problem noch öfter betroffen.
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Eine häufige Ursache ist ebenfalls der Umgang der Eltern mit dem Baby. Viele Mütter und Väter fühlen sich in den ersten Wochen und Monaten sehr stark unter Druck gesetzt, gestresst und unsicher. Die Signale ihres Säuglings deuten zu können, wird ihnen nicht selten durch Ratschläge und Kritik von außen erschwert. So kann es passieren, dass sie ihrem Kind in kritischen Situationen nicht das geben, was es eigentlich braucht. Da organische Erkrankungen, Infekte und auch Behinderungen ebenfalls mit Störungen des Schlafs verknüpft sein können, sollten sich Eltern stets auch an den Kinderarzt wenden. Er wird das Baby körperlich untersuchen und weitere Tipps zum Umgang mit der Situation bereithalten.

Wie kann guter Schlaf gefördert werden?

Es gibt einige wichtige Punkte, die Eltern auf dem Weg zu ruhigeren Nächten berücksichtigen sollten. Dinge wie

könnten die Situation bereits verbessern.

Darüber hinaus ist es besonders wichtig, dass sich Eltern von Babys mit Schlafschwierigkeiten selbst entspannen und Erholung finden können. Überreizte und erschöpfte Mütter sowie Väter übertragen ihren Frust nicht selten auf das Kind. Das Baby reagiert dann umso überreizter und die Probleme könnten sich ähnlich weiter verschlimmern.

Wichtig:
Babys, die in der Nacht schreien, dürfen nicht allein gelassen werden! Es gibt einige Bücher und Ratgeber, die das Schreien-Lassen propagieren. Diese Methode allerdings kann die noch kleinen Kinder schwer traumatisieren und die Eltern-Kind-Bindung nachhaltig negativ beeinträchtigen. Es ist wichtig, stets für das eigene Kind da zu sein. Wer zu müde, wütend oder abgespannt ist, sollte sich unbedingt Hilfe von außen holen!

Noch ein Tipp zum Abschluss:
Wacht ein Baby nachts häufig auf und kommt es schwer zur Ruhe, kann dies ebenfalls am Verhalten der Eltern liegen. Bei nächtlichem Erwachen sollten Eltern nur gedämpftes Licht einschalten, besonders leise sprechen, nicht mit ihrem Baby spielen und das Wickeln oder Stillen möglichst ruhig erledigen. So merkt das Kind, dass die Dinge in der Nacht etwas anders funktionieren. Dies fördert die Entwicklung eines stabilen Tag-Nacht-Rhythmus.
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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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