Folsäure in der Schwangerschaft sehr wichtig

Schwangere isst einen Salat
Viele Gemüsesorten enthalten Folsäure
Foto: © nataliaderiabina


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Es herrscht der allgemeine Irrglaube, dass Frauen erst im Stadium der Schwangerschaft vermehrt auf ihre Nahrungsmittelzusammensetzung achten sollten, um sich und das Ungeborene richtig zu versorgen. Dass bereits vor der Schwangerschaft unbedingt eine erhöhtes Maß an Folsäure eingenommen werden sollte, um mögliche Missbildungen beim Ungeborenen zu verhindern, das wissen viele nicht!

Allgemeine Eigenschaften der Folsäure

Folsäure - oder auch Vitamin B9 - ist im Allgemeinen für die Blutbildung und Produktion von Noradrenalin und Serotonin verantwortlich. Es ist an der Zusammensetzung des Erbguts beteiligt und ist Bestandteil der Rückenmarksflüssigkeit. Es ist u.a. am Zellwachstum beteiligt und unterstützt die Gehirnfunktion. Es wirkt entzündungshemmend bei Krankheiten und wirkt laut einer aktuellen US-amerikanischen Studie auch Allergien und Asthma-Erkrankungen entgegen. Bei einem Mangel tritt u.a. Müdigkeit, Schwäche und Nervosität auf.
Bevorzugte Lebensmittel in der Schwangerschaft

Warum Folsäure vor und während der Schwangerschaft so wichtig ist

Nimmt man als werdende Schwangere zuwenig Folsäure zu sich, können schwere Missbildungen am Ungeborenen entstehen, das es zeitlebens kein normales Leben führen lässt. Zuwenig Folsäure verhindert die Schließung des Neuralrohres beim Fötus zwischen der 3. und 4. Woche nach der Empfängnis. Die Folge können Fehlbildungen des Rückenmarks und/oder des Gehirns, ein offener Rücken sowie eine Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalte sein. Nimmt man bereits VOR der Schwangerschaft und in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten genügend Folsäure ein, so kann das Risiko laut Experten um 80% verringert werden, ein missgebildetes Kind zur Welt zu bringen, was auch heute noch durch die Unwissenheit vieler junger Frauen recht häufig vorkommt. Zuwenig Folsäure kann übrigens auch Fehlgeburten auslösen.
Aus diesem Grunde wird zur Einnahme von 400 Mikrogramm Folsäure täglich bei Kinderwunsch und 600 Mikrogramm Folsäure in den ersten Schwangerschaftsmonaten geraten.

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Welche Lebensmittel enthalten Folsäure?

Für Nicht-Schwangere und verhütende Frauen sowie natürlich Männer reicht die Einnahme von Folsäure durch normale Nahrung normalerweise völlig aus. Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch können den hohen Folsäurebedarf meist jedoch nicht allein mit Lebensmitteln abdecken. Daher sollten sie zusätzlich Folsäure-Präparate zu sich nehmen, so die Experten.
Laut der Arbeiterkammer Wien, die 40 Folsäure enthaltende Lebensmittel getestet hat (2009), gibt es genügend Lebensmittel im Supermarkt, die mit Folsäure angereichert sind. Der einzige Nachteil sei allerdings, dass diese - oft Fertigprodukte (Fruchtsäfte, Milchprodukte, Streichfette, Süßigkeiten, Cerealien und Riegel) - häufig mit zuviel Fett, Salz und Zucker versetzt sind.
Generell ist Folsäure in Blattgemüse (Spinat, Salat, Brokkoli), (Bäcker-)Hefe, Karfiol, Haferflocken, Zitrusfrüchten (Orangen), Erdbeeren, Eiern, Spargel, Bohnen, Nüssen, Vollkornprodukten, Innereien, Keimen (z.B. Weizenkeimen), usw. enthalten.
Wichtig ist bei der Zubereitung dieser folsäurehältigen Lebensmittel allerdings, dass sie nicht zu lange gekocht oder zu stark erhitzt werden, da Folsäure sehr hitze- und auch oxidationsempfindlich ist.
Richtige Ernährung in der Schwangerschaft
Text: M. R. / Stand: 22.06.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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