Blutungen in der Schwangerschaft

Einige Damenbinden für Blutungen in der Schwangerschaft
Blutungen in der Schwangerschaft - Foto: © Viktorija


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Die Achterbahn der Gefühle gehört zu einer Schwangerschaft, wie das Amen in die Kirche. Es begleiten einen nicht nur die Freude, Unsicherheit oder Erwartungen bei einer bevorstehenden Geburt, sondern auch die unterschwelligen Sorgen und Ängste: Hoffentlich geht alles gut, hoffentlich gibt es keinerlei Komplikationen. Eine Schwangerschaft ist kein Spaziergang, und manchmal kommt eine werdende Mutter in eine Situation, mit der sie wahrscheinlich nicht gerechnet hat: Blutungen in der Schwangerschaft.

Die gute Nachricht voran: Blutungen in der Schwangerschaft sind nicht ungewöhnlich. Nahezu ein Viertel aller werdenden Mütter sieht sich zumindest in der Frühschwangerschaft mit diesem Phänomen konfrontiert. Auf die leichte Schulter nehmen dürfen Sie es deswegen trotzdem nicht. Treten bei Ihnen Blutungen in der Schwangerschaft auf, sollte Ihr erster Weg immer zu Ihrem behandelnden Frauenarzt führen. Sicherheit geht vor!

Ursachen für eine leichte Blutungen in der Schwangerschaft

Es können unterschiedliche Gründe vorliegen, für diese Beschwerden. Das Gewebe ist in der Schwangerschaft stark durchblutet und reagiert schnell auch auf kleine Einflüsse von außen. Häufig handelt es sich dabei aber um:

  • Eine tief sitzende Plazenta. Mit dem Größerwerden des Fötus werden sich die Blutungen vielleicht legen. Schonen Sie sich bis dahin.
  • Eine Infektion des Gebärmutterhalses oder sogar der Vagina. Ihr Arzt wird Sie gezielt darauf behandeln.
  • Ungefährliche Ablösungen von ein wenig Gewebe, keine Panik, dabei geht es Ihrem Baby trotzdem gut.
  • Ein zu niedriger Spiegel des Gelbkörperhormons Progesteron. Ist es wirklich nötig, kann Ihr Arzt mit Medikamenten (Gestagen) reagieren.
  • Blutungen zur Zeit Ihrer regulär stattfindenden Periode sind nicht ungewöhnlich und treten bei ca. 20 % aller Schwangeren auf.
  • Leichte Verletzungen feiner Blutgefäße am Gebärmutterhals nach dem Geschlechtsverkehr sind meist harmlos.
  • Blutungen nach einer Untersuchung des Gebärmutterhalses und des Muttermundes durch einen Gynäkologen oder die Hebamme sind in der Regel ungefährlich.

Kann die Blutung auf eine Fehlgeburt hindeuten?

Im Ernstfall sind leichte Schmierblutungen jedoch eine drohende oder beginnende Fehlgeburt und durchaus besorgniserregend, die Blutungen werden oft zeitnah sehr stark - unter Umständen sogar deutlich intensiver als Ihre normale Regelblutung. Begeben Sie sich in diesem Fall sofort ins Krankenhaus. Dort wird von qualifizierten Fachärzten entschieden, was zu tun ist. Sie prüfen zunächst, in wieweit die Schwangerschaft noch besteht oder durch die Gabe von Magnesium, Medikamenten und das Einhalten von viel Ruhe für die Schwangere, Schlimmeres verhindert werden kann. Auch ein Aufenthalt im Krankenhaus kann dafür von Nöten sein.

In der Spätschwangerschaft (nach der 20. Schwangerschaftswoche) sind Blutungen bei Schwangeren meist Kontaktblutungen, bei denen kleine Blutgefäße aufgrund von Tastuntersuchungen oder Geschlechtsverkehr auftreten. Ihre Hebamme oder Ihr Arzt wird Sie beruhigen und Ihnen erklären, dass diese keinen Grund zur Sorge gibt. Auch leichte Verletzungen der Venen in der Scheide, können in der Spätschwangerschaft für leichte Blutungen sorgen. Gegen Ende der Schwangerschaft stellen einige werdende Mütter einen Schleimabgang mit vermengtem Blut fest und werden dadurch schnell unsicher. Es handelt sich dabei jedoch nur um den berühmt berüchtigten "Schleimpfropf", der beim "Zeichnen" die durch Vorwehen beeinflusste Öffnung des Muttermundes anzeigt und damit den baldigen Beginn der eigentlichen Wehen andeutet. Fragen Sie bei Zweifeln immer Ihre Hebamme oder Ihren Arzt.

Komplikationen bei Blutungen in der Schwangerschaft

Ernsthafte Komplikationen die mit Blutungen in der Schwangerschaft verbunden sind, betreffen meist die Plazenta. Ein besorgniserregender Fall wäre eine Plazentaablösung, die umgehend ärztlich versorgt werden muss. Treten Blutungen auf, welche Wehen verursachen, werden die Ärzte versuchen, eine drohende Frühgeburt zu verhindern. Leider ist dies nicht immer möglich. Ebenso verantwortlich für Blutungen in der Schwangerschaft können Bluthochdruck oder Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) sein.

In ungefähr der Hälfte der Fälle sind Ärzte nicht in der Lage, die genaue Ursache der Blutung in einer Spätschwangerschaft zu diagnostizieren. Solange Sie und Ihr Baby jedoch gesund sind und sich wohl fühlen, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Durch die engmaschige Betreuung Ihres Frauenarztes, Ihrer Hebamme und die ständige Bereitschaft von Fachärzten in Krankenhäusern steht Ihnen im Zweifelsfall zu jeder Tages- und Nachtzeit medizinischer Rat zur Seite. Ihnen wird geholfen, die Schrecksituation zu meistern und sie zu bewältigen.
Text: C. D. / Stand: 22.06.2017

Bei uns finden sie auch einige Infos zum Thema Menstruationshygiene.

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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