Zahnpflege in der Schwangerschaft

In diesem Artikel erfahren Sie warum die Zahnpflege in der Schwangerschaft so wichtig ist. Natürlich erklären wir auch worauf Schwangere beim Zähne putzen besonders achten sollten.

Zahnpflege in der Schwangerschaft: Warum sie so wichtig ist

Schwangere beim Zähne putzen
Zähne putzen in der Schwangerschaft - Foto © rocketclips

Die freudige Nachricht von der eigenen Schwangerschaft erfüllt viele Frauen zunächst mit Euphorie und Glücksgefühlen. Nur wenig später jedoch stellen sich die meisten Schwangeren wichtige Fragen. Was braucht mein Körper jetzt? Wie kann ich die Gesundheit meines Babys fördern? Und wie bleibe ich selbst gesund? Dass auch die Zahnpflege eine wichtige Rolle spielt, gerät dabei häufig in Vergessenheit. Fakt ist jedoch: Gute Zahngesundheit während der Schwangerschaft ist essenziell und kann sowohl Mutter als auch Kind schützen.

Hormone beeinflussen auch den Mundraum

Dass sich während der Schwangerschaft rund um Zähne und Zahnfleisch vieles ändert, liegt vor allem an der veränderten Hormonzusammenstellung im Blut. Hierdurch wird das sonst so feste Zahnfleisch nicht nur aufgelockert, sondern auch besser durchblutet. Die Folge kann schmerzempfindliches und gelegentlich auch blutendes Zahnfleisch sein. Auch haben es Bakterien und Schmutz aufgrund der lockeren Struktur des Gewebes sehr viel leichter, in Zwischenräume zu gelangen und dort Entzündungen hervorzurufen.

Doch das ist nicht alles: Auch der Speichel verändert sich durch die Hormone in der Schwangerschaft. Nicht nur ein stärkerer Speichelfluss kann die Folge sein, denn zusätzlich enthält die Flüssigkeit mehr Säure. Diese wiederum kann die Struktur der Zähne angreifen und Karies begünstigen. Wer bereits vor der Schwangerschaft Karies hatte, muss dann besonders darauf achten, dass sich dieser nicht noch weiter ausbreitet.

Auch Schwangerschaftsübelkeit kann die Zahngesundheit beeinträchtigen. Da während des Erbrechens am Morgen oder auch tagsüber Magensäure in den Mundraum gelangt, wird der Zahnschmelz zusätzlich angegriffen. Auch hier steigt dann das Risiko für Karies. Schwangere, die sich häufiger übergeben müssen, sollten sich direkt danach nicht die Zähne putzen. Das nämlich würde den Zahnschmelz beschädigen. Besser ist es, den Mund gründlich mit Wasser auszuspülen und erst nach einer Dreiviertelstunde zur Zahnbürste zu greifen.

Typische Beschwerden rund um die Zähne in der Schwangerschaft

Das angreifbare Zahnfleisch kann durch Verunreinigungen und Erreger auch während der Schwangerschaft eine Parodontitis entwickeln. Diese schmerzhafte Entzündung ist nicht nur unangenehm, sondern kann sogar für das Ungeborene gefährlich werden. So haben Forscher herausgefunden, dass das Risiko für eine Frühgeburt aufgrund der Infektion deutlich steigt, weswegen Vorbeugung und zügige Behandlung im Ernstfall sehr wichtig sind.

Darüber hinaus können Schwangere auch unter Entzündungen und Wucherungen des Zahnfleisches leiden. Während die Wucherungen in der Regel keine Beschwerden verursachen, ist eine entzündete Mundschleimhaut kein angenehmer Zustand. Schwangere können sich hier mit natürlichen Mundspülungen helfen. Die Kamille als Heilpflanze eignet sich hier sehr gut und kann der Entzündung entgegenwirken. Soll eine medizinische oder chemische Spülung zum Einsatz kommen, ist eine vorherige Beratung durch den behandelnden Frauenarzt sehr wichtig. So verhindern Schwangere, dass sie ungeeignete Stoffe zu sich nehmen, die das Ungeborene schädigen könnten. Lesen Sie auch: Medikamente in der Schwangerschaft

Zahnproblemen sinnvoll vorbeugen: Mehr als nur Putzen

Karies, Parodontitis und Entzündungen lassen sich nicht durch einfache Medikamente vorbeugen. Viel wichtiger ist es während der Schwangerschaft, das persönliche Verhalten rund um die Zahnpflege zu überdenken und umso gründlicher vorzugehen. Wer unter empfindlichem und leicht blutendem Zahnfleisch leidet, verwendet am besten Zahnbürsten mit sehr weichen Borsten. Diese schützen auch den Zahnschmelz und können so Karies vorbeugen.

Während der Schwangerschaft sollten Frauen am besten dreimal täglich gründlich ihre Zähne putzen. Morgens und abends lohnt sich außerdem der Griff zur Zahnseide, um Verunreinigungen in den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Wer möchte, verwendet auch eine Munddusche oder geeignete Mundspülung, um eventuelle Ablagerungen an den Zahnfleischrändern zu lösen.

Auch die Ernährung kann die Zahngesundheit in der Schwangerschaft unterstützen. Der Verzicht auf zuckerhaltige Speisen und Getränke ist hier ein wichtiger Punkt, mit dem sich auch Karies vermeiden lässt. Darüber hinaus sollten Schwangere darauf achten, ausreichend Kalzium zu sich zu nehmen. Der Tagesbedarf liegt hier bei rund 1.000 Milligramm und lässt sich mit Milchprodukten sowie kalziumreichem Mineralwasser leicht decken. Auf diese Weise bleibt genügend Kalzium für die Knochenbildung des Babys übrig und der Körper der Schwangeren muss seine eigenen Reserven nicht angreifen.

Wer dann noch regelmäßig - in der Schwangerschaft am besten alle drei Monate - zum Zahnarzt geht, tut viel für die eigenen Zähne und wird dem Spruch: "Jedes Kind kostet einen Zahn", lächelnd ein Schnippchen schlagen.
Text: A. W. / Stand: 15.11.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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