CTG - Die Kardiotokografie - Ab wann?

Schwangere beim CTG
Ab wann wird ein CTG gemacht? - Foto: © Kzenon - stock.adobe.com)

Vom Beginn der Zeugung an bis hin zur Geburt - die Entstehung neuen Lebens ist ein aufregender und spannender Prozess. Für viele werdende Mütter ist diese Zeit von Glück und Freude, aber auch von so manchen Ängsten und Unsicherheiten geprägt. Allen voran steht die Sorge um die Gesundheit des Kindes. Wie geht es meinem Baby? Entwickelt es sich altersgemäß? Ist mit einer normalen Geburt zu rechnen oder sind Komplikationen zu erwarten? Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge wird jeder Schwangeren empfohlen, die Termine für die insgesamt 9 Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wahrzunehmen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Untersuchungen stellt ab circa der 26. Schwangerschaftswoche das so genannte CTG dar.

CTG - Herztöne und Wehentätigkeit werden sichtbar gemacht

Beim CTG, der Kardiotokografie (englisch: Cardiotocograhy) handelt es sich um die Aufzeichnung der kindlichen Herztöne sowie der Registrierung der Wehentätigkeit der werdenden Mutter. Dabei steht der Begriff "Kardio" für Herzschlag und "toko(s)" für Wehentätigkeit. Sicher haben auch Sie schon einmal bei Ihrem Gynäkologen im Wartezimmer gesessen und von nebenan aus dem Untersuchungsraum ein seltsames Pochen und Rauschen gehört.

Genau diese Geräusche stammen vom Herztonwehenschreiber, wie das CTG auch von vielen Frauen genannt wird. Für diese Untersuchung legt sich die Schwangere auf die Seite und bekommt einen elastischen Gurt um den Bauch. Die Schwester oder der Arzt befestigen nun einen Druckaufnehmer (welcher eventuelle Wehen registriert) und einen Schallknopf, welcher die Herztöne des Ungeborenen ableitet. Nun wird die werdende Mutter "verkabelt" und an den Monitor angeschlossen. Mittels Ultraschallwellen wird die Herzfrequenz umgewandelt und dann auf dem Papier als Kurven sichtbar gemacht. Ein CTG dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Während dieser Zeit sollte die Schwangere möglichst ruhig liegen, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

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CTG im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge und während der Geburt

Ab wann wird ein CTG gemacht?

Wie bereits erwähnt wird das erste CTG meist um die 26. Schwangerschaftswoche herum geschrieben. Zu jedem weiteren Vorsorgetermin werden nun die Herztöne des Ungeborenen und die (eventuelle) Wehentätigkeit bei der werdenden Mutter untersucht.

Wann wird ein CTG gemacht?
Zusätzlich kann ein CTG notwendig werden, wenn

  • die Schwangere unter bestimmten Vorerkrankungen leidet
  • eine Fehlgeburt droht
  • die Schwangere vorzeitige Wehen hat
  • die werdende Mutter Blutungen bekommt
  • der Frauenarzt den Verdacht hat, dass die mütterliche Plazenta nicht richtig arbeitet und das Baby vermutlich nicht mehr gut versorgt wird
  • vorangegangene CTG's Auffälligkeiten zeigten (zu langsamer oder zu schneller Herzschlag)
  • der Entbindungstermin überschritten ist
  • eine Risikoschwangerschaft besteht (z.B. bei Mehrlingen)
Zur Sicherheit für schwangere Frauen und Baby
Doch nicht nur während der Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen wird der Herztonwehenschreiber eingesetzt. Auch während der Geburt gibt er den Ärzten und der werdenden Mutter Aufschluss über das Wohl des Babys. So kann beispielsweise eine Unterversorgung mit Sauerstoff rechtzeitig erkannt und sofort darauf reagiert werden. Moderne Geräte erlauben auch eine Abnahme der kindlichen Herztöne und der Wehentätigkeit der Schwangeren mittels Funk, so dass sich die Frau unter der Geburt relativ frei bewegen kann. So ist auch bei einer Wassergeburt die ärztliche Überwachung jederzeit möglich.

Bestimmte Faktoren haben Einfluss auf das CTG

Das CTG ist eine sehr sichere Möglichkeit um einen Überblick über den momentanen Gesundheitszustand des Ungeborenen und die Wehentätigkeit der Mutter zu erhalten. Zur Auswertung des CTG's ist ein erfahrener Arzt notwendig, der die Kurven und Ausschläge des Gerätes richtig deuten kann. Ein Fötus, der sich gerade in der Schlafphase befindet, hat zum Beispiel eine viel niedrigere Herzfrequenz als ein Ungeborenes, welches gerade munter durch Mamas Bauch turnt. Erscheinen die Herztöne zu niedrig, dann versuchen manche Ärzte das Baby auch sanft aufzuwecken.

Nimmt die Schwangere bestimmte Medikamente ein oder ist sie selbst gerade erkrankt, so können diese Faktoren auch einen Einfluss auf die Ergebnisse des CTG's haben. Bei Frauen mit starkem Übergewicht kann das CTG manchmal schlecht aufgezeichnet werden. Auch dann, wenn die Schwangere sich während der Untersuchung zu sehr bewegt, kann es zu einem verfälschten Ergebnis kommen. Werdende Mütter sollten daher nicht allzu beunruhigt sein, wenn einmal das CTG etwas Anlass zur Sorge gibt. Oftmals handelt es sich dabei zum Glück nur um einen Fehlalarm. Ein verantwortungsvoller Arzt wird, wenn das CTG nicht in Ordnung ist, sofort weitere Untersuchungen durchführen, um sich ein genaueres Bild über den Gesundheitszustand des Ungeborenen zu machen. Ultraschall, Doppler-Sonografie oder eventuell eine Überweisung an eine Klinik zur engmaschigen Kontrolle könnten dann angezeigt sein.
Text: K. L. / Stand: 11.04.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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