Späte Mütter - die biologische Uhr tickt

Späte Mütter
Mit 40 noch Mutter werden? - Foto: © Tomasz Wieja



Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Späte Mutterschaft

Die Lebensplanung einer Menge Frauen beinhaltet zunächst erst den Schulabschluss, eine Ausbildung oder ein Studium und danach die finanzielle Unabhängigkeit und Bestätigung durch die Karriere.

Die Ehe als finanzielle Absicherung hat schon lange ausgedient und Kinder sind für Frauen nicht der einzige Garant für ein erfülltes Leben. Gerade Akademikerinnen gehen den Schritt der Familiengründung mit Kindern erst relativ spät. Die Entscheidung für ein Kind fällen viele Frauen erst, wenn sie ihren Erfolg im Berufsleben erreicht haben und sich der wirklich passende Partner gefunden hat. Bis zu diesem Punkt funktioniert der Aufschub, jedoch die biologische Uhr tickt.

Ab einem gewissen Alter verspüren viele Frauen das Gefühl, dass das Erreichte nicht alles sein kann. Es muss mehr geben. Und ihnen wird klar, dass zu einem perfekten Leben wie sie es sich vorstellen, nun einmal noch Kinder gehören. Der Vorteil einer späten Schwangerschaft liegt auf der Hand: die Mütter sind in der Regel finanziell unabhängig, im Beruf erfahren und gehen das Thema Kinder erst nach gründlicher Überlegung und mit der nötigen emotionalen Reife an. Die Nachteile lassen sich jedoch auch nicht verdrängen. Bereits ab dem 30. Lebensjahr beginnt die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen, zu sinken. Ab ca. 40 Jahren hat beinahe jede dritte Schwangere eine Fehlgeburt. Die Frauen, die es schaffen das Kind auszutragen, erleben allerdings meist eine ganz normale Schwangerschaft ohne großartige Komplikationen. Wobei das Risiko für bestimmte Erkrankungen nun doch erheblich ansteigt. Nicht jede Schwangerschaft ab einem Alter von 35 ist daher eine Risikoschwangerschaft. Eine Menge Faktoren spielen dabei eine Rolle, wie zum Beispiel Tabak- und Alkoholkonsum oder die familiäre Vorgeschichte der werdenden Mutter.

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Um mit 40 Mutter zu werden braucht es auch oft Geduld

Im Alter von ca. 25 Jahren werden acht von zehn Frauen im ersten Jahr schwanger. Dieses Glück haben leider nur selten ältere Frauen. Entschließt sich eine Frau für ein Kind und ist bereits älter als vierzig, so ist die Zeit knapp. Denn obwohl sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen erhöht, bleibt die Menopause mit ca. 50 Jahren wie früher auch. Davor gibt es eine Zeit mit unregelmäßigen Zyklen und Phasen von Unfruchtbarkeit. Will es nicht klappen, dann kann mit Hilfe von einem Ovulationstest und dem Morgenurin der Zeitpunkt des Eisprungs ermittelt werden und damit die Chance, schwanger zu werden. Auch die Gynäkologen sind in der Lage, mit verschreibungspflichtigen Hormonen den Zyklus zu beeinflussen.
Nicht unbedingt jede spätgebärende Schwangere muss sich nach erfolgreichem Austragen des Babys einem Kaiserschnitt unterziehen. Sind Mutter und Kind gesund, spricht alles für eine ganz normale Spontangeburt. Obwohl es womöglich für das Baby schonender ist, als die Geburtsstrapazen zu erleben, ist es für die Mutter eine Operation mit allen möglichen Risiken einer Komplikation, wie zum Beispiel Entzündungen, Problemen bei weiteren Schwangerschaften oder Nebenwirkungen der Narkose.

Mal abgesehen von der emotionalen Reife, der positiven Einstellung, Gelassenheit und der finanziellen Sicherheit die eine späte Mutterschaft häufig mit sich bringt, ist die Anstrengung eine ganz andere Geschichte. Kinder sind harte Arbeit und kosten viel Energie. Was eine Mutter Anfang zwanzig wegsteckt, kann für eine Mutter über vierzig eine Strapaze sein. Der Gedanke, dass beim Abitur des Kindes die Mutter bereits in Rente ist, kann nicht nur für die Eltern, sondern auch für das Kind eine Belastung darstellen. Kann eine ältere Mutter mit den Bedürfnissen eines pubertierenden Jugendlichen mithalten und ihm das geben, was er oder sie braucht? Gibt es bei Spätgebärenden Geschwister oder wachsen die Zöglinge wie viele andere Kinder älterer Mütter als Einzelkind auf und werden aufgrund des hohen Stellenwertes als Einzelkind zu sehr verwöhnt und unselbstständig? Es gibt für alles ein Pro und Contra. Jedoch muss jede Frau für sich selbst entscheiden, ob sie ihre Prioritäten auf Gesundheit und guten Nerven als junge Mutter oder Karriere und Sicherheit als späte Mutter setzt. Solange das Kind geliebt und gut versorgt wird, ist der Rest wohl Nebensache.
Text: C. D. / Stand: 15.11.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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