Dreimonatskoliken - unruhige Nächte vorprogrammiert

Dem Baby wird der Bauch massiert
Sanfte Bauchmassagen helfen bei den Dreimonatskoliken
Foto: © NiDerLander


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Circa 20 Prozent aller Babys werden davon geplagt; sie sind schmerzhaft und verursachen lästige Blähungen: gemeint sind die Dreimonatskoliken. Der Name rührt daher, weil sich diese Koliken in der Regel auf einen Zeitraum von drei Monaten beschränken. Der ganze Spuk beginnt meist schon in den ersten Lebenswochen und zieht sich bis zum dritten, bei einigen wenigen Kindern jedoch auch bis zum vierten oder fünften Lebensmonat hin.

Blähungen bei Babys

Nicht nur Erwchsene auch Babys können unter Blähungen leiden. Doch welche Symptome treten auf, welche Ursachen haben die Dreimonatskoliken und was kann man dagegen tun?

Symptome der Dreimonatskoliken

Kennzeichnend für die Dreimonatskoliken sind das schrille Schreien des Babys, meist in Kombination mit Blähungen und einer schier unstillbaren Unruhe. Die Anstrengung steht den kleinen Erdenbürgern dabei im Gesicht geschrieben: sie sind rot vor Anstrengung, ziehen die kleinen Beinchen immer wieder an den Bauch und rudern hilflos mit den Armen. Nicht nur für das Baby sind diese Phasen - die vornehmlich in den Abend- oder Nachtstunden auftreten - anstrengend; auch die Eltern dieser Kinder leiden durch das viele Schreien und durch die Hilflosigkeit, die sich daraus ergibt.
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Ursachen der Dreimonatskoliken

Nun, leider ist dies bis heute nicht ganz geklärt. Vermutet wird aber, dass viele Faktoren diesen Zustand verursachen und das reine Verdauungsprobleme nur sehr selten Ursache der Koliken sind. Vielmehr ist es die Eingewöhnung des Neugeborenen hier auf unserer Welt, die den Babys zu schaffen macht. So viele neue Eindrücken stürmen auf das Baby ein, so dass es am Ende eines Tages häufig überdreht ist und seinen Unmut in exzessiven Schreien kundtut. Hinzu kommt, dass sich der Verdauungstrakt des Kindes weiter ausbildet und es noch sehr sensibel auf Veränderungen in der Nahrung reagiert. Stillende Mütter berichten immer wieder davon, dass ihr Baby bei bestimmten Nahrungsmitteln, welche die Mutter zu sich nimmt, Blähungen bekommt. Nur ganz selten steckt dahinter eine echte Kuhmilchunverträglichkeit - in diesem Fall müsste die stillende Mutter auf sämtliche Kuhmilchprodukte in ihrer Nahrung verzichten.
Egal ob Flaschen- oder Stillkinder: Babys trinken manchmal sehr hastig und nehmen neben der Milch auch sehr viel Luft zu sich. Das Bäuerchen am Ende einer jeden Mahlzeit ist daher ein absolutes Muss und kann das Baby vor Bauchweh und Blähungen bewahren.
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Was hilft gegen Dreimonatskoliken?

Eltern können einiges dafür tun, damit ihr Baby und auch sie selbst die Zeit der Dreimonatskoliken relativ gut überstehen. Erinnern wir uns doch einmal was uns selbst bei schmerzhaften Blähungen hilf: genau - Wärme! Ein kleines Kirschkernkissen sollten Sie unbedingt zu Hause haben, denn bei Bedarf ist es schnell in der Mikrowelle oder im Backofen erwärmt. Prüfen Sie die Temperatur des Kissens und legen Sie es dann Ihrem Nachwuchs auf den Bauch. Einen ähnlichen, wenn nicht sogar noch besseren Effekt erzielen Sie, wenn Sie Ihr Baby im Babytragetuch tragen. Mit Blickrichtung zu Ihnen bekommt es Ihre Körperwärme direkt ab, wodurch ein ähnlicher Effekt wie beim Kirschkernkissen erzeugt wird. Jedoch bewirkt die Bewegung zusätzlich, dass sich Ihr Baby an die Zeit in der Gebärmutter zurückerinnert. Dort war nie Stillstand - ständig wurde das Kleine bewegt. Wärme, Bewegung und die Nähe zu Ihnen können Ihrem Kind helfen, sich zu entspannen und die lästigen Blähungen und das Bauchweh können so leichter ertragen werden. Wenn Sie kein Tragetuch haben, so können Sie Ihr Kind auch im so genannten Fliegergriff tragen. Ihr Baby liegt dabei bäuchlings auf Ihrem Arm.

Ebenfalls sehr wirksam ist die Massage des kleinen Bäuchleins. Immer im Uhrzeigersinn und, wenn Sie mögen, in Kombination mit einem Massageöl. Apotheken bieten Ihnen dazu spezielle Bauchweh-Öle an, die immer auch Kümmel enthalten. Diese Öle und die sanfte Massage können bewirken, dass Winde abgehen und die Bauchschmerzen weniger werden.

Manche Kinderärzte verschreiben ihren kleinen Patienten Entblähungstropfen, die vor einer jeden Mahlzeit zu verabreichen sind. Einigen Kindern helfen sie, bei anderen wiederum bewirken sie keine Veränderung der lästigen Symptome. Ob Ihr Baby damit eine Besserung erfährt, das können Sie nur selbst ausprobieren.

Auch das hilft gegen Blähungen bei Babys:

  • Fencheltee
  • Tragen im Fliegergriff
  • In der Wiege geschaukelt werden
  • Beruhigende Musik

Die Dreimonatskoliken - eine schwierige Zeit für Baby und Eltern. Wir hoffen, dass Sie mit unseren Tipps diese anstrengende Phase besser überstehen und dadurch auch die Muße haben, Ihr Baby zu genießen.
Text: K. L. / Stand: 23.03.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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