Blutdruckmessungen in der Schwangerschaft

Schwangere beim Blutdruck messen
Eine wichtige Untersuchung während der Schwangerschaft
ist die Blutdruckmessung - Foto: © Rudolf Polle


Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Aus winzigen Zellen entwickelt sich im Laufe von neun Monaten ein kleiner Mensch. Während dieser Zeit ist der Körper der werdenden Mutter vielen Veränderungen unterworfen. Manche sind äußerlich sichtbar, wie das Wachstum des Bauches oder der Brust. Andere, wie etwa die Hormonumstellung, geschehen im Verborgenen. Die meisten Schwangerschaften verlaufen komplikationslos. Sollten doch einmal Probleme auftauchen, so werden diese in der Regel rechtzeitig erkannt. Nicht zuletzt ist dies den Mutterschafts-Vorsorgeuntersuchungen zu verdanken, die jede Schwangere kostenfrei in Anspruch nehmen kann.

Blutdruck als wichtiger Anhaltspunkt für den Arzt

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung überprüft der Arzt den Blutdruck der werdenden Mutter. Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum dieser Untersuchung so viel Bedeutung beigemessen wird. Nun, der Blutdruck gibt wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand der Schwangeren und erhöhte Werte (im Zusammenhang mit dem Nachweis von Eiweiß im Urin) können ein Hinweis auf eine Präeklampsie (umgangssprachlich auch Schwangerschaftsvergiftung) sein. Diese Erkrankung tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und kann zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod bei der werdenden Mutter und beim Baby führen. Hoher Blutdruck kann auch auf eine Gestose hindeuten.

Normale Anpassung des Blutdruckes in der Schwangerschaft

Neben der bekannten Morgenübelkeit und dauerhaften Müdigkeit fühlen sich Frauen in der Frühschwangerschaft häufig schlapp und schwindelig. Ihr sonst stabiler Kreislauf kann zusammensacken und ihnen kann schwarz vor Augen werden. Nicht selten sinkt in den ersten 4-6 Monaten der Schwangerschaft der Blutdruck - und das hat auch einen Grund. Die Gefäße der werdenden Mutter weiten sich, um das heranwachsende Baby optimal mit Nährstoffen versorgen zu können. So kann es gut sein, dass eine Frau mit einem sonst hohen Blutdruck in dieser Phase auf ihre Blutdruckmedikamente verzichten kann. Natürlich sollte dies immer ein Arzt entscheiden - von selbstständigen Änderungen der Medikation ist dringend abzuraten. Gegen Ende der Schwangerschaft kommt es bei vielen Frauen zu Blutdruckschwankungen. Mal ist er zu niedrig und bei der nächsten Messung wieder etwas erhöht. Damit der Arzt einen besseren Überblick über den Blutdruck der werdenden Mutter gewinnt, kann es dann manchmal sinnvoll sein, den Blutdruck zu Hause regelmäßig zu messen und die Ergebnisse bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung vorzulegen.

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Wann ist der Blutdruck zu hoch? Und wann zu niedrig?

Der normale Blutdruck liegt bei etwa 120/80 mm Hg (Millimeter Quecksilber). Bis zu einem Wert von ca. 140/90 mm Hg wird der Arzt die Messergebnisse tolerieren, da bei manchen Frauen auch durch die Aufregung des Arztbesuches der Blutruck nach oben steigen kann. Ist der Blutdruck jedoch dauerhaft zu hoch und lässt sich zudem im Urin der Schwangeren Eiweiß nachweisen, so kann möglicherweise eine Präeklampsie vorliegen, welche unbedingt behandelt werden muss. (Weitere Informationen zur Schwangerschaftshypertonie) Ein niedriger Blutdruck unter 120 /80 mm HG ist zwar für die Schwangere sehr unangenehm, jedoch bleibt er in der Regel ohne gesundheitliche Folgen. Ausreichend Bewegung, viel Trinken und Wechselduschen bringen den Kreislauf wieder in Schwung und helfen so, diese lästigen "Tiefs" zu überstehen. Ist der Blutdruck aber so niedrig, dass die Schwangere ohnmächtig wird, dann wird der Frauenarzt ihr ein geeignetes Medikament zur Blutruckstabilisierung verschreiben.

Hoher Blutdruck - was tun?

Blutdruckmessungen in der Schwangerschaft sind unverzichtbar. Selbst dann, wenn die werdende Mutter ihre Vorsorgetermine nicht beim Arzt, sondern bei der Hebamme in Anspruch nimmt, gehört die Messung des Blutdruckes bei jedem Schwangerschafts-Check mit dazu. Das rechtzeitige Erkennen eines zu hohen Blutruckes ist sehr wichtig, denn nur so kann alles dafür getan werden, dass die werdende Mutter und ihr Baby keine gesundheitlichen Folgen zu befürchten haben. Oftmals reichen schon kleinere Veränderungen im Alltag, um gegen einen zu hohen Blutdruck anzugehen. Entspannungsübungen, der Verzicht auf Kaffee und Nikotin und ausreichend Bewegung können hohe Blutdruckwerte wieder normalisieren und dazu beitragen, die Gesundheit der Schwangeren zu stärken. In manchen Fällen ist jedoch eine medikamentöse Therapie unverzichtbar. Meist können die Blutdruckmedikamente nach der Schwangerschaft wieder abgesetzt werden. Und wenn nicht, so sei den betroffenen Frauen gesagt: auch mit einer entsprechenden Medikation ist es möglich zu stillen. Der Frauenarzt wird dazu ein Medikament wählen, welches nicht oder nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch übergeht und so dem Baby nicht schadet.
Text: K. L. / Stand: 16.09.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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