Urinuntersuchungen in der Schwangerschaft

Schwangere bei der Urinuntersuchung
Die Urinuntersuchungen sind ein wichtiger Punkt bei
der Mutterschaftsvorsorge - Foto: © JackF


Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Warum sind Urinuntersuchungen wichtig?

Jede Schwangerschaft ist einzigartig und die Entstehung neuen Lebens immer wieder ein kleines Wunder. Um den Verlauf der Schwangerschaft zu kontrollieren und um bei eventuellen Problemen rechtzeitig reagieren zu können, haben alle werdenden Mütter Anspruch auf insgesamt 10 Mutterschafts-Vorsorgeuntersuchungen. Im Rahmen dieser Untersuchungen macht sich der Frauenarzt ein Bild über den Gesundheitszustand von Mutter und Kind sowie über dessen Entwicklungsstand.

Ein wichtiger Punkt der Vorsorgeuntersuchungen ist die Kontrolle des Urins. Bei jedem Termin wird die Schwangere dazu aufgefordert, eine Urinprobe abzugeben. Der Urin wird anschließend von der Hebamme oder den Schwestern auf seine Bestandteile hin untersucht. Dazu wird ein kleiner Teststreifen in den Behälter mit dem Urin gehalten. Anhand verschiedener Färbungen kann dann genau bestimmt werden, ob die Probe unauffällig ist oder ob Anzeichen für eine Erkrankung vorliegen.

Was kann man anhand der Urinprobe erkennen?

Doch auf was genau achtet der Frauenarzt bei der Urinuntersuchung? Nun, er testet den Urin auf Eiweiß, Zucker, weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und auf Bakterien. Veränderungen der Nierenfunktion, eine Diabetes-Erkrankung sowie Harnwegsinfekte können so schnell erkannt und zeitnah behandelt werden. Der Urin gibt aber auch Hinweise auf eine mögliche Präeklampsie, eine "Schwangerschaftsvergiftung". Im Folgenden ein kleiner Überblick über die einzelnen Bestandteile des Urins sowie mögliche Komplikationen, falls die Werte von der Norm abweichen.

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Glukose (Zucker) im Urin

Etwas mehr als die Hälfte aller werdenden Mütter haben hin und wieder Zucker im Urin. Das ist erst mal nicht weiter tragisch, sollte jedoch im Auge behalten werden. Wiederholt sich allerdings das Ergebnis, so kann dies ein Hinweis auf eine Schwangerschaftsdiabetes sein. Ein Schwangerschaftsdiabetes beginnt erst in der Schwangerschaft und verschwindet nach der Geburt des Kindes von allein wieder. Für die werdende Mutter ist diese Erkrankung nicht gefährlich; jedoch kann bei einem vorliegenden Schwangerschaftsdiabetes das Ungeborene Schaden nehmen. Daher ist die Blutzuckereinstellung der werdenden Mutter äußerst wichtig. In leichten Fällen kann schon eine Ernährungsumstellung den gewünschten Erfolg bringen. Sollte dies nicht der Fall sein, so kommt die Schwangere um eine Insulinbehandlung meist nicht herum.

Eiweiß im Urin

Eiweiß im Urin kann ein erster Hinweis auf eine Präeklampsie sein. Bei einer Präeklampsie (EPH-Gestose) handelt es sich um eine Schwangerschaftsvergiftung. Neben Eiweiß im Urin deutet ein hoher Blutdruck auf diese ernst zu nehmende Erkrankung in der Schwangerschaft hin. Eine Präeklampsie kann bei der Mutter zu Schädigungen des Gehirns, der Nieren und der Lunge führen und zudem das Blutgerinnungs-System stören. Beim Ungeborenen kann es durch diese Erkrankung zu einem verzögerten Wachstum und im schlimmsten Fall zu einem Sauerstoffmangel mit Todesfolge kommen.

Bakterien und Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

Bakterien und Leukozyten im Urin deuten auf eine Blasenentzündung oder einen Harnwegsinfekt hin. Das sonst typische brennende Gefühl beim Wasserlassen, wenn die Frau sich einen Harnwegsinfekt zugezogen hat, kann bei Schwangeren gänzlich fehlen. Oftmals gibt allein die Urinuntersuchung im Rahmen der Mutterschafts-Vorsorge einen Hinweis auf diese Erkrankung. Sollte der Test eine Blasenentzündung oder einen Harnwegsinfekt ergeben, so wird der Arzt der werdenden Mutter empfehlen, mindestens 2-3 Liter am Tag zu trinken, um die Keime und Bakterien auszuscheiden. Manchmal kann die Einnahme eines Antibiotikums angezeigt sein, um den Infekt zu stoppen und eine Ausbreitung der Bakterien zu verhindern.

Urinuntersuchungen in der Schwangerschaft sind nicht aufwendig - aber von großer Bedeutung. Werdende Mütter, welche regelmäßig die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, werden in der Praxis automatisch auch zu diesem Test aufgefordert. Die Ergebnisse werden, wie alle anderen auch, in den Mutterpass eingetragen. So haben der Arzt und auch die Schwangere selbst immer einen guten Überblick über die verschiedenen Testergebnisse und den Verlauf der Schwangerschaft.
Text: K. L. / Stand: 11.04.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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