Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft

Schwangere bei der Ultraschalluntersuchung
Während der Schwangerschaft werden
3 Ultraschalluntersuchungen gemacht - Foto: © Sven Bähren


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9 Monate voller Erwartungen und Vorfreude - die Schwangerschaft gehört zu den aufregendsten Zeiten im Leben einer Frau.

Mit der Befruchtung der Eizelle und dem Heranwachsen des Babys verändert sich nicht nur der Hormonhaushalt der werdenden Mutter, sondern ihr ganzes Leben läuft nun auf anderem Kurs. Die Gesundheit der Schwangeren und die des Ungeborenen werden regelmäßig vom Frauenarzt im Rahmen der Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen unter die Lupe genommen. Ein wichtiger Teil der Mutterschaftsvorsorge sind die Ultraschalluntersuchungen.

Warum ist der Ultraschall wichtig?

Ultraschalluntersuchungen werden meist von der werdenden Mutter mit Spannung erwartet, denn es ist schon etwas ganz Besonderes, das Herz des Babys schlagen zu sehen und seinen kleinen Körper sowie dessen Bewegungen am Monitor zu verfolgen. Oftmals begleitet der Partner die Schwangere zu diesem "Babyfernsehen", wie die Ultraschalluntersuchung häufig von den Frauen genannt wird. Den Ärzten geht es dabei natürlich um andere Gesichtspunkte. Mittels des Ultraschalls bestimmen sie die Schädel-Steiß-Länge, erkennen, ob alle inneren Organe vollständig ausgebildet und ob alle Gliedmaßen vorhanden sind. Sie können anhand bestimmter Kriterien feststellen, ob das Ungeborene eventuell unter einem Gen-Defekt oder einer anderen Erkrankung leidet und veranlassen gegebenenfalls weitere Untersuchungen. Insgesamt sind in der Schwangerschaft nach den Mutterschaftsrichtlinien drei Ultraschall-Screenings vorgesehen. Die Kosten hierfür trägt die Krankenkasse. Doch keine Sorge: sollten irgendwelche Zweifel am Wohlergehen des Babys bestehen, so wird der Frauenarzt auch zwischen diesen Terminen mittels Ultraschall den Gesundheitszustand des Ungeborenen kontrollieren.

Die 1. Ultraschalluntersuchung - 9. bis 12. Schwangerschaftswoche

Zwischen der 9. und der 12. Schwangerschaftswoche (also im 3. Schwangerschaftsmonat) findet das erste Ultraschall-Screening statt. Meist geschieht dies vaginal mittels eines länglichen Schallknopfes. Der Arzt kann sich so in der Frühschwangerschaft ein besseres Bild von dem Ungeborenen machen. Alle weiteren Ultraschalluntersuchungen erfolgen dann über die Bauchdecke der werdenden Mutter. Der Gynäkologe achtet besonders darauf, ob die Schwangerschaft normal ist oder ob sich das Ei eventuell in der Bauchhöhle oder im Eileiter eingenistet hat. Die werdende Mutter sieht gemeinsam mit dem Arzt, wie sich der Fötus bewegt und wie sein kleines Herz schlägt. Mögliche Hinweise auf das Down-Syndrom werden abgecheckt und es wird begutachtet, ob sich das heranwachsende Baby altersgemäß entwickelt. Anhand der Schädel-Steiß-Länge, des biparietalen Kopfdurchmessers sowie des Durchmessers des Fruchtsackes können die Ärzte recht genaue Angaben über das Alter der Schwangerschaft und den voraussichtlichen Geburtstermin treffen.

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Die 2. Ultraschalluntersuchung - 19. bis 23. Schwangerschaftswoche

Auch bei der 2. Ultraschalluntersuchung, welche zwischen der 19. und der
23. Schwangerschaftswoche stattfindet, wird die altersgemäße Entwicklung des Ungeborenen begutachtet. Körperumrisse, Bewegungen und natürlich die Herzaktivität sind weitere Punkte, welche Aufschluss über die Gesundheit des Babys geben. Daneben wird der Arzt die Lage und den Zustand der Plazenta sowie die Menge des Fruchtwassers beurteilen. Auch ist spätestens jetzt deutlich zu erkennen, wenn sich mehr als ein Baby in der Gebärmutter eingenistet hat.

Die 3. Ultraschalluntersuchung - 29. bis 32. Schwangerschaftswoche

Im Prinzip verläuft die 3. Ultraschalluntersuchung (im 8. Schwangerschaftsmonat) ähnlich wie die Vorangegangene. Auch jetzt begutachtet der Arzt wieder die körperliche Entwicklung, achtet auf die Herzaktionen, Körperumrisse sowie auf die Bewegungen des Ungeborenen und macht sich ein Bild von der Lage und Struktur des Mutterkuchens. Zunehmend interessant ist jetzt die Lage des Kindes - dennoch befinden sich bei weitem noch nicht alle Babys in ihrer endgültigen Geburtsposition. Noch ist im Mutterleib ausreichend Platz für Bewegungen und Drehungen, so dass keine Schwangere in Panik verfallen muss, wenn ihr Kind noch nicht ideal liegt.

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen

Manchmal gibt eine Vorsorgeuntersuchung Grund zur Sorge. Vielleicht stellt der Arzt fest, dass sich das Baby nicht zeitgemäß entwickelt oder dass es Probleme mit der Plazenta gibt. Bewegt sich das Ungeborene auffällig wenig oder ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlbildung oder einen Gen-Defekt gegeben, so wird der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen. Dies können zum einen zusätzliche Ultraschall-Screenings (häufig auch ein 3-D-Screening), und je nach Schwangerschaftswoche auch weitere pränatale Diagnostikverfahren sein. Ebenso wird bei Mehrlingsschwangerschaften sowie bei bestimmten Erkrankungen der werdenden Mutter häufiger ein Ultraschall durchgeführt. Auch wenn von ärztlicher Seite her alles in Ordnung ist, wünschen sich viele werdende Mütter außerhalb der vorgesehenen Screenings via Ultraschall den Blick auf ihr Baby. Diese Leistungen gehören nicht zur Mutterschaftsvorsorge und müssen daher aus eigener Tasche bezahlt werden.
Text: K. L. / Stand: 15.11.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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