Förderschulen in Deutschland

Tafel mit dem Wort Förderschule
In einer Förderschule können Geistigbehinderte besser lernen - Foto: © animaflora



Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Was sind Förderschulen?

Am Einschulungstag scheinen die ABC-Schützen noch alle gleich zu sein. Da freuen sie sich über die große Zuckertüte, die man ihnen als Trostpflaster mit auf den Weg gegeben hat, sie sind aufgeregt und ein bisschen eingeschüchtert. Doch schon nach kurzer Zeit legen sich diese Anfangsängste und die Kinder betrachten die Schule als Teil ihres normalen Lebens. Von da ab werden die Unterschiede zwischen den Kindern deutlich wahrnehmbar und die unterschiedlichen Begabungen kommen zum Tragen.

In der Schule wird das Fundament für das spätere Leben gelegt. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern so unsentimental und neutral wie nur irgend möglich die Leistungen und das Potenzial ihrer Kinder beurteilen. Die Lehrer, aber auch soziale und medizinische Dienste werden ihnen dabei wenn nötig zur Seite stehen. Das ist immer dann der Fall, wenn Kinder von der Norm abweichen und entweder als Hochbegabte oder als Förderbedürftige in der allgemeinen Grundschule falsch aufgehoben sind. Für beide Gruppen gibt es gezielt abgestimmte Einrichtungen. Hier soll von den Angeboten für förderbedürftige Kinder die Rede sein.

Niemand kann vor den schulischen Realitäten die Augen verschließen. Wenn ein Kind in der Grundschule mit der Mehrzahl der Klassenkameraden nicht mithalten kann, dann können die Lehrer darauf nur in sehr beschränktem Maße reagieren. Sollte das nicht reichen, dann muss das Kind außerhalb der Schule gefördert werden. Das können entweder die Eltern selbst übernehmen oder sie sorgen für Nachhilfeunterricht. Manchmal ist eine solche Förderung nur für einen begrenzten Zeitraum nötig und kann eingestellt werden, wenn das Kind den Anschluss an den Lehrplan gefunden hat. Sollte sich aber herausstellen, dass das Kind dauerhaft hinter dem Stoff herhinkt, dann sollte eine Förderschule in Erwägung gezogen werden. Dort wird das Kind dann intensiver beschult, als es in der allgemeinen Grundschule möglich ist.

Förderschule für Lernbehinderte und Geistigbehinderte

Viele Eltern fürchten sich vor dem Wechsel zur Förderschule, die als Nachfolgerin der Sonderschule gilt. Sie glauben, das Kind habe damit von vornherein einen Makel und der Besuch der Förderschule sei bereits das Ende der Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Es ist richtig, dass niemand garantieren kann, dass gesellschaftliche Vorurteile abgeschafft werden. Andererseits kann man aber davon ausgehen, dass ein förderbedürftiges Kind auf der allgemeinen Grundschule nur mit größten Schwierigkeiten und viel Hilfe von außen zu einem Abschluss kommen kann. Für das Kind wird die Schulzeit von Misserfolgen, Druck und Leid geprägt sein. Ob das ein guter Start ins Leben ist?

Auf der Förderschule dagegen kann das Kind mit entsprechender Unterstützung durch Lehrer, die in kleineren Klassen deutlich mehr Zeit für den einzelnen Schüler haben, ebenfalls zu einem vollwertigen Hauptschulabschluss kommen. Auch ein Realschulabschluss ist möglich. Wer hier erfolgreich die Schule beendet, für den war die Förderschule nicht das Ende, sondern ein echter Anfang.

Förderschulen gibt es übrigens auch für bestimmte Behinderungen und Beeinträchtigungen. Oft scheint es, als wenn die Gesellschaft, aber auch die Eltern betroffener Schüler, solche sonderpädagogischen Einrichtungen leichter als die allgemeine Förderschule annehmen können. Beispiele dafür sind Förderschulen für blinde oder hörgeschädigte Kinder, für geistig behinderte Jungen und Mädchen sowie für Kinder mit sozialen oder emotionalen Defiziten. In einigen Bundesländern werden auch die Einrichtungen für Hochbegabte als Förderschule bezeichnet.
Text: St. H. / Stand: 12.10.2019

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