Ganztagsschule in Deutschland

Kinder in einer Ganztagsschule
In einer Ganztagsschule werden Kinder länger betreut
Foto: © Vasiliy Koval



Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Was ist eine Tagesschule?

Eine Ganztagsschule, auch Tagesschule genannt, soll Schülerinnen und Schüler während eines Großteils des Tages unterbringen und bildet damit eine Alternative zum bekannten Schulhort. In einer Ganztagsschule wird, im Gegensatz zu einer normalen Schule, Mittagessen und zusätzliche Betreuung angeboten.

Dennoch erfüllt diese nicht den Zweck eines Internats, in dem sich Kinder und Jugendliche auch abends und an Wochenenden aufhalten. Unterrichtszeit und Freizeit sind meist geregelt. Um in eine Ganztagsschule zu gehen, ist eine verbindliche Anmeldung notwendig. In der Regel endet ein Tag zwischen 16 und 17 Uhr. Aber auch zu diesen Zeiten wird noch eine Spätbetreuung angeboten.

Auch in anderen Ländern, wie Frankreich oder Skandinavien, werden immer mehr Ganztagsschulen eingerichtet. Im Allgemeinen handelt es sich um Schulen im Primar- oder Sekundarbereich 1. Alle Schulen bieten einen vormittäglichen Unterricht und ein darüber hinausgehendes ganztägiges Angebot an mindestens drei Tagen in der Woche an, welches bis zu sieben Zeitstunden umfassen muss. Alle Ganztagsschulformen, voll oder teilweise gebunden bzw. in offener Form, stellen an den Tagen des Ganztagsbetriebs für die Schüler ein Mittagessen bereit. Dennoch sollte man den Kindern ein gesundes Pausenbrot mitgeben.

Gebundene Ganztagsschule

Die gebundene Ganztagsschule setzt eine verpflichtende Teilnahme am Unterricht voraus. Die gebundene Tagesschule wird zusätzlich zwischen einer voll und einer teilweise gebundenen Schule unterschieden. Bei der voll gebundenen Schule ist das Ganztagsangebot für alle Schüler verpflichtend, wohingegen dies bei der teilweise gebundenen nur für einen Teil der Schüler bzw. einzelne Klassenzüge gilt. Eine offene Ganztagsschule besteht meist aus verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, die ein gemeinsames Nachmittagsangebot ohne Anwesenheitspflicht haben. Ganztagsschulen haben oftmals staatliche, aber auch private Trägerschaften. Private Tagesschulen verfügen nicht selten über zusätzliche pädagogische Konzepte, wie beispielsweise Englisch als Unterrichtssprache, autonome Lernformen oder eine religiöse Unterrichtsform.

Vorteile einer Ganztagsschule

Das Ziel der Ganztagsschulen ist eine sogenannte offene Lernform. Schüler und Lehrer arbeiten enger und durch Nachmittagsprogramme lockerer zusammen, als in gewöhnlichen Schulen. Klassengemeinschaften sind länger zusammen, was sich auf das Sozialverhalten der Schüler positiv auswirkt. Auch wird der Stundenplan häufig den Bedürfnissen der Schüler im Rahmen des Möglichen angepasst. Da die Freizeit für Kinder sehr wichtig ist und nicht vernachlässigt werden darf, wird in den Nachmittagsstunden auf künstlerische und sportliche Tätigkeiten gesetzt. Offiziell gelten diese Stunden aber ebenso als Unterrichtsstunden.

Das Konzept der Ganztagsschule beruht auf der Idee, dass beide Elternteile ihrer beruflichen Tätigkeit besser nachgehen können, wenn die Kinder sinnvoll betreut werden. Anders als beim Hort, ist der Nachmittag dabei ebenfalls auf lockere Art und Weise in den schulischen Ablauf integriert und wird nicht nur als erzieherische Betreuung angesehen.

Nachteile einer Ganztagsschule

Als Nachteil der Ganztagsschulen wird der abnehmende Einfluss der Eltern auf ihre Kinder gesehen. Außerdem sind Kritiker der Meinung, dass den Kindern zu viel Freizeit verloren geht und sie in den Schulen überfordert werden könnten. Generell überwiegen jedoch die positiven Aspekte, sodass die Anzahl der Befürworter in Deutschland ansteigt. Etwa 6 400 deutsche Ganztagsschulen gibt es bereits.
Text: St. H. / Stand: 20.05.2019

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