Handysucht der Eltern

Frau ist mit ihrem Handy beschäftigt
Eltern legt das Handy weg! - Symbolbild: © shefkate

Erfahren Sie in diesem Artikel wie man die Handysucht der Eltern erkennen kann und warum es wichtig ist, dass Eltern das Handy mal weglegen.

Wenn Eltern handysüchtig sind - Das Problem erkennen und lösen

Wie Statistiken zu entnehmen ist, wächst die Anzahl von handysüchtigen Menschen stetig und wer sich häufig in der Stadt bewegt, kann sich selbst ein Bild davon machen. Viele Menschen holen regelmäßig ihr Smartphone aus der Tasche oder legen es gar nicht mehr weg, um Nachrichten zu checken, zu telefonieren oder verschiedene Apps oder Spiele zu bedienen. Mütter und Väter sind davon nicht ausgenommen und übersehen dabei, welche Folgen der ständige Blick aufs Handydisplay für sie selbst und auch ihre Kinder haben kann.

Wann ist man handysüchtig?

Die Handy- oder Smartphonesucht zählt im psychologischen oder psychotherapeutischen Sinne zu den substanzungebundenen Abhängigkeiten, wie zum Beispiel auch die Fernsehabhängigkeit, der Arbeitszwang oder die Spielsucht. Da es sich noch um eine sehr neue Art der Abhängigkeit handelt, gibt es bisher kaum Kriterien für die Diagnose. Erste Anzeichen sind jedoch, dass die Betroffenen ungewöhnlich häufig zum Handy greifen und beinahe zwanghaft in kürzeren Abständen ihre Nachrichten und Chatverläufe kontrollieren. Im schlimmsten Fall werden sogar Ängste oder Depressionen entwickelt, wenn das Handy zu Hause vergessen wurde oder der Akku leer ist. Treten diese Symptome nur kurzzeitig auf, beispielsweise weil man frisch verliebt ist und auf Nachrichten wartet, muss noch nicht unbedingt von einer Handysucht ausgegangen werden. Anders sieht es aus, wenn die Nutzung des Smartphones das gesamte Leben im Übermaß bestimmt und sich die Gedanken darum sogar dann drehen, wenn es gerade gar nicht genutzt wird.

Eltern legt das Handy weg! - Welche Folgen hat die Handysucht für Eltern und Kinder?

Wie viele andere Abhängigkeiten führt auch die Handysucht häufig dazu, dass soziale Kontakte vernachlässigt werden. Das kann insbesondere innerhalb einer Familie zu starken Konflikten führen. Mütter oder Väter vernachlässigen den Haushalt, kümmern sich nicht um gesunde Mahlzeiten und interessieren sich nicht mehr dafür, was ihre Kinder tun. Das kann sogar so weit gehen, dass vor allem kleinere Kinder in Gefahr geraten, zum Beispiel weil das betreuende Elternteil im Straßenverkehr nicht aufpasst oder bei einem drohenden Unfall auf dem Spielplatz nicht rechtzeitig zur Stelle ist. Größere Kinder und Jugendliche fühlen sich durch die Eltern ignoriert, wenn sich diese mehr mit dem Handy als mit ihnen beschäftigen. Das äußert sich dann zum Beispiel im Nachlassen von schulischen Leistungen (Gründe für schlechte Noten in der Schule) oder sogar in Erkrankungen. Hinzu können körperliche Folgen kommen wie unter anderem chronische Schmerzen im Nacken, Sehnenscheidenentzündungen an Fingern und Daumen sowie Einschlafstörungen. Noch nicht geklärt ist es, inwieweit die ständige Handynutzung verantwortlich für die Entstehung von Tumoren im Zentralnervensystem ist. Deshalb ist Vorsicht beim ständigen Griff zum Smartphone angebracht. Sind die Eltern krank, hat schließlich auch das viel negativen Einfluss auf die Kinder. Schließlich muss bedacht werden, dass Eltern eine Vorbildfunktion haben und die Kinder die häufige Handynutzung als normal empfinden könnten.
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Handysucht der Eltern erkennen

Ein Problem ist es, dass viele Betroffene ihre Handysucht zunächst gar nicht bemerken, sondern ihr Verhalten als vollkommen normal empfinden. Hier sind dann Familienangehörige und Freunde gefragt, die die Abhängigkeit ansprechen sollten. Leider gibt es bisher noch keine einheitliche Definition der Handy- oder Smartphonesucht und somit fehlen auch gesicherte klinische Diagnosen. Möchten Sie selbst überprüfen, ob eine Abhängigkeit besteht, sollten Sie folgendes hinterfragen:

  • Beschäftigen Sie sich übermäßig viel mit dem Smartphone und vernachlässigen andere Aktivitäten?
  • Legen Sie das Handy selbst beim Zusammensein mit ihren Kindern oder Freunden nicht aus der Hand?
  • Werden sie gereizt oder ruhelos, wenn das Handy nicht in Griffweite ist?
  • Organisieren Sie ihr komplettes Leben mit dem Smartphone?
  • Nehmen Sie sich vor, das Handy weniger zu nutzen, aber das funktioniert nicht?

Das können Eltern tun, damit die Handysucht keine Belastung für die Familie wird

Bereits bei ersten Anzeichen für eine Handysucht, sollte das eigene Verhalten hinterfragt und die Nutzung des Geräts eingeschränkt werden. Das gelingt zum Beispiel durch feste Tagespläne sowie die Einrichtung von handyfreien Zonen oder Zeiten. So wird das Smartphone beispielsweise bei gemeinsamen Mahlzeiten vom Esstisch verbannt und auf dem Spielplatz oder bei anderen Aktivitäten mit den Kindern nicht aus der Tasche geholt. Gelingt es nicht von selbst, die Handysucht einzuschränken, gibt es zwar bisher keine konkreten Behandlungsmöglichkeiten, aber es ist dennoch ratsam, einen Arzt oder Psychologen aufsuchen. Unter Umständen ist die Handysucht nur eine Folge anderer Ursachen.
Text: H. J. / Stand: 08.12.2018

Bitte beachten Sie: Wir geben hier nur allgemeine Hinweise! Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an einen Azrt oder Psychologen Ihres Vertrauens!

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