Wie das Internet die Kinder beeinflusst

Mädchen surft im Internet
Das Surfen im Internet ist heute auch für Kinder
selbstverständlich - Foto: © Phototom


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Ist das Internet für Kinder schädlich?

Das World Wide Web ist für viele Kinder bereits selbstverständlich. Eltern, aber auch die Lehrer, machen sich Sorgen, dass das Internet nicht gut für Kinder ist.

Der Chat im Internet ist vermutlich noch beliebter bei Kindern als bisher bekannt ist. Man kann sich einen beliebigen Nickname aussuchen, der schon verlockend klingt. Wird man dann nach Alter und Hobby, Aussehen und richtigem Namen gefragt, kann sich jeder/ jede ausdenken, was der andere vielleicht hören möchte. Es gibt genug Kinder, die pausenlos chatten, so auch "Mindmaster" der sich bereits 2.663 Stunden seines Lebens in diesem Chat aufhält. Das sind umgerechnet beinahe 4 Monate und man sieht, dass er dieser Beschäftigung einen sehr hohen Stellenwert zuschreibt. Wie lange dürfen Kinder im Internet surfen?

Wissenschaftler sind sich noch nicht einig, ob man wirklich von einer Internetsucht als Krankheit sprechen soll. Bewiesen ist allerdings, dass sowohl in Österreich als auch in Deutschland drei Prozent der Internetuser einige Suchtsymptome aufweisen. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass sie den Drang "online zu sein" häufig verspüren und deshalb andere Aktivitäten vernachlässigen. Sie haben auch die Kontrolle über die Internetbenutzung verloren, leiden an Nervosität und Unruhe, wenn sie nicht online sind. Ein weiterer Punkt ist, dass sie verheimlichen oder verharmlosen, wie lange sie tatsächlich im Internet surfen.

Leider kommt es in letzter Zeit immer häufiger vor, dass Kinder und Jugendliche das Internet anderen Freizeitaktivitäten vorziehen und das kann gefährlich sein. Das Internet ist eine ganz andere Welt, man kann Leute kennen lernen, was man in der realen Welt nicht kann, weil man zum Beispiel schüchtern ist oder die Entfernung es nicht erlaubt. Aber das Internet kann die reale Welt nicht ersetzen. Soziale Fähigkeiten werden nicht gestärkt. Die Konfliktlösung bleibt auf der Strecke, da man aus dem Internet ganz einfach aussteigen kann, was allerdings in der wirklichen Welt nicht funktioniert. Da muss man miteinander reden und den Konflikt klären/ lösen. So lernt man mit den Konsequenzen seines Handelns zu leben. Auch die Kommunikationsfähigkeit leidet unter anderem darunter. Im realen Leben muss man Gefühle mit Gesten und Worten mitteilen. Im Chat tippt sich so manches viel zu leicht, was man sich im realen Leben nicht zu sagen traut.

Kinder schweigen

Die Kinder werden durch die Beschäftigung mit dem Computer, in Folge auch durch das Surfen im Internet, leer zurück gelassen. Nach einem Fußballspiel kann man noch stundenlang miteinander plaudern, streiten und sich versöhnen. Aber über die Spiele im Netz oder am PC kann man kaum reden, schon gar nicht stundenlang. Onlinespiele für Kinder

Besser kein WWW?

Geringe soziale Kompetenz, verlorengehen der "richtigen" Sprache und zu wenig Bewegung, wäre es da nicht vernünftiger, die Kinder und Jugendlichen so lang wie möglich von PCs und Internet fernzuhalten?

Hier ein paar Zahlen und Fakten:

  • 14 % der unter 6 jährigen waren schon im Internet unterwegs
  • 50 % der 7-11 jährigen Kinder sind oft im Internet
  • ca. 75 % der 12-15 jährigen und 83 % der 16-17jährigen sind täglich im World Wide Web
Der Computer gehört dem Alltag an, in der Schule wie auch in der Freizeit ist das Internet ein gängiges Hilfsmittel. Es wäre also sinnlos Kinder und Jugendliche davon fernzuhalten, aber man kann sie kontrollieren.

Welche Seiten besucht mein Kind?

Die Eltern wissen viel zu wenig Bescheid auf welchen Seiten sich ihr Kind herumtreibt, welche Spiele es spielt und welche Dateien es sich aus dem Internet holt. Die Eltern klinken sich bei dem Thema Computer viel zu oft aus der Erziehung aus. Sie haben Angst, ohnehin schon viel schlechter Bescheid zu wissen, als ihre Kinder. Aber es ist wichtig sich mit dem unbekannten Medium vertraut zu machen, alleine um zu wissen, auf welchen Seiten sich ihr Kind aufhält. Um ein bisschen die Kinder unter Kontrolle zu haben, kann man den Computer an einen zentralen Ort stellen, zum Beispiel das Wohnzimmer.

Tipps um sicher im Internet zu sein:

  • Niemals den richtigen Namen, persönliche Daten, Passwörter oder Ähnliches an Unbekannte weitergeben. Im Zweifelsfall vorher die Eltern fragen!
  • Niemals alleine Leute treffen, die man im Internet kennen gelernt hat!
  • Informationen aus dem Internet kritisch hinterfragen, nachsehen, wer die Infos verbreitet und welche Interessen er damit verfolgen könnte!
  • Den eigenen Computer vor Viren schützen: Keine E-Mails öffnen, deren Absender unbekannt ist. Vorsicht ist auch bei E-Mail-Anhängen geboten: Oft werden zum Verbreiten von Viren Adressbücher benutzt, ohne dass die Betroffenen das bemerken.
  • Vorsicht auch beim Herunterladen von Dateien. Auch so kann der Computer mit Viren infiziert werden.
  • ACHTUNG: Kostenloses Herunterladen von Filmen oder Musik ist oft illegal!!
Die Eltern sollten die Kinder nicht nur lehren, wie ein richtiges Leben auszusehen hat. Die Aufgabe besteht viel mehr darin, die Kinder bei den schwierigen Schritten in eine neue Kultur und Berufswelt zu begleiten. Also: Sich selbst Wissen aneignen, denn die Kinder brauchen kompetente BegleiterInnen in der virtuellen Welt.
Text: B. F. / Stand: 13.12.2018

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