Demokratischer Erziehungsstil

Eine glückliche Familie
Beim demokratischen Erziehungsstil dürfen Kinder
mit entscheiden - Foto: © Halfpoint

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Gemeinsam entscheiden, transparent erziehen

Prägend für den demokratischen Erziehungsstil ist eine beiderseitige hohe Akzeptanz, ein gut funktionierende Kommunikation zwischen Kindern und Eltern und das bewusste Einbeziehen der kindlichen Wünsche und Bedürfnisse, die diese auch frei äußern und bewusst einbringen dürfen. Per Abstimmung werden wichtige familiäre Entscheidungen gemeinsam getroffen.
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Merkmale des demokratischen Erziehungsstils

Im Folgenden erläutern wir wichtige Merkmale des demokratischen Erziehungsstils und zeigen Vorteile und Nachteile dieser Erziehung auf.

Gemeinsam Regeln für das Zusammenleben erarbeiten

Eltern und Kinder wirken beim demokratischen Erziehungsstil gemeinsam in einer Gruppe. Obwohl keine hierarchischen Strukturen vorgesehen sind, genießen die Kinder wie auch Eltern unterschiedliche Rechte und müssen verschiedene Pflichten übernehmen. Dies unterscheidet den demokratischen vom egalitären Erziehungsstil. Die Autorität der Eltern und die Freiheiten der Kinder bewegen sich in einem ausgewogenen Rahmen. Als Erziehender geben Vater und Mutter dem Kind Orientierung und Lenkung, wobei Sie die Entscheidungen für aufgestellte Regeln auf Wunsch des Kindes erklären und diese auch hinterfragen lassen. Diese transparente Erziehung ermöglicht es den Kindern besser, aufgestellte Regeln zu verstehen und sie umzusetzen. Eltern bieten Lösungsvorschläge und Alternativen an, die gemeinsam mit den Kindern besprochen werden.

Emotionale Unterstützung und Wertschätzung des Kindes

Die demokratische Erziehung kennzeichnet sich durch ein hohes Maß an Akzeptanz gegenüber den Kindern als einzelnes Individuum. Eltern bringen ihren Kindern viel Einfühlungsvermögen und Wärme entgegen, unterstützen sie emotional und bauen eine sehr vertrauensvolle Beziehung auf. Doch die Wertschätzung basiert auf Gegenseitigkeit, auch die Kinder bringen leichter Einsicht und Verständnis für die Eltern auf, da sie Entscheidungsprozesse hinterfragen und sogar mitgestalten können. Sogar die Erziehungsmaßnahmen und das Strafmaß werden so mit dem Sohn oder der Tochter gemeinsam entschieden und diskutiert. Den Kindern ist es also durchaus freigestellt, auch Forderungen an die Eltern zu richten.

Die Voraussetzungen für eine demokratische Erziehung

Selbstverständlich wachsen Kinder in diesen Erziehungsstil hinein, ein gewisses Alter und die nötige Reife werden vorausgesetzt. Ohne, dass die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern funktioniert, wird die demokratische Erziehung in der Praxis nicht umgesetzt werden können. Des Weiteren müssen Eltern auch bereit sein, Verantwortung abzugeben und Toleranz vorzuleben. Das regelmäßige Fordern von Mitsprache, Eigeninitiative und das Ermöglichen von selbstständigem Handeln fallen nicht allen Eltern leicht. Dennoch braucht es dieses Vorleben von Werten für und von Demokratie, um die Kinder in diesem Stil zu erziehen.

Die Vorteile und Nachteile des demokratischen Erziehungsstils

Viele Eltern verwenden große Teile des Demokratischen Erziehungsstils beim Großziehen ihrer Kinder. Die autoritäre Erziehung gilt längst als veraltet, die antiautoritäre Erziehung findet immer weniger Anhänger.

Viele Eltern schätzen an dem demokratischen Erziehungsstil, dass er der Freiheit der Kinder Raum gibt und gleichzeitig Grenzen schaffende Sicherheit bietet. Kinder, die in den Genuss eines demokratischen Erziehungsstils kommen, zeigen ein hohes Maß an Selbstständigkeit. Ihre soziale Kompetenz ist oft vorbildlich. Dank der ständigen Kommunikation zwischen Eltern und Kindern entwickeln diese schnell einen umfangreichen Wortschatz und können ihre Wünsche, Bedürfnisse und Einstellung gut artikulieren. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Kinder durchaus mit Kritik an der eigenen Person umgehen können, was zunehmend anderen Kindern heute schwerfällt. Außerdem werden sie kompromissbereiter. Wird ein Kind im demokratischen Erziehungsstil großgezogen, zeigt es meist viel Lernbereitschaft und Leistung. Es ist spontan und bringt sich ein. Die Kinder sind ausgeglichen.

Ohne dass die Eltern jedoch sehr viel Zeit und vor allem unendlich Geduld aufbringen, wird der demokratische Erziehungsstil nicht erfolgversprechend sein. Des Weiteren neigen auf diese Weise erzogene Kinder dazu, alles auszudiskutieren. Dieses wird von Außenstehenden nicht selten als respektloses Verhalten und mangelnde Autorität wahrgenommen, denn aufgestellte Regeln werden nicht ausschließlich ohne Widerspruch hingenommen, sondern analysiert. Daher sind sozial integrative Probleme nicht ausgeschlossen.

Der demokratische Erziehungsstil wird zumindest in großen Teilen von den meisten Eltern heute bewusst oder sogar unbewusst angewandt. Die Reinform eines einzelnen Erziehungsstils gibt es nur selten. Dennoch hat sich der demokratische Stil bei vielen Familien durchgesetzt. Die Zufriedenheit und die emotionale Kompetenz der Kinder gibt den Eltern in der Regel Recht.
Text: C. D. / Stand: 11.04.2019

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