PEKiP - Kurse zur Frühförderung von Babys

Mutter und Baby
Pekip - Das Prager Eltern-Kind-Programm - Foto: © kerkezz

Wenn Paare zum ersten Mal Eltern werden, sind sie oftmals unsicher, wie sich das erste Lebensjahr ihres Kindes gestalten wird und worauf sie achten sollten. Um jungen Eltern hilfreich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, gibt es deshalb verschiedene Kurse, wie beispielsweise PEKiP, das Prager Eltern-Kind-Programm.

Was ist PEKiP?

Bei PEKiP handelt es sich um ein spezielles Programm zur Frühförderung von Babys, das auf die Arbeiten des Prager Psychologen Jaroslav Koch zurückgeht. Koch forschte in der Mitte des letzten Jahrhunderts insbesondere zum Thema Entwicklung von Kindern in ihrem ersten Lebensjahr und verfasste unter anderem die Bücher "Erziehung des Kindes durch Bewegung" und "Erziehung des Kindes in der Familie". Erste Arbeiten zur neuropsychischen Entwicklung von Babys und Kleinkindern hatte er allerdings bereits 1953 verfasst. Die Forschungsergebnisse von Koch dienten der Psychologin Christa Ruppelt und dem Sozialwissenschaftler Hans Ruppelt als Basis für ein Programm für die Gruppenarbeit mit Babys und ihren Eltern. Ab 1978 wurde dieses Programm vom Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) in sein Fortbildungsprogamm aufgenommen. Seit 1988 existiert der Verein PEKiP e. V., der seitdem Sozialpädagoginnen oder andere pädagogische Fachkräfte beruflich zur PEKiP-Gruppenleiterin fortbildet.
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Wie läuft das Programm ab und welchen Nutzen haben Babys und Eltern davon?

Durch PEKiP soll die Beziehung zwischen Babys und Eltern in den ersten Lebensmonaten gefördert werden. Außerdem sollen Eltern durch den Kurs ihre Erziehungskompetenz stärken, die Bedürfnisse ihres Kindes erkennen und ein vertieftes Verständnis für dessen Entwicklung bekommen. Hierbei werden sie durch eine ausgebildete PEKiP-Gruppenleiterin oder einen Gruppenleiter unterstützt. Die PEKiP-Kurse finden in kleinen Gruppen von maximal acht Erwachsenen und ihren Kindern statt und dauern in der Regel jeweils neunzig Minuten. Begonnen wird in der Regel ab der vierten bis sechsten Lebenswoche des Babys. Während der Kurszeit stehen die Anregung aller Sinne durch Spiele, Singen, Bewegungsübungen und anderes im Mittelpunkt. Da die Babys während der Zeit des Kurses nackt sein sollen, um sich freier bewegen zu können, findet dieser in einem warmen und angenehmen Raum statt. Außerdem werden die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt und es wird nicht zu bestimmten Aktivitäten gezwungen. Einige Psychologen und Sozialwissenschaftler sehen die Frühförderung durch PEKiP allerdings kritisch und befürchten eine Reizüberflutung des Kindes.
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Wo wird PEKiP angeboten und wer übernimmt die Kosten?

PEKiP wird in Deutschland von verschiedenen Einrichtungen angeboten, zum Beispiel von Hebammenpraxen, Nachbarschafts- und Selbsthilfezentren, Geburtshäusern und dem DRK (Deutsches Rotes Kreuz). Der PEKiP e. V. berichtet, dass es derzeit rund 1.800 Institutionen gibt, die die Kurse durchführen. Außerdem bietet der Verein auf seiner Website eine Suchmaske an, um PEKiP-Angebote in der Nähe des Wohnortes leichter zu finden. Die Kosten für PEKiP müssen in vielen Fällen von den Eltern übernommen werden. Es gibt jedoch Krankenkassen, die die Kursgebühren im Anschluss nach Vorlage der Kursbescheinigung zurückerstatten oder PEKiP im Rahmen eines Bonusprogramms bezahlen. Vor der Buchung des Kurses lohnt es sich daher, mit der eigenen Krankenkasse Rücksprache zu halten.
Text: H. J. / Stand: 13.06.2018

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