Baby pucken

Baby pucken
Baby pucken bedeutet das Baby fest einwickeln - Foto: © S.Kobold

In diesem Artikel erfahren Sie was pucken bedeutet, welche Risiken es birgt und wie man es richtig macht:

Pucken für ruhigeren Schlaf? Tipps für Eltern

Schreit das Baby während seiner ersten Lebensmonate ständig und kommt es auch in der Nacht nicht zur Ruhe, stellt das eine große Belastung für frischgebackene Eltern dar. (Lesen Sie auch: Schreibabys beruhigen) Eine mögliche Lösung soll das Pucken bieten. Hier wird das Baby fest in ein Tuch gewickelt, was eine beruhigende Wirkung haben kann. Ohne vorheriges Informieren aber sollten Eltern nicht mit dieser Technik beginnen.

Enges Einwickeln: Worin liegt der Sinn?

Das Pucken von Babys ist in einigen Regionen der Welt üblich. Hierzulande jedoch sind sich Eltern unsicher, ob diese Methode tatsächlich sinnvoll für ihr Kind ist. Grundsätzlich kann das Pucken tatsächlich beruhigend wirken. Das liegt daran, dass viele Babys ohne die gewohnte Enge aus dem Mutterleib schneller unruhig werden. Durch das Einwickeln in ein Tuch simulieren Eltern diese räumliche Begrenzung. Hinzu kommt, dass der sogenannte Moro-Reflex, das plötzliche Bewegen der Ärmchen, Babys aufwecken kann und durch das Wickeln unterdrückt wird. Daher empfehlen viele Hebammen Eltern mit Schreibabys oder sehr unruhigen Kindern, diese zu pucken.
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Bis zu welchem Alter Babys pucken?
Gepuckt werden sollten Babys jedoch maximal bis zum Ende des vierten Lebensmonats und nur dann, wenn sie schlafen sollen.

Wie funktioniert das Pucken?

Wie ein Baby gepuckt werden kann, ist unterschiedlich. So besteht die Möglichkeit, ein etwa achtzig mal achtzig Zentimeter großes Tuch zu nehmen und das Baby mit Hilfe einer speziellen Technik einzuwickeln. Hierfür wird eine Spitze des Tuchs eingeschlagen und das Baby so daraufgelegt, dass der Körper auf dem Tuch liegt, während sich der Kopf außerhalb befindet. Anschließend wird zunächst die rechte Seite über den Körper des Kindes gelegt und unter den Rücken gesteckt. Es folgt das Hochklappen der unteren Ecke und anschließend das Umwickeln des Babys mit der linken Seite des Tuchs. Am Schluss ist der Körper des Babys so eingewickelt, dass seine Arme eng am Oberkörper anliegen. Da das Pucken nicht einfach ist, sollten sich Eltern die Wickeltechnik in jedem Fall von einer erfahrenen Hebamme zeigen lassen. Alternativ gibt es inzwischen auch sogenannte Pucksäcke oder Tücher, bei denen das Baby mit Hilfe von Druckknöpfen oder Klettverschlüssen eingewickelt werden kann. Sie eignen sich für Eltern, die mit der Wickeltechnik nicht gut zurechtkommen und ihr Kind dennoch pucken möchten.

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Mögliche Risiken und wie Eltern ihnen begegnen können

Das Pucken ist, auch wenn die beruhigende Wirkung bereits nachgewiesen werden konnte, nicht unumstritten. Vor allem Kinderärzte warnen regelmäßig davor, diese Technik unbedacht einzusetzen, da die Gesundheit des Babys unter Umständen in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.
Gefährlich werden kann es beim Pucken, wenn das Baby Fieber hat oder in einer besonders warmen Umgebung schlafen soll. Dann entsteht unter dem Tuch schnell ein Hitzestau, der lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Babys sollten daher nur dann gepuckt werden, wenn sie gesund sind und es nicht zu heiß ist.
Auch die Reifung der kindlichen Hüfte kann durch falsches Pucken beeinträchtigt werden. Babys nehmen in den ersten Monaten die Sitz-Hock-Stellung ein, bei der die angehockten Beinchen gespreizt werden. Pucken Eltern ihr Kind im Bereich der Hüfte zu fest, kann diese Stellung nicht mehr eingenommen werden, was die Reifung der Hüfte verhindert. Langfristig kann es so zu einer Hüftdysplasie oder anderweitigen Fehlstellungen kommen. Daher empfiehlt es sich, nicht mit einem klassischen Tuch zu wickeln, sondern lieber Pucksäcke zu verwenden, bei denen nur der Oberkörper umwickelt wird, während sich die Beine frei bewegen können.

Zusätzlich gilt: Babys sollten niemals zu fest gepuckt werden. Es ist entscheidend, dass sie unter dem Tuch unbeeinflusst atmen können. Wer sein Kind zu stramm einwickelt, riskiert damit nicht nur eine Unterversorgung mit Sauerstoff, sondern kann auch Schädigungen der empfindlichen Nerven begünstigen. Erneut wird deutlich, dass das Pucken nur nach vorheriger Absprache mit dem Kinderarzt oder einer Hebamme und ausschließlich nach deren Anleitung und Empfehlung vorgenommen werden sollte.
Text: A. W. / Stand: 12.02.2019

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