Innenausbau selber machen?

Tipps für Bodenbelag, Wände und Licht

Der Rohbau steht, das Dach ist gedeckt und die Fenster und Türen sind eingebaut.

Jetzt ist es Zeit für den Innenausbau. Diese Periode ist zugleich die längste während der gesamten Bauphase und verlangt von Bauherren und Handwerkern so einiges an Zeit und Investitionen. Viele zukünftige Eigenheimbesitzer arbeiten beim Innenausbau aktiv mit. Oftmals ist das problemlos möglich, doch bei bestimmten Arbeiten sollte trotzdem nicht auf das Fachwissen der Profis verzichtet werden. Denn kleine Fehler können sich schnell rächen und die am Ende eingesparten Euros durch die Eigenleistungen summieren sich im Fall des Falles zu einer recht großen Summe, wenn Nacharbeiten notwendig werden.

Nachdem eventuell geplante Trockenbauwände eingezogen wurden steht als nächster Schritt die Verlegung der Rohrsysteme und Leitungen der zukünftigen Sanitär- und Elektrotechnik an. Tipp: planen Sie ausreichend Steckdosen ein und überlegen Sie genau, an welcher Stelle im Haus diese benötigt werden! Das Leitungssystem für die Fußbodenheizung wird ebenfalls verlegt und anschließend wird Estrich aufgebracht, um Unebenheiten auszugleichen und einen glatten Untergrund zu schaffen. Die Trockenzeiten des Estrichs variieren je nach verwendetem Material und können zwischen zwei und vier Wochen liegen. Bauherren bekommen von ihrem Bauunternehmen genaue Hinweise, ab welchen Zeitpunkt und in welchen Abständen sie in dieser Zeit das Haus lüften müssen und ob eine zusätzliche Maßnahme, wie das Trockenheizen, angebracht ist. Danach können die Sanitärobjekte eingebaut werden. Nun ist auch die Zeit gekommen um die ausgewählten Bodenbeläge zu verlegen.

Fliesen, Laminat, Parkett, Kork oder Teppichboden?

Die meisten Häuslebauer lassen das Badezimmer, das Gäste-WC und die Küche fliesen. Auch beim Flur fällt die Entscheidung häufig auf Fliesen oder Feinsteinzeug, da diese Bodenbeläge sehr robust und zudem pflegeleicht sind. Im Wohnbereich sowie in den Schlafräumen fällt die Wahl meist auf Parkett oder Laminat. Beide Varianten vermitteln einen warmen Charakter und lassen sich schnell und unkompliziert reinigen. Teppichböden werden dagegen recht selten verlegt. Viel eher nutzen die Eigentümer die Möglichkeit, mit verschiedenen Teppichen Wohnlichkeit zu vermitteln. Als natürliche Alternative ist der Kork besonders unter Öko-Anhängern sehr beliebt. Kork ist ein sehr warmes Material, welches gern in Kinderzimmern verlegt wird. Wichtig zu wissen: ist eine Fußbodenheizung geplant, so muss der verwendete Bodenbelag darauf angepasst werden. Entscheidend ist hierbei der Wärmedurchlasswiderstand.

Wandgestaltung - Strukturputz, Tapete oder einfach streichen?

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und so hat wohl jeder Hausbesitzer seine eigenen Vorstellungen in Sachen Wandgestaltung. Der Innenputz kann so fein sein, dass darauf problemlos eine Wandfarbe gestrichen werden kann. Ein mehr oder minder strukturierter Putz setzt Akzente und bietet sich besonders im Wohnbereich als Alternative zur Tapete an. Ob die Wände weiß oder farbig sein sollen, ist ebenfalls eine Frage der persönlichen Vorlieben. Kleine Räume profitieren von eher hellen Farben und große Wohnbereiche vertragen auch schon einmal kräftigere Töne. Edel und akzentuiert wirkt es, wenn nur eine Wand farbig gestrichen wird.

Lichtquellen

Ein nicht zu unterschätzender Wohlfühlfaktor ist das Licht. Arbeitsbereiche, wie etwa die Küche, das Büro oder der Schreibtisch im Wohnzimmer müssen ausreichend hell ausgeleuchtet werden können. Zusätzliche Schreibtischlampen oder eine direkte Arbeitsbeleuchtung sind häufig sinnvoll. Als sehr angenehm wird die Möglichkeit des Dimmen des Lichtes empfunden. Abends verbreitet eine eher warme Lichtquelle Behaglichkeit und vermittelt ein Gefühl des Zuhauseseins. Sind Sie sich unsicher, welche Art der Beleuchtung für Ihr Haus in Frage kommt, so können Sie die Hilfe eines Lichtberaters in Anspruch nehmen. Lichtberater sind Profis in Sachen Raumbeleuchtung und finden mit Ihnen gemeinsam individuelle Lösungen.

Was gehört noch zum Innenausbau?

  • Treppenbau inkl. Geländer
  • Innentüren einbauen
  • Küche einbauen
  • Wandverkleidungen und Dämmung
  • Deckenbeläge
  • Kamin einbauen

Der Innenausbau eines Hauses ist eine spannende Zeit. Damit sich am Ende die gesamte Familie im neuen Heim zuhause fühlt, sollten die notwendigen Planungen mit großer Sorgfalt geschehen. Anregungen und Ideen finden Sie beispielsweise in diversen Musterhäusern, Badausstellungen und Möbelhäusern.
Text: K. L. / Stand: 27.07.2019

Was tun, wenn die Nachbarn sich über Baulärm beschweren?

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