Ein Haus entsteht

Ein Haus im Rohbau
Wie entsteht ein Haus? - Foto: © Daniel Bujack

Wie entsteht ein Haus?

Ein eigenes Haus ist eine Investition für die Zukunft. Ca. 32 Prozent aller Bundesbürger erfüllen sich im Laufe ihres Lebens den Traum von den eigenen vier Wänden.

Sie möchten nicht länger Miete zahlen und die oftmals recht großen Einschränkungen einer Mietwohnung in Kauf nehmen. Doch bis es soweit ist, vergehen oft viele Monate. Die Suche nach einem passenden Grundstück und einem geeigneten Bauunternehmen kann sehr zeitaufwendig sein. Doch irgendwann ist es dann soweit: der Bagger rollt an und die ersten Erdarbeiten beginnen.

Der Rohbau ist schnell errichtet

Egal für welchen Haustyp die Entscheidung gefallen ist: zuerst muss der Baugrund so vorbereitet werden, dass die eigentlichen Bauarbeiten beginnen können. Der Raum für den Keller muss ausgehoben, oder, wenn das Haus auf einer Bodenplatte errichtet wird, die Gründung dafür aufgebracht und verdichtet werden. Ist die Basis geschaffen, so können die Maurer ans Werk. Die meisten Bauherren wünschen sich ein massives Haus und dank der relativ großen Steine dauert es nicht lange, bis das Erdgeschoss errichtet ist. Im gleichen Atemzug werden auch die Innenwände gemauert, so dass man recht schnell einen Eindruck vom zukünftigen Zuhause bekommt. Bald darauf kommt der Kran und bringt die einzelnen Deckenelemente, welche zeitnah mit Beton vergossen werden. Ist die Decke getrocknet, so wird das Obergeschoss hochgezogen. Nach den notwendigen Mauerarbeiten rücken die Zimmerleute an, welche den Dachstuhl errichten. Das alles dauert in der Regel maximal zwei bis vier Wochen. Bei Fertigteilhäusern ist mit einer Rohbauzeit von bis zu 14 Tagen zu rechnen.

Zeit für das Richtfest

Der Rohbau ist die Zeit, in welcher der Baufortschritt am schnellsten sichtbar ist. Die zukünftigen Hauseigentümer verfolgen jeden Tag gespannt die Bauarbeiten und freuen sich über jede Ziegelreihe, welche gemauert wird. Ist erst einmal der Dachstuhl errichtet, so ist es Zeit für das lang ersehnte Richtfest. Handwerker, Vertreter des Bauunternehmens, Freunde und Verwandte feiern gemeinsam mit den Bauherren die Erstellung des Rohbaues. Ein schöner Brauch, welcher bis in das Mittelalter zurückreicht und bei dem der Zimmermann das Haus segnet und den Besitzern Alles Gute wünscht.
[Mehr Tipps für das Richtfest]

Dach, Fenster und Türen

Das Dach muss nun schnell geschlossen werden, daher rücken als nächstes die Dachdecker an. Sie bringen die Unterspannbahnen am Gebälk an und decken das Dach mit den ausgewählten Dachziegeln beziehungsweise Betondachsteinen ein. Fenster und Türen wurden im Vorfeld vom zuständigen Fensterbauer bestellt und können nun eingebaut werden. Bis auf eine eventuelle Dämmung und den Außenputz, welcher in der Regel erst dann angebracht wird, wenn die Putzer im Inneren des Hauses tätig sind, ist das eigene Heim nun von außen betrachtet fast fertig.

Innenausbau

Jetzt folgt der Innenausbau. Dieser nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch als der Rohbau. Der Elektriker kümmert sich um die künftige Stromversorgung, Wasserleitungen werden verlegt, Sanitärelemente eingebaut und der Estrich gegossen. Trockenbauwände werden erstellt, es wird geputzt gefliest und gemalert. Viele Bauherren sehen beim Innenausbau die Möglichkeit, sich selbst aktiv am Bau zu beteiligen. Zum einen lässt sich so Geld sparen, und zum anderen ist es einfach ein schönes Gefühl, selbst an den eigenen vier Wänden mitgearbeitet zu haben. Damit die Eigenleistungen nicht mit den Arbeiten der angestellten Handwerker kollidieren, ist es notwendig, einen genauen Ablaufplan zu erstellen. [Weitere Tipps zum Innenausbau selber machen]

Kinder auf der Baustelle

Ein Haus zu bauen - das ist auch immer eine spannende Zeit für die Kinder der Bauherrenfamilie. Besonders Jungen sind total fasziniert, wenn der Tieflader nebst Bagger und der Betonmischer anrollen und ihre Arbeit verrichten. Der große Kipper mit dem Frostschutz - wie beeindruckend! Und dann erst der Kran und die Betonpumpe! Am liebsten wären sie mittendrin dabei, doch aus Gründen der Sicherheit ist es absolut notwendig, gebührenden Abstand zur Baustelle zu halten. Sie als Eltern haben die Verantwortung für Ihren Nachwuchs und haften im Falle eines Unfalles. Aus einigen Metern Entfernung können die lieben Kleinen jedoch sicher das Geschehen am Haus beobachten und mit ihrem eigenen Fotoapparat Bilder von der Baustelle knipsen.

Das private Bautagebuch

Als schöne Erinnerung an die Bauzeit legen viele Familien ein privates Bautagebuch an. Hier wird all das notiert, was wichtig ist. Wann war der Grundstückskauf? Wann wurde die Bodenplatte gegossen? Wann fand das Richtfest statt? All diese Ereignisse werden natürlich mit Bildern dokumentiert, so dass der Entstehungsprozess des eigenen Hauses auch später noch lückenlos nachvollzogen werden kann. Daher unser Tipp: auch wenn es in der Zeit des Hausbaues häufig "drunter und drüber" geht und sich die Ereignisse überschlagen - machen Sie sich von Anfang an Notizen zum jeweiligen Geschehen auf der Baustelle und benennen Sie Ihre Fotos mit einer entsprechenden Bezeichnung.
Text: K. L. / Stand: 13.07.2017

Was tun, wenn die Nachbarn sich über Baulärm beschweren?

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