Lärmbelästigung durch Nachbarn

Nachbarn streiten sich wegen Lärm
Lärmbelästigung durch Nachbarn - Was tun? - Foto: © Piotr Marcinski

Es ist 2 Uhr in der Nacht. Verzweifelt versucht der 46-jährige Thomas in den Schlaf zu finden. Doch über ihm feiern die Mieter ausgelassen eine Party. Schon die Dritte innerhalb von nur einem Monat - irgendwann ist Schluss mit der Geduld. Ob ausufernde Feten, schreiende Kinder, bellende Hunde oder die Übungsstunden auf dem Klavier - Nachbarn produzieren nicht selten Lärm, welcher an den eigenen Nerven zerrt.
Erfahren Sie hier was Sie gegen Nachbarschaftslärm tun können:

Nachbarn als Lärmquellen

Das Wohnen in einem Mietshaus erfordert von allen Parteien gegenseitige Rücksichtnahme.

Frau hält sich die Ohren zu
Was tun, wenn der Nachbar mal wieder
zu laut ist? - Foto: © roboriginal
Zwar gelten auch hier die gesetzlichen Ruhezeiten, doch in der Praxis dringt dennoch häufig Lärm durch die Wände, welcher als sehr störend empfunden wird. Dabei muss gesagt werden, dass sich viele Nachbarn der von ihnen hervorgerufenen Geräuschkulisse vermutlich gar nicht bewusst sind. Im eigenen Alltagstrott und mit einem Kopf voller Gedanken belastet bemerkt der eine oder andere vielleicht gar nicht, dass es die Mieter nebenan stört, wenn das eigene Kind mittags um 12 mit seinem Rutscheauto ein Rennen durch die Wohnung veranstaltet oder der Schleudergang der Waschmaschine spät am Abend für Unruhe sorgt. In der Gesellschaft herrscht auch beim Thema Lärmbelästigung immer noch ein Schubladendenken. Oft werden Jugendliche für übermäßigen Krach verantwortlich gemacht - doch störende Geräusche durch die Nachbarn sind wirklich in allen Altersgruppen zu finden. Es sind auch nicht nur der Punk mit den zerrissenen Klamotten oder der Student mit den langen Haaren, welche die Ruhezeiten ignorieren. Auch des Rentners bellender Dackel oder die laut aufgedrehte Volksmusik der schwerhörigen Oma Gerda können Anlass für Ärger mit den Nachbarn sein.
Egal wo der Krach her hommt, Lärmbelästigung durch Nachbarn nervt ohne Ende! Das können Sie tun:

Kinderlärm

Das neugeborene Baby brüllt sich nachts mal wieder die Seele aus dem Leib. Die Geschwisterkinder streiten sich lautstark, obwohl sie schon längst schlafen sollten. Der Nachbarsjunge hat den halben Kindergarten zum Geburtstag eingeladen und alle Kids sind nun fröhlich am Fangen spielen und rennen kreischend durch die Wohnung. Kinderlärm erfordert nicht nur von den Eltern Nerven, sondern kann andere Mieter wirklich zur Weißglut bringen. Egal wodurch der Lärm verursacht wird - suchen Sie das klärende Gespräch mit dem betreffenden Nachbarn. Oftmals finden sich Kompromisse, mit denen beide Parteien leben können. Die Mutter des schreienden Babys kann ihren kleinen Liebling vielleicht nachts im Wohnzimmer statt im Schlafzimmer trösten, so dass die Mieter darunter etwas mehr Ruhe haben. Und die rennenden Kleinkinder dürfen eventuell in der Mittagspause leise eine Kindersendung schauen anstatt alle anderen zu stören. Mehr zum Thema Kinderlärm

Lärmbelästigung durch Partys und laute Musik beim Nachbarn

Im Gegensatz zu einem hilflosen kleinen Kind ist störender Lärm durch Partys oder zu laut aufgedrehte Musik durchaus vermeidbar. Die meisten Nachbarn sehen darüber hinweg, wenn solche Situationen nicht allzu oft auftreten. Schließlich feiert man selbst mal Geburtstag oder sitzt mit Freunden in fröhlicher Runde zusammen und dabei geht es dann lauter zu. Nehmen Partys und laute Musik allerdings überhand, so scheuen Sie sich nicht bei den Störenfrieden zu klingeln und sie auf die Einhaltung der Ruhezeiten hinzuweisen. Als letzte Möglichkeit kann bei dieser Art Nachbarschaftslärm natürlich auch die Polizei eingeschaltet werden, doch machen Sie sich bewusst, dass dieser Schritt meist im Nachhinein noch viel mehr Ärger und Frust mit sich bringt und ein gutes Miteinander mit den Nachbarn dann fast unmöglich wird.
Mehr zum Thema Partylärm

Lärmbelästigung durch Haustiere des Nachbarn

Wenn Mieze Clara stundenlang an der Tür kratzt und erbärmlich miaut oder der Labrador der Nachbarin den halben Tag bellt, weil sein Herrchen auf Arbeit ist und er meint, er muss jeden, der durchs Treppenhaus läuft, mit lautem Bellen vertreiben - dann ist Ärger mit den anderen Mietern vorprogrammiert. Haustiere gehören neben lärmenden Kindern zu den häufigsten Streitpunkten in Bezug auf störende Geräuschkulissen in Mietshäusern. Wie bei anderen Situationen kann auch hier ein klärendes Gespräch mit den Nachbarn angebracht sein. Vielleicht weiß dieser ja gar nicht, dass sein Vierbeiner solch einen Radau veranstaltet und damit alle anderen nervt. Eventuell kann er tagsüber eine Betreuung für sein Haustier arrangieren oder zumindest eine Person in die Wohnung bestellen, welche sich stundenweise um das Tier kümmert.
Mehr zum Thema Krach durch Haustiere

Musikinstrumente - Übung macht den Meister

Dong, Dong, Dong... immer wieder erklingt dieselbe Liedpassage auf dem Klavier. Die Tochter der Nachbarin absolviert ihre tägliche Übungsstunde und haut dabei mächtig in die Tasten. Auch die ersten Versuche auf der Geige oder die Stimmübungen des Opernsängers werden oft als störend empfunden. Ob Anfänger oder Profi - jeder Musiker muss üben, um sich auf seinem Gebiet weiter zu entwickeln. Doch ein voll aufgerissener Verstärker an der E-Gitarre oder Übungseinheiten am Schlagzeug bringen selbst Musikliebende Menschen zur Verzweiflung. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten gibt es in Punkto Hausmusik meist auch eine Vorgabe im Mietvertrag. In gewissem Maße müssen Nachbarn den Gebrauch von Musikinstrumenten also tolerieren. Wenn Sie sich durch die Hausmusik des Nachbarn gestört fühlen, so laden Sie doch das musikalische Talent mal auf eine Tasse Kaffee ein und sprechen Sie Ihr Problem an. Musiker sind meist nette Menschen und vielleicht ist der Nachbar ja bereit, nicht gerade dann zu üben, wenn Sie aus der Nachtschicht kommen und schlafen möchten.
Mehr zum Thema Lärm durch Hausmusik

Nachbarschaftslärm durch Rasenmäher, Laubsauger & Co

Kaum hat man es sich auf der Terrasse gemütlich gemacht, beginnt der Nachbar mit dem Rasenmähen. Oder er nimmt die Kreissäge in Betrieb... Auch das lästige Geräusch des Laubsaugers oder der elektrischen Heckenschere können die geplante Entspannung massiv stören. Lärmbelästigungen durch Garten- oder Heimwerkerarbeiten kommen in der Eigenheimsiedlung genauso vor wie im Mietshaus mit Gartenanteil. Auch hier gelten natürlich wieder die Ruhezeiten, in denen übermäßiger Lärm vermieden werden muss. Fühlt man sich außerhalb dieser Zeiten gestört, so bleibt einem nur die Wahl zurück ins Haus zu gehen und Türen sowie Fenster zu schließen, um den Krach von draußen zumindest abzudämpfen. Oder aber Sie raffen sich auf und mähen just zur selben Zeit ihren Rasen vor dem Haus...
Mehr zum Thema Lärm im Garten

Immer dort, wo Menschen zusammen wohnen, kann es zu störenden Lärmbelästigungen kommen. Doch bevor Sie mit dem Gesetzestext unter dem Arm bei Ihren Nachbarn erscheinen, versuchen Sie doch erstmal mit dem Störenfried auf freundliche Art und Weise in Kontakt zu kommen.
Erst wenn reden nicht hilft sollten Sie wegen Nachbarschaftslärm die Polizei oder das Ordnungsamt rufen! Text: K. L. / Stand: 04.06.2019

[Bei Fragen zum Thema Lärmbelästigung durch Nachbarn wenden Sie sich bitte an einen Anwalt. Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

In unserem Verzeichnis finden Sie auch einige Anwälte für Mietrecht, die Ihnen sicher weiterhelfen können.

[ Zum Seitenanfang ]

Mehr zum Thema Wohnen