Lärmbelästigung durch Baulärm des Nachbarn

Was tun gegen Baulärm vom Nachbarn?

Endlich: Es ist Samstagvormittag und dem genüsslichen Ausschlafen früh morgens stünde nichts im Wege, wenn da nicht der Nachbar nebenan neues Laminat in seiner Wohnung verlegen würde. Auf "Baulärm" vom Nachbarn könnte natürlich jeder getrost verzichten, dennoch lässt sich eine gewisse Geräuschkulisse oft nicht vermeiden.

Baulärm ist nicht gleich Baulärm

Genaugenommen sieht das Gesetz Lärm durch Baumaschinen und Umbaumaßnahmen nur als Baulärm, wenn sie durch ein gewerbliches Unternehmen verursacht werden. Werkelt der Nachbar mit dem Trennschleifer in seiner Wohnung, so gilt dies hingegen als Nachbarschaftslärm. Dementsprechend gelten auch unterschiedliche Richtlinien für die Lärmbelästigung. Wird zum Beispiel eine Wohnung im Rahmen einer Modernisierung komplett saniert (und z. B. Schimmel beseitigt), so gilt hierfür das Bundes-Immisionsschutzgesetz (BImSchG). Führt der Nachbar eigenständig Baumaßnahmen durch, so können verschiedene Verordnungen der Kommunen oder die Hausordnung greifen.

Baulärm in Ruhezeiten - Samstag, Sonntag und an Feiertagen

Rattert die Rüttelplatte unterm Schlafzimmerfenster, mauern Bauarbeiter fleißig nebenan oder werden die Fliesen in der Nachbarwohnung neu verlegt, geht dies zwangsläufig mit Lärm einher. Ziel jedes Bauherrn sollte es dennoch nicht nur von Gesetz wegen sein, so weit wie nur möglich Rücksicht auf die Nachbarn zu nehmen. Je nach Baugebiet gelten laut Gesetz unterschiedliche Regeln für Immissionswerte, die von der Baustelle ausgehen dürfen. So kommen neben schutzbedürftigen Anlagen wie Krankenhäusern oder Kurkliniken andere Vorschriften zum Tragen, als beispielsweise in einem Gewerbegebiet. Außerdem wird den Bauherren in der Baugenehmigung mitgeteilt, wann sie Ruhezeiten einzuhalten haben bzw. welchen Geräuschpegel sie nicht überschreiten dürfen. Gänzlich abwenden lässt sich der Baulärm nur, wenn die Vorschriften der Ruhezeiten mehrfach vernachlässigt oder weit überschritten werden. Dann folgen eventuell Bußgelder des Ordnungsamtes aufgrund einer Ordnungswidrigkeit sowie Auflagen, den Lärm zu mindern oder gerichtliche Anordnungen. Das Schließen der Baustelle ist nur eine Extremmaßnahme und kommt äußerst selten vor. Weitere Infos zum Thema Hausbau

Kulanz und Nachsicht gehören zu Baumaßnahmen

Auch wenn sich Bauherren noch so bemühen, können sie nicht allen Lärm verhindern. Meist versuchen sie frühestmöglich mit Betroffenen das Gespräch zu suchen und um Verständnis zu werben. Transparenz schaffen und Anwohner vorher über die Baumaßnahmen zu informieren, sowie unnötigen Baulärm zu vermeiden sind Maßnahmen, die zahlreiche Bauherren mit Erfolg durchführen.

Langfristige Lärmbelästigung durch Baustellen in der Nachbarschaft

Gerade im Rahmen der energetischen Sanierung vieler Bauten, müssen Mieter dauerhaft Baulärm in Kauf nehmen. Wird dieser zu einer unzumutbaren Belastung, kann die Miete unter Umständen gemindert werden. Auskunft und Beratung dazu geben zahlreiche Mieterschutzvereine.

Das Gespräch mehrfach suchen

Fühlen Sie sich durch die Baumaßnahmen des Nachbars belästigt, sollten Sie zunächst das Gespräch mit dem Leiter der Baustelle oder dem Bauherren selbst suchen. Auch der Kontakt zum Bauunternehmen kann mitunter hilfreich sein, denn eventuell lassen sich beispielsweise in der Zeit des Mittagsschlafs der Kinder andere weniger lärmintensive Arbeiten erledigen. Erst wenn das Gespräch mehrfach keine Besserung der Situation herbeigeführt hat, ist es angebracht, das Ordnungsamt einzuschalten.

In der Regel finden Baumaßnahmen zeitlich begrenzt statt, dies ist ein Trost: denn irgendwann ist jede Baustelle abgeschlossen. Bis dahin heißt es viel Geduld aufbringen. Denn schließlich sind die eigenen vier Wände auch nicht geräuschlos errichtet worden.
Text: C. D. / Stand: 27.07.2019

[Bei Fragen zum Thema Nachbarschaftsstreit wenden Sie sich bitte an einen Anwalt. Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

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