Kindersicherer Haushalt

Text: O. K. / Zuletzt aktualisiert: 14.07.2019

Kleinkind fasst in eine Steckdose
In einem kindersicheren Haushalt sind die Steckdosen mit einer Kindersicherung versehen - Symbolbild: © Africa Studio - stock.adobe.com

So gestalten Sie Wohnung kindersicher

Für kleine Kinder lauern im eigenen Zuhause häufig mehr Gefahren als im Straßenverkehr. Das belegen auch die Zahlen der Krankenversicherer: Rund 200.000 Kinder unter sechs Jahren verletzen sich jedes Jahr im Haushalt so schwer, dass eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist. Dabei ließen sich viele dieser Unfälle durch Aufklärung und Präventionsmaßnahmen vermeiden. Mit unserem Ratgeber möchten wir Sie unterstützen, Gefahrenquellen im Haushalt zu erkennen und auszuschalten und Ihren Nachwuchs für die Risiken im eigenen Zuhause zu sensibilisieren.

Haushalt schon vor der Geburt kindersicher machen

Sobald sich Nachwuchs ankündigt, sollte Sie sich mit dem Thema kindersichere Wohnung auseinandersetzen. Denn schon im Säuglingsalter steigt das Risiko für Unfälle im Haushalt rasant an. Grund ist die rasche Entwicklung, die Kinder in den ersten zwölf Lebensmonate durchmachen. Durch sie wird der Nachwuchs täglich mobiler und entwickelt immer mehr Neugier an seiner Umwelt. Nach drei Monaten beginnen sich Kinder zu rollen und auf den Bauch zu drehen und nur zwei Monate später sind sie in der Lage, nach Gegenständen zu greifen und sie sich in den Mund zu stecken. Spätestens jetzt sollten das Kinderzimmer und der Rest der Wohnung kindersicher sein.

Gefahrenquelle Strom

Im Haushalt ist Strom allgegenwärtig und stellt für kleine Kinder eine häufig unterschätzte Gefahr dar. Besonders in der Krabbelphase üben Kabel und Steckdosen eine magische Anziehungskraft auf die Kleinen aus. Sie befinden sich oftmals auf Augenhöhe, sind für Kinderhände leicht zu erreichen und laden in einem unbeobachteten Moment zum Experimentieren ein. Im schlimmsten Fall mit ernsten Folgen für die Gesundheit, denn defekte Isolierungen, ungesicherte Steckdosen und unsachgemäß angebrachte Stecker bergen das Risiko eines elektrischen Schlags. Das gilt auch für intakte Geräte wie Föhn, Rasierer oder Pürierstab: Sind sie mit dem Stromnetz verbunden und geraten beim Spielen ins Wasser oder werden mit Flüssigkeit übergossen, besteht akute Lebensgefahr.
Im günstigsten Fall verhindert der sogenannte FI-Schutzschalter, dass Stromunfälle im Haushalt mit schweren Verletzungen oder gar tödlich enden. Die Sicherung unterbricht den Stromkreislauf, sobald sie kleinste Abweichungen in der Stromspannung feststellt, wie sie beispielsweise beim Kontakt eines Föhns mit Wasser entstehen. Ist Ihr Haus nicht mit einem FI-Schutzschalter ausgerüstet, besteht die Möglichkeit, ihn nachrüsten zu lassen. Blind auf seine Funktion verlassen sollten Sie sich jedoch nicht. Besser ist, Sie sorgen vor, damit es erst gar nicht zu Stromunfällen kommt.

Kabel und elektrische Geräte sichern

  • Entfernen Sie nicht benötigte Mehrfachstecker und Verlängerungskabel
  • Prüfen Sie Kabel und Stecker auf Beschädigungen und tauschen Sie sie ggf. aus
  • Ziehen Sie bei unbenutzten Geräten in Küche und Bad grundsätzlich den Stecker
  • Lassen Sie kleine Kinder nie mit elektrischen Geräten wie einem Föhn allein

Steckdosen vor Kinderhänden sichern

Mit einer Steckdosensicherung verhindern Sie, dass Ihr Kind mit seinen Fingern oder spitzen Gegenständen in die Steckdose gelangt. Neben einfachen Sicherungen, die Sie in die Steckdose stecken oder kleben, gibt es für ältere und fingerfertige Kinder auch abschließbare Varianten. Bei allen Sicherungen ist die Steckdose zuverlässig vor Kinderhänden geschützt, für Sie als Eltern aber weiterhin benutzbar. Wichtig: Statten Sie nicht nur Wandsteckdosen mit den Sicherungen aus, sondern auch sämtliche Mehrfachsteckdosen.

Klären Sie Ihr Kind früh über die Gefahren von Elektrizität auf

Klären Sie Ihr Kind möglichst früh über die Funktion und die Gefahren von Elektrizität auf, ohne ihm jedoch Angst davor zu machen. Strikte Verbote und das Ausmalen von Horrorszenarien führen häufig nur zu einer gesteigerten Neugier und somit zu einem größeren Risiko für Stromunfälle.
Lesen Sie auch: Tipps zum Strom sparen

Gefahrenquelle Feuer

Feuer übt eine magische Anziehungskraft auf Kinder aus. Fasziniert von dem Flackern der Flammen und der Wärme suchen die Kleinen seine Nähe, sind sich der Gefahren aber oft noch nicht bewusst. Kommt es zum direkten Kontakt dem Feuer, können sich die Kleider der Kinder entzünden. Die Folge sind Brandverletzungen, die bei der zunehmend synthetischen Kleidung häufig gravierend ausfallen. Etwa 30.000 Kinder müssen dem Ärzteblatt zufolge jedes Jahr aufgrund thermischer Verletzungen stationär behandelt werden. Häufigste Auslöser sind der Kontakt mit Grills, Adventsgestecken und Kaminen, aber auch das Zündeln von Kindern mit Feuerzeugen, Streichhölzern und Wunderkerzen. Mit den nachfolgenden Tipps schützen Sie Ihr Kind vor Verbrennungen.

  • Lassen Sie Ihr Kind beim Grillen nie aus den Augen. Setzen Sie es zur Not für die Dauer in einen Laufstall oder sorgen Sie mit einer Umrandung des Grills für Sicherheit. (Weitere Tipps für die Grillparty)
  • Offene und geschlossene Kaminöfen können Sie mit einem Kaminschutzgitter einzäunen. So kann sich Ihr Kind weder an den Flammen noch an dem heißen Gehäuse verbrennen.
  • Lassen Sie Ihr Kind niemals allein in einem Raum mit offenem Feuer. Löschen Sie Adventskränze, Kerzen und Teelichte grundsätzlich beim Verlassen des Raumes.
  • Lassen Sie Kinder nie allein Kerzen anzünden, auch keine Wunderkerzen. Bewahren Sie diese wie Feuerzeuge und Streichhölzer an einem sicheren Ort auf, zu dem nur Sie Zugang haben.
  • Eine kindersichere Wohnung hat in allen Räumen Rauchmelder. (Smart Home)

Reden Sie mit Ihrem Kind über die Gefahren durch Feuer

Der wirksamste Schutz vor Brandverletzungen und Wohnungsbränden durch Grills und Kamine sowie kindliches Spiel mit Feuer ist eine frühzeitige Sensibilisierung für seine Gefahren und der Verzicht auf strikte Verbote. Gehen Sie am besten wie folgt vor:

  • Üben Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie man eine Kerze richtig und sicher anzünden kann.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind die Gefahren des Feuers am Beispiel der Hitze, die eine Kerzenflamme entwickeln kann, indem Sie seine Hand vorsichtig und langsam näher an die Flamme führen (nicht zu nah!).
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es eine Kerze / ein Streichholz sicher auspusten kann (Hand in ausreichendem Abstand wie eine Muschel hinter die Flamme halten), und ausgepustete Streichhölzer sicherheitshalber immer in einem bereitstehenden Wasserglas "löschen".
  • Nehmen Sie Angebote zur Brandschutzerziehung bei der örtlichen Feuerwehr wahr.
  • Üben Sie das richtige Verhalten im Brandfall mit einem Rollenspiel, bei dem Ihr Kind den Feuerwehrchef spielen soll, der den anderen Familienmitgliedern erklärt, was Sie tun sollen.

    Dabei soll das Kind folgende Regeln lernen und verinnerlichen:
  • 1. Nicht (im Schrank oder unter dem Bett) verstecken!
  • 2. Sofort zu den Eltern, aber niemals in den Rauch laufen!
  • 3. Wenn die Eltern nicht zuhause sind, schnell aus der Wohnung laufen, aber nie den Aufzug benutzen!
  • 4. Wenn der Fluchtweg durch Rauch versperrt ist, in der Wohnung bleiben, Tür zum verrauchten Bereich schließen und am Fenster um Hilfe rufen.
  • 5. Über 112 die Feuerwehr rufen!

Gefahrenquelle Kinderzimmer

Viele Unfälle im Haushalt passieren, während Kinder allein oder mit Freunden in ihrem eigenen Zimmer spielen. Häufig sind Möbel wie Regale die Ursache, die bei Kletterspielen umkippen oder scharfe Ecken und Kanten haben, an denen sich die Kleinen beim Toben verletzen können. Aber auch nicht altersgemäße Möbel wie Hochbetten, Stolperfallen wie Seile und Kabel sowie für das Alter des Kindes ungeeignete Spielzeuge sind Gefahren, die in vielen Kinderzimmern lauern. Mit unseren Tipps schaffen Sie eine sichere Spielumgebung und reduzieren das Verletzungsrisiko auf ein Minimum.

  • Achten Sie beim Kauf von Kindermöbeln auf deren Stabilität und befestigen Sie Regale und Schränke unbedingt kippsicher an der Wand.
  • Möbel im Kinderzimmer sollten keine scharfen Kanten, spitzen Ecken oder Spalten besitzen, in denen sich Kinder einklemmen können.
  • Hochbetten sind für Kinder unter sechs Jahren ungeeignet. Wenn Sie ein Hochbett kaufen, achten Sie auf eine hohe Umrandung und eine sicher befestigte Leiter.
  • Achten Sie beim Möbelkauf auf Gütesiegel wie das goldenen "M" der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e.V. sowie die CE-, GS- (Geprüfte Sicherheit) und TÜV-Siegeln.
  • Verlegen Sie im Kinderzimmer einen dämpfenden Bodenbelag wie Teppichboden oder Kork, der angenehm warm ist und Stürze abfedert.
  • Achten Sie bei Spielzeugen auf die Altersempfehlung. Kinder bis 3 Jahren können leicht enthaltene Kleinteile verschlucken.
  • Lassen Sie niemals Plastiktüten im Kinderzimmer. Ziehen sich Kinder die Tüten beim Spielen über den Kopf, besteht akute Erstickungsgefahr.
  • Überprüfen Sie elektronische Geräte und Spielzeuge im Kinderzimmer regelmäßig auf Schäden an Kabeln und sicher verschraubte Batteriefächer.
  • Statten Sie das Kinderzimmer mit einem Rauchmelder aus und erklären Sie Ihrem Kind (ab Kindergartenalter) die Bedeutung des Geräts und was ein Alarm bedeutet.
  • Mehr zum Thema Sicherheit im Kinderzimmer

Gefahrenquelle Küche

Für Kinder ist die Küche ein spannender Ort, wo sie unterschiedlichste Sinneseindrücke sammeln können. Hier erwarten sie leckere Gerüche, süße Sachen zum Naschen und komische Geräusche, die ihre Neugier wecken. In einem unachtsamen Moment kann dieser Forscherdrang jedoch zu schweren Verletzungen führen. Zum Beispiel, wenn das Kind unvermittelt auf die heiße Herdplatte packt, einen Topf oder Wasserkocher herunterreißt oder sich an den Putzmittelflaschen zu schaffen macht. Mit unseren nachfolgenden Tipps machen Sie Ihre Küche kindersicher.

  • Lassen Sie Ihr Kind niemals allein in der Küche. Schließen Sie die Tür gegebenenfalls ab oder installieren Sie ein Türgitter, das Ihr Kind nicht überwinden kann.
  • Nehmen Sie Ihr Kind grundsätzlich nur mit in die Küche, wenn Sie nicht unter Zeitdruck stehen. So senken Sie das Risiko, Ihr Kind versehentlich aus den Augen zu lassen.
  • Stellen Sie Töpfe und Pfannen immer so auf den Herd, dass die Griffe nach hinten zeigen, damit Ihr Kind diese nicht greifen und von der Platte ziehen kann.
  • Nutzen Sie - wenn möglich - nur die hinteren Kochfelder. Dadurch sind die vorderen Platten nicht heiß und stellen für die kleinen Kinderhände keine Gefahr dar.
  • Achten Sie beim Kauf eines Backofens auf wärmegedämmtes Glas, das sich außen maximal handwarm erhitzt. Ältere Öfen können Sie zum Beispiel mit einer Acrylplatte nachrüsten.
  • Stellen Sie Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschine oder Mixer immer so hin, dass die Kabel für Ihr Kind nicht erreichbar sind.
  • Bewahren Sie Putzmittel an einem Ort auf, zu dem Ihr Kind keinen Zugang hat. Ein hohes Regal reicht nicht aus. Besser ist ein Raum oder ein Schrank, der immer verschlossen ist.
  • Lassen Sie keine Plastiktüten oder Müllsäcke herumliegen, die Kinder an sich nehmen können, um damit zu spielen. Hier besteht akute Erstickungsgefahr!

Gefahrenquelle Medikamente

Kleine Kinder sind neugierig und nehmen gerne alles, was ihnen zwischen die Finger gerät, in den Mund. Genau das kann ihnen jedoch zum Verhängnis werden, wenn sie die bunten Pillen auf dem Badezimmerschrank oder in der Schublade für Bonbons halten. Im schlimmsten Fall können Medikamente bei Kindern schwerste Vergiftungen hervorrufen. Tatsächlich gehören Medikamentenvergiftungen und die oben genannten Vergiftungen durch Reinigungsmittel zu den häufigsten Unfällen von Kindern im Alter zwischen einem halben Jahr und vier Jahren. Um dies zu verhindern, sorgen Sie dafür, dass Sie Arzneimittel stets außerhalb der Reichweite von Kindern lagern. Orientieren Sie sich dabei an unseren folgenden Tipps:

  • Lagern Sie Arzneimittel niemals zusammen mit Lebensmitteln im Kühlschrank, sondern durch entsprechende Verpackungen und schwer zu öffnende Behälter strikt getrennt.
  • Bewahren Sie sämtliche Medikamente vom Schmerzmittel bis hin zu Blutdruckmedikamenten in einem abschließbaren Schrank auf.
  • Lagern Sie auch regelmäßig einzunehmende Arzneimittel in einem abschließbaren Medikamentenschrank. Auch, wenn dies für Sie zusätzlichen Aufwand bedeutet.
  • Bewahren Sie die regelmäßig einzunehmenden Medikamente der einzelnen Familienmitglieder (insbesondere der Erwachsenen und Kinder) getrennt voneinander auf.
  • Verschließen Sie die Sicherheitsverschlüsse von flüssigen Medikamenten wie Fiebersäften oder flüssigen Schmerzmitteln immer sorgfältig.
  • Entsorgen Sie nicht mehr benötigte Arzneimittel sofort über den normalen Hausmüll oder alternativ bei der nächsten Apotheke.
  • Mehr zum Thema Medikamente kindersicher lagern

Mindestens ebenso wichtig wie die sichere Aufbewahrung von Medikamenten ist, dass Ihr Kind frühzeitig lernt, mit Arzneimitteln richtig umzugehen. Dazu können Sie beitragen, indem Sie

  • 1. Medikamente niemals verharmlosen oder versuchen, sie dem Kind durch Formulierungen wie "Bonbon" oder "süßer Saft" schmackhaft zu machen. Das Kind merkt sich diese Namen, die möglicherweise später den Impuls auslösen können, die Medikamente auch alleine zu probieren.
  • 2. Erklären Sie Ihrem Kind den Sinn von Arzneimitteln. Hierbei handelt es sich um Medizin für kranke Menschen und nicht um Naschwerk. Nur Erwachsene dürfen Medikamente verteilen.
  • 3. Kinder ahmen das nach, was sie bei ihren Eltern oder anderen Erwachsenen sehen. Lassen Sie Ihr Kind deshalb nicht zusehen, wenn Sie selbst Medikamente einnehmen, und bitten Sie auch andere Familienmitglieder (zum Beispiel die Großeltern) von einer Medikamenteneinnahme vor den Augen des Kindes abzusehen.
  • Tipps zur Medikamentengabe bei Kindern
Baby am Treppengitter
Kindersichere Wohnung - Dazu gehören auch Treppengitter! - Symbolbild: © ronstik - stock.adobe.com

Beim Thema Kindersicherer Haushalt die gefahrenquelle Treppe nicht vergessen!

Sobald Kinder sich fortbewegen können, beginnen sie, ihre Welt zu erkunden. Und dabei machen sie auch vor Treppen nicht halt. Um sie vor schlimmen Stürzen und schweren Verletzungen zu schützen, müssen Sie Ihre Treppen im Haus kindersicher machen.

Kleine Kinder sollten noch überhaupt nicht alleine auf Treppenstufen unterwegs sein, zu groß ist das Risiko, dass sie beim Krabbeln danebengreifen oder ausrutschen und hinunterfallen. Um ihnen sicherheitshalber den Zugang zur Treppe zu versperren, gibt es spezielle Treppenschutzgitter. Sie lassen sich ganz einfach anbringen und verhindern, dass das Kind die Treppe betreten kann. In der Mitte des Gitters befindet sich eine Tür, die Sie nach Bedarf öffnen können, um selbst die Treppe zu benutzen. Denken Sie aber daran, diese hinter sich immer sorgfältig zu verschließen! Achten Sie beim Kauf des Treppengitters darauf, dass es keine Querstreben hat, an denen sich das Kind hochziehen oder hochklettern kann. Die Längsstreben sollten höchstens 7-8 cm Abstand zueinander haben, um zu verhindern, dass die Kinder zwischen ihnen hindurchschlüpfen können.

Tipp: Schutzgitter bieten sich nicht nur für Treppen an, sondern auch für offene Durchgänge zu Räumen, die Gefahren bergen, wie zum Beispiel die Küche. Wenn sich diese nicht mit einer Tür verschließen lässt, können Sie den Zugang des Kindes auch hier durch eine Gittertür verhindern.

Sobald das Kind etwas älter ist, üben Sie mit ihm das Treppensteigen! Auf keinen Fall soll die Treppe zu einem verbotenen Ort werden, der die Neugier des Kindes anstachelt und dazu führt, dass es heimlich alleine versucht, die Treppe zu nutzen. Zeigen Sie Ihrem Kind lieber, wie es sich beim Treppensteigen am Geländer festhalten kann. Mit rutschfesten Teppichen oder Belägen verringern Sie das Rutschrisiko auf den Stufen und damit das Unfallrisiko.

Gefahrenquelle Tür und Fenster

Türen und Fenster stellen für Kinder, die neugierig ihre Umgebung erkunden, eine große Gefahrenquelle dar. Denn sie können ihre Finger in Türen oder Fenstern einklemmen oder einquetschen, sich versehentlich einschließen oder aussperren und aus geöffneten Fenstern herausfallen. Um schwere Verletzungen oder Schlimmeres zu verhindern, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen treffen:

  • 1. Bringen Sie an den Türen in Ihrer Wohnung spezielle Türstopper-Polster an. Die gebogenen Schaumstoff-Stopper werden einfach oben auf die Tür gesteckt und verhindern so ein versehentliches Zuschlagen oder Zuziehen der Tür. Alternativ können Sie auch ein Handtuch um die Türklinken legen, das zwar optisch mehr auffällt, aber den gleichen Effekt hat.
  • 2. Legen Sie die Schlüssel für Wohnungstüren an einen für Kinder nicht erreichbaren Platz, damit sie sich nicht einschließen können. Das gilt auch für das Badezimmer! Nutzen Sie hier lieber ein Symbol oder Schild, das anzeigt, wenn die Toilette besetzt ist.
  • 3. Lassen Sie auch den Schlüssel für die Haustür niemals innen stecken. Sonst kann sich das Kind in der Wohnung einschließen, wenn Sie zum Beispiel kurz in der Garage sind und Sie haben keine Möglichkeit, von außen wieder in die Wohnung zu kommen.
  • 4. Bringen Sie Fenstersicherungen an, mit denen sich das Fenster nur einen kleinen Spalt öffnen lässt. So können Sie frische Luft in die Wohnung lassen, ohne dass eine Verletzungsgefahr durch ein Einklemmen oder Einquetschen der kindlichen Hände besteht. Alternativ können Sie an Ihren Fenstern abschließbare Fenstergriffe montieren. Achten Sie dabei aber darauf, dass Sie den Schlüssel nicht stecken lassen, sondern an einem für Kinder unzugänglichen Ort aufbewahren.
  • 5. Über Smart Home können Sie sich informieren lassen wenn im Kinderzimmer ein Fenster geöffnet wird.

Bereiten Sie Ihr Kind auf den Notfall vor

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es vorkommen, dass ein Notfall passiert. Wenn das Kind dann alleine zuhause ist, muss es wissen, was zu tun ist. Deshalb sprechen Sie mit Ihren Kindern, was bei einem Notfall zu tun ist.

Hinterlegen Sie für diesen Fall möglichst an mehreren Stellen in der Wohnung Notruftelefonnummern, die Ihr Kind im Notfall anrufen kann. Notieren Sie die Telefonnummern von beiden Elternteilen, den Großeltern oder anderen Vertrauenspersonen und natürlich die Notrufnummer 112.

Üben Sie mit Ihrem Kind regelmäßig das Absetzen eines Notrufs in einem Rollenspiel. Zeigen Sie ihm, was es sagen muss (Wo bist du? Was ist passiert? Hat sich jemand wehgetan?). Fügen Sie an die Notrufliste kleine Zeichnungen an und schreiben Sie die wichtigsten Informationen kurz dazu.

Ein Notfall, vor allem eine Situation, bei denen Mama oder Papa etwas geschieht, ist nicht angenehm und viele Eltern scheuen sich davor, dies mit ihren Kindern zu thematisieren. Doch nur wenn Ihr Kind sich bereits damit beschäftigen konnte, ermöglichen Sie es ihm, im Notfall das Richtige zu tun!
Absolvieren Sie einen Erste Hilfe Kurs für Eltern, damit Sie Ihrem Kind im Notfall helfen können!

Quellenangabe bzw. weiterführende Informationen:

Noch ein letzter Tipp zum Thema Kindersicherer Haushalt:
Achten Sie auch darauf, dass der Haushalt von Oma und Opa kindersicher ist. Auch alle anderen Wohnungen wo sich Ihr Kind regelmässig aufhält sollten kurz von Ihnen auf Kindersicherheit gecheckt werden!

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