Die Familienküche planen: Tipps für Formen, Materialien und Geräte

Text: A. B. (Mutter und Medienwissenschaftlerin / Journalistin aus Berlin) / Letzte Aktualisierung: 11.05.2021

Familienküche planen
Das sollten Sie bei der Planung Ihrer Küche beachten: - Foto: © JenkoAtaman - stock.adobe. com

Küchen, gerade in Familien mit Kindern, sind oft weit mehr als nur ein Arbeitsort. Sie sind ein Ort der Begegnung, ein Ort, wo geredet, gekocht, gegessen und gelacht wird - kurz: das Herzstück eines Hauses oder einer Wohnung. Und gerade weil sich hier so viel Geselligkeit abspielt, sollten junge Familien beim Planen ihrer künftigen Küche etwas Zeit investieren und einige wichtige Details durchdenken, die ihnen das Leben später erleichtern können. Wir haben ein paar Tipps für die Planung einer gut organisierten Familienküche zusammengetragen.

Die Küche als Dreh- und Angelpunkt des Familienlebens

In der Küche spielt sich alles ab. Das war schon früher so, als die Küche oft noch der einzige beheizte Raum einer Wohnung war, und ist es auch heute zunehmend wieder. Vorbei die Zeiten, in denen die Küche allein Mutterns Reich war und dort sonst keiner was verloren hatte. Viele Familien entscheiden sich heute für offene Küchen, die sich zum Wohnzimmer oder einem großzügig gehaltenen Essplatz hin öffnen. Das fördert die Kommunikation und hat den zweiten praktischen Vorteil, dass die Kinder auf diese Weise beim Hausaufgaben machen oder Spielen besser im Auge behalten werden oder beim Kochen einfacher miteinbezogen werden können. Wer viel Platz hat, plant auch hier gleich den Standort der kleinen Spielküche mit ein oder ein großes Regalfach für griffbereite Spielsachen.
In vielen Familien tagt auch der Familienrat in der Küche! Also gut, wenn hier viel Platz ist!

Ganz am Anfang steht die Raumfrage: Welche Küchenform darf es sein?

Doch nicht alle Grundrisse geben ein solch offenes Küchenkonzept her. Kleinere geschlossene Küchen haben immerhin den Vorteil, dass man eine noch unaufgeräumte Küche nach Abschluss der Kochaktion einfach aus dem Sichtfeld verbannen kann, getreu dem Motto "Tür zu, Chaos weg". Ganz zu Beginn der Planung einer Familienküche sollte in jedem Fall geklärt werden, wie viel Raum genau zur Verfügung steht, wo genau die Fenster und wo die Türen sind. Ein Beispiel: Gerade bei Familien sind Küchen mit U-Form sehr beliebt, denn sie bieten viel Platz zum Kochen und genügend Stauraum. Oft wird dabei eine Küchenzeile nicht an einer Wand montiert, sondern steht frei und dient als Bar oder Essplatz. Doch eignen sich solche Küchen meistens nicht für Räume mit mehr als nur einer Tür. Oftmals setzt der vorgegebene Raum bereits einige Grenzen. Ist er jedoch sehr groß lassen sich auch Küchen in G-Form oder mit Kochinsel realisieren. Dafür sollte die Raumgröße der Küche allerdings mindestens 15 Quadratmeter betragen, denn nur so kann der Mindestabstand von 120 Zentimetern zwischen den Schränken und der Kücheninsel gewährleistet werden.

Stauraum optimieren: Viel Platz für Töpfe, Geschirr und Lebensmittel

Ist der Grundriss der Küche erst einmal geklärt, dann gilt es, den Stauraum zu optimieren. Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto mehr Töpfe, Geschirr und Lebensmittel müssen Platz finden. Hier kann man bei falscher Planung viel Platz verschenken. Bei Küchen in U-, G- oder L-Form bietet sich zur optimalen Platzausnutzung in der Ecke etwa der Einbau eines Karussellschranks oder eines Magic Corners an. Bei den Einbauschränken sollten so viel Auszüge wie möglich eingeplant werden, am besten mit Vollauszug. Im Gegensatz zu normalen Fachböden kann man mittels Ausziehschränken die Gegenstände im hinteren Bereich problemlos nach vorne ziehen. Und man verschenkt keinen Platz, denn Vollauszüge erschließen die komplette Schranktiefe.

Sicherheit ist das A und O: Gefahrenquellen in der Küche ausschalten

Ein zentrales Thema, gerade wenn kleinere Kinder zum Haushalt gehören, ist die Sicherheit in der Küche. Wer den Nachwuchs beim Werkeln gerne miteinbeziehen möchte, muss natürlich auch mitbedenken, dass Küchen gerade für Kleinkinder ein riesiger Abenteuerspielplatz sind, wo es lauter Sachen zu entdecken gibt. Hier gilt es die potenziellen Gefahrenquellen möglichst sorgfältig abzusichern. So kann man etwa mit Herdschutzgittern oder Herdschutzplatten Verbrennungen vorbeugen. Noch besser sind moderne Induktionskochfelder, die sich erst dann anfangen zu erwärmen, wenn Töpfe oder Pfannen auf ihnen stehen und in Betrieb sind. Auch der Putzmittelschrank sollte abschließbar oder in für Kinder unerreichbarer Höhe angebracht sein. Im Idealfall verfügt auch der Kühlschrank über einen Schließmechanismus. Doch damit ist das Küchensicherheitslatein noch nicht am Ende. Schubladen können gegen Rausfallen gesichert werden und Backöfen in Brusthöhe sind nicht nur ergonomischer für Erwachsene, sondern auch für Kleinkinderhände schwerer erreichbar. Was die Küchengeräte anbelangt, so bieten einige Hersteller blockierbare Displays an, damit Kochfeld, Backofen oder Spülmaschine nicht von neugierigen Fingerchen bedient werden können. Lesen Sie dazu auch unsere Tipps zum Thema Kindersicherer Haushalt

Kühlschrank, Backofen & Co.: Tipps für die richtige Wahl bei Küchengeräten

Bei den Küchengeräten lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen. Gerade hinsichtlich des Kühlschranks kann das wichtig sein, denn sein Umfang sollte von Anfang an genau in die Planung miteinkalkuliert werden. Manche unterschätzen leicht, wie viel Platz hier tatsächlich gebraucht wird. Um bis zu drei gesunde Mahlzeiten pro Tag zubereiten zu können, braucht eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern über 200 Liter Kühlraum. 80 Liter pro Person einzurechnen ist jedenfalls kein unrealistischer Maßstab. Wer Frischprodukte länger haltbar lagern möchte, sollte sich zudem überlegen, einen Kühlschrank mit einer sogenannten Null-Grad-Zone zu kaufen. Außerdem ist es ratsam, ein besonders energieeffizientes Gerät zu erwerben, denn bei großen Kühlschränken, die rund um die Uhr in Betrieb sind, sind die Mehrkosten schnell amortisiert. Gleiches gilt für den Geschirrspüler. In nicht wenigen Familien ist er täglich im Einsatz. Auch beim Backofen gibt es technische Raffinessen, die den Alltag leichter machen können. Es gibt mittlerweile einige Modelle, die mit Pyrolyse-Technik ausgestattet sind. Das bedeutet, dass große Hitze die Rückstände vom Backen und Braten zu Staub zerfallen lässt, den man dann nach dem Heizvorgang bequem mit einem feuchten Lappen wegwischen kann.

Familie in der Küche
Eine junge Familie freut sich über ihre neue Küche - Foto: © fizkes - stock.adobe. com

Robust und pflegeleicht: Tipps für funktionale Küchenfronten und Arbeitsplatten

Sind Küchenform, Schranksysteme und Einbaugeräte durchgeplant, noch ein paar Worte zu Arbeitsflächen und Küchenfronten. Für viele designorientierte Menschen sind sie das Allerwichtigste. Doch gerade, wenn es sich um eine Familienküche handelt, sollten auch ein paar praktische Aspekte mitbedacht werden. Wer nicht ständig mit dem Putzlappen die im Sonnenlicht ausgeleuteten Fingertatscher der Kleinen wegschrubben möchte, entscheidet sich besser gegen glänzende, grifflose Fronten. Bei der Wahl der Arbeitsflächen ist es zudem wichtig darauf zu achten, dass sie pflegeleicht sind. Immerhin wird hier geschnitten, vorbereitet, geknetet, gerührt, etc. Optisch sehr attraktiv und trotzdem pflegeleicht - auch bei hoher Beanspruchung - sind gut imprägnierte Arbeitsplatten aus Granit und Schiefer. Robust und Kratzfest erweisen sich aber auch Arbeitsflächen aus Keramik, Kunststoff oder Mineralwerkstoff.

Unterstützung von Experten beim Familienküche planen hinzuziehen

Eine gute Familienküche ist eine große Investition und gehört zu den Anschaffungen, die einen über viele Jahre und Lebenssituationen hinweg begleiten wird. Planungsfehler lauern überall und lassen sich am besten durch das entsprechende Know-How vermeiden. Egal ob on- oder offline: Eine seriöse Beratung durch einen Experten ist unerlässlich. Wer ein solches Gespräch vereinbart, sollte aber auf jeden Fall daran denken, einen bemaßten Grundriss des Küchenraumes mitzubringen.
So eine neue Küche kann sehr teuer werden! Lesen Sie auch: Wieviel Kredit kann ich mir leisten? und vergessen Sie auch nicht Ihre Hausratversicherung anzupassen!

Quellenangabe und weiterführende Informationen:

  • Beachten Sie auch bei der Planung Ihrer Küche: Haushaltsgerät mit besonders niedrigem Stromverbrauch senken Ihre Energiekosten dauerhaft.
    Einige Elektrogeräte wie zum Beispiel Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Waschtrockner haben neue EU-Energielabels erhalten, die Kaufentscheidungen für besonders effiziente Geräte erleichtern sollen.
    Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite der Verbraucherzentrale:
    https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/nachhaltigkeit/energielabels-eine-uebersicht-5751
  • Die meisten Küchenhersteller verwenden standardisierte Größen für ihre Küchenschränke. Gut, wenn man einige Richtwerte für Abstände und Maße von Küchenelementen kennt. Hilfreiche Diagramme und Grafiken zur Planung Ihrer Küche finden Sie auf
    https://www.kueche-co.de/inspiration/magazin/planungstipps/kuechenmasse Hier erfahren Sie auch wie Sie die optimale Größe für Ihren Küchentisch finden und wie Sie die Arbeitswege zwischen den Küchenzonen Kochen, Spülen und Kühlen optimieren können.
  • Mehr als 43% der Unfälle passieren zu Hause oder im privaten Umfeld. Wie Sie das Risiko von Kinderunfällen auch in der eigenen Küche senken können erfahren Sie auf https://gesund.bund.de/vermeidung-von-kinderunfaellen
  • Einige rechtliche Fragen zum Thema Einbauküche und Wohnungswechsel erläutert Rechtsanwalt Christian Doerfer. Auf seiner Webseite https://www.ra-doerfer.de/ finden Sie auch einen Muster Kaufvertrag für gebrauchte Küchen zum downloaden.

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