Breifreie Ernährung

Baby im Hochstuhl mit Obst in der Hand
Was bedeutet breifreie Ernährung? - Foto: © Svetlana Fedoseeva

In diesem Artikel erfahren Sie was breifreie Ernährung bedeutet und ob diese Ernährungsform sinnvoll ist.

Breifreie Ernährung: Das sollten Eltern bedenken

Den Ablauf des ersten Jahres haben Eltern meist schon während der Schwangerschaft im Kopf. Zuerst bekommt das Baby Muttermilch oder Fläschchennahrung und später dann wird ganz behutsam der erste Brei eingeführt, bis das Kind noch etwas weiter in der Zukunft am Familientisch mitessen kann. Was jedoch, wenn Brei keine Option darstellt? In diesem Fall ist es möglich, im Rahmen des sogenannten "baby led weaning" ohne Gläschen und Löffel auszukommen. Eltern sollten sich jedoch vor dem Start sehr genau mit diesem Thema auseinandersetzen.

Was steckt hinter der Ernährung ohne Brei?

Bei der breifreien Ernährung bekommt das Kind - wie es der Name bereits verrät - keinen Brei. Stattdessen steht auf dem Speiseplan, was der Familientisch theoretisch hergibt. Angefangen werden kann mit den breifreien Mahlzeiten, wenn das Kind selbständig sitzen, fokussiert greifen und sich Dinge in den Mund stecken kann. Auch muss sich der sogenannte Zungenstoßreflex, das Herausschieben von Dingen mit der Zunge, bereits verflüchtigt haben. Dann ist es möglich, dem Kind verschiedene Nahrungsmittel anzubieten. Diese jedoch sollten in jedem Fall auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein.

Die grundsätzliche Motivation hinter der breifreien Ernährung ist es, eine bedarfsgesteuerte Nahrungsaufnahme zu ermöglichen, bei der das Baby seine Neugierde auf verschiedene Lebensmittel ausleben kann. Auch die aktive Teilnahme am Familienessen soll sich positiv auf die kindliche Ernährung auswirken, da schon früh ein gewisses Gemeinschaftsgefühl geweckt wird.

Babys Sicherheit steht im Fokus

Es liegt auf der Hand, dass Nahrungsmittel auch bei der breifreien Ernährung vorbereitet werden müssen. Ein Stück rohe Karotte beispielsweise ist deutlich zu hart für kleine Kinder. Sie haben dann nicht nur Schwierigkeiten beim Essen, sondern könnten sich an kleinen Stücken schwer verschlucken. Daher sollten alle Nahrungsmittel, die das Baby ausprobieren darf, weich gekocht werden. Die Konsistenz ist dann perfekt, wenn Obst, Gemüse oder auch Fisch problemlos mit der Zunge zerdrückt werden können. Um eine gesunde Ernährung möglich zu machen, sollte die breifreie Kost weder gesalzen, noch gewürzt oder gezuckert werden. Gemüsestäbchen mit etwas Öl zu beträufeln ist jedoch sinnvoll, da die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K so überhaupt erst vom Körper aufgenommen werden.
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Nicht jedes Nahrungsmittel ist geeignet

Wie bereits erwähnt, sollten alle Nahrungsmittel, die das Baby bei der breifreien Kost bekommt, zu seinen körperlichen Bedürfnissen passen. Eltern können sich hier an den grundsätzlichen Empfehlungen zu Beikost orientieren und beispielsweise mit Möhren oder auch Pastinaken starten. Ungesunde Speisen wie Süßigkeiten, Fast Food oder auch Fertiggerichte gehören keinesfalls auf den Speiseplan bei der breifreien Ernährung. Hier gilt es also, frisch und gesund zu kochen.

Um einer möglichen Erstickungsgefahr entgegenzuwirken, sind harte oder auch kleinstückige Speisen ebenfalls verboten. Das bedeutet, dass weder Nüsse noch Erbsen, Maiskörner oder Beerenfrüchte serviert werden sollten.

Was die allgemeinen Empfehlungen zu breifreier Ernährung betrifft, sind sich Kinderärzte aktuell noch nicht sicher. Manche von ihnen fürchten, dass Babys bei dieser Ernährungsform zu wenig Nahrung zu sich nehmen und sich gegebenenfalls zu einseitig ernähren. Eltern sollten aus diesem Grund unbedingt ihren Kinderarzt oder auch einen erfahrenen Ernährungsberater fragen, welche Aspekte besonders wichtig sind. Bestehen Zweifel an der ausreichenden Versorgung des Kindes, ist der Verzicht auf die moderne Ernährungsweise dann sicherlich die beste Lösung.
Text: A. W. / Stand: 08.12.2018

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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