Geschafft - Der erste Zahn ist da

Ein Baby mit zwei Zähnen
Die ersten Zähnchen sind endlich da! - Foto: © lina



Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Wenn Kinder zahnen

Bis das erste Zähnchen blitzt, ist es manchmal ein langer Weg für das Baby - und den Rest der Familie auch. Nicht jedes Kind kämpft mit dem Durchbrechen der Zähne. Wenn es Glück hat, geschieht dies kaum merkbar von heute auf morgen. Alle anderen brauchen viel Geduld und haben mehr zu leiden. Denn während des Zahnens sind die Babys oft quengelig und weinen viel. Normalerweise stoßen die ersten Zähnchen ungefähr im Alter von sechs bis sieben Monaten durch. Ist das Baby frühzeitig entwickelt, können die ersten Zähne den Weg nach draußen schon im 4. Monat suchen. Nachzügler laufen mitunter bereits, bevor der erste Zahn erscheint. Es gibt keine genaue festgesetzte Norm für die allerersten Milchzähne, nur Erfahrungswerte.

Wann genau kommen die Milchzähne?

Im Alter von zweieinhalb bis drei Jahren ist das Milchgebiss normalerweise mit seinen 20 Zähnen voll ausgebildet. Bereits im Mutterleib beim Fötus entwickeln sich die Anlagen für die späteren Zähne. Da die Zähne sich schubweise nach oben schieben, kann es durchaus sein, dass Ihr Kind bereits Wochen vor dem eigentlichen Durchbruch der Zähne quengelt. Doch wann kommt welcher Zahn?

Folgendermaßen schieben sich die Zähne durchschnittlich der Reihe nach durch den Gaumen:

  • Vordere Schneidezähne: 6. - 8. Monat
  • Mittlere Schneidezähne: 8. - 9. Monat
  • Seitliche Schneidezähne: 8. - 9. Monat
  • Eckzähne:  14. - 18. Monat
  • Vorderer Mahlzahn: 12. - 14. Monat
  • Hinterer Mahlzahn: 24. - 26. Monat

Woran merke ich, dass ein Zahn kommt?

  • Das untrügliche Zeichen für das Zahnen eines Kindes, ist die innere Unzufriedenheit des Babys. Ihr Kind quengelt und nörgelt über eine längere Zeit. Es ist leicht reizbar. Es schläft auffallend unruhig oder wacht plötzlich nachts auf und schreit, ohne ersichtlichen Grund.
  • Die Wangen eines zahnenden Babys erinnern an "Apfelbäckchen", sie sind intensiv rot.
  • Das Zahnfleisch kann gerötet oder sogar geschwollen sein. Selten bilden sich kleine Blutergüsse (Hämatome) beim Durchbruch der Backenzähne darauf.
  • Babys mögen von heute auf morgen nicht mehr mit dem Löffel gefüttert werden, denn der harte Löffel ist für manche Kinder unangenehm an der zahnenden Stelle.
  • In ihrer oralen Phase, die zwischen dem 4. Lebensmonat und dem 2. Geburtstag liegt, sabbern Babys immer wieder. Der Speichelfluss nimmt während des Zahnens sogar noch zu.
  • Die Kinder versuchen sich während des Zahnens durch beißen auf harten Gegenständen Erleichterung zu verschaffen.
  • Das Baby hat ab und zu Durchfall.
  • Viele Eltern berichten davon, dass ihre Babys plötzlich Windeldermatitis bekommen, obwohl sie damit vorher nie Probleme hatten.
  • Leichtes Fieber bis 38,5 °C ist durchaus normal bei zahnenden Babys. Die Immunabwehr ist in dieser Zeit geschwächt. Erreger haben ein leichtes Spiel. Da die Kinder außerdem in ihrer oralen Phase alles in den Mund stecken, bleibt es nicht aus, dass darunter auch etwas Keimbelastetes ist. Tipps zum Fiebermessen beim Baby

Was tun, wenn das Kind zahnt?

  • Um dem Kind und damit auch dem Rest der Familie etwas Erleichterung zu verschaffen, greifen Eltern gern zu homöopathischen Mitteln. Bewährt haben sich bei Zahnungsbeschwerden u. a. Chamomilla und Belladonna. Je nach dem Befinden des Kindes wird der Arzt oder Homöopath das passende Mittel in der richtigen Potenz verordnen. Mittlerweile sind auch Kombipräparate in den Apotheken erhältlich.
  • Zahnöl lindert die Beschwerden. Es enthält Nelke, die sowohl desinfiziert als auch die schmerzende Stelle betäubt. Zahnöl kauft man am besten in der Apotheke, wo es selbst von den Apothekern hergestellt wird. Neben den natürlichen Mitteln der Homöopathie und des Zahnöls bieten zahlreiche Pharmaunternehmen auch chemisch hergestellte Präparate an. Der Griff zum Zäpfchen, um die Schmerzen zu lindern, sollte aber wirklich nur im absolut nötigen Ausnahmezustand erfolgen.
  • Kühlringe sind ein bewährtes Mittel zur Linderung von Zahnungsbeschwerden. Sie sind im Handel erhältlich und völlig unbedenklich mit einer Glukoseflüssigkeit gefüllt. Kurz in den Kühlschrank oder das Gefrierfach gelegt, kühlt es angenehm die betroffene Stelle und nimmt den Druckschmerz, während das Baby darauf herumkaut und damit auch noch sein Kaubedürfnis stillen kann. Günstig ist es, wenn die Dinge, auf denen Ihr Baby kaut, elastisch sind, um Verletzungen im Mundbereich zu vermeiden.
  • Eine Möhre aus dem Kühlschrank, Apfelspalten oder harte Brotkanten haben einen ähnlichen Effekt.
  • Von Veilchenwurzeln raten Experten ab. Sie wirken zwar ebenfalls betäubend, lassen sich aber nicht reinigen und sind damit wahre Keimschleudern.
  • Massieren Sie mit dem Finger das Zahnfleisch, wenn es Ihrem Kind gut tut. Waschen Sie sich vorher unbedingt gründlich die Hände.
  • Weitere Tipps gegen Zahnungsschmerzen

Auch wenn Mediziner immer wieder behaupten, das Zahnen würde dem Baby keinerlei Schmerzen bereiten und die Probleme würden sich nur in der Phantasie der Erwachsenen abspielen, haben die Eltern immer noch ein Gefühl für Ihre Kinder. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und ignorieren Sie am besten die kontroversen Diskussionen. Sie spüren, wenn sich etwas verändert oder es ihrem Kind nicht gut geht. Und das zählt letztendlich.

Ein zahnendes Kind kann eine große Belastung für die ganze Familie darstellen. Die Atmosphäre ist unangenehm für jeden, der sich mit einem permanent nörgelnden Baby in einem Raum aufhält - besondern wenn man wegen der nächtlichen Schreiattacken desselbigen kaum geschlafen hat. Tröstlich ist, dass nicht jeder Zahn gleich schlimm ist. Die ersten Zähnchen und später die Backenzähnchen haben es besonders in sich. Aber auch diese Zeit wird besser werden und wenn sich nach den Milchzähnen die bleibenden Zähne durchschieben, kann Ihr Kind Ihnen wenigstens sagen, wenn etwas weh tut oder unangenehm ist. Übrigens kann es während des Zahnens auch zum Stillstreik kommen.

Text: C. D. / Stand: 15.01.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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