Förderung von Kindern mit Asperger-Autismus

Wie kann man Asperger Autisten fördern?

Asperger-Autismus - auch als Asperger-Syndrom bezeichnet - ist eine leichte Form der autistischen Störung. Betroffene Kinder haben vor allem in den Bereichen Kommunikation, Sozialverhalten und Motorik Probleme. Autismus ist nicht heilbar, dennoch gibt es eine Reihe von Therapiemöglichkeiten, welche bei dieser Erkrankung hilfreich sind.

Die Ergotherapie für Asperger Kinder

Eine Ergotherapie ist für jedes autistische Kind zu empfehlen. Hier werden motorische Defizite, Konzentrationsschwächen und Gleichgewichtsstörungen behandelt. In spielerischer Art und Weise lernen Asperger Kinder ihre Grob- und/oder Feinmotorik zu verbessern. Es wird gemalt, geschrieben, gebastelt, mit Ton oder Holz gearbeitet und natürlich fließen auch sportliche Elemente in die Ergotherapie ein. Durch den Kontakt mit der Ergotherapeutin schulen Kinder ganz nebenbei ihre sozialen Fähigkeiten. Eine Sonderform der Ergotherapie ist die tiergestützte Ergotherapie. Die Praxis besitzt entweder einen Hund, eine Katze oder manchmal auch ein Pferd oder einen Esel. Im Kontakt mit den Tieren können sich autistische Kinder eher öffnen als im Kontakt zu Menschen. Das Tier baut hier die Brücke zwischen Patient und Therapeut. Das Rezept für die Ergotherapie muss der Kinder- oder Hausarzt ausstellen.

Die Psychotherapie

Bei dem Wort "Psychotherapie" bekommen viele von uns erst mal einen Schreck. Das ist aber völlig unnötig. Hat ein Patient körperliche Beschwerden, so wird er sich an seinen Hausarzt wenden. Und bei seelischen Problemen (und Autismus ist eine seelische Behinderung) ist eben oftmals eine Psychotherapie angezeigt. Hier wird das Selbstwertgefühl der Kinder gestärkt und Selbstsicherheit erlernt. In kleinen Rollenspielen wird der Kinder- und Jugendpsychotherapeut versuchen, das Verhalten der kleinen Patienten zu spiegeln und Anregungen geben, welche effektiveren Verhaltensweisen angezeigt sind. Autistischen Kindern fällt es schwer, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. In der Psychotherapie bekommen sie wirksame "Werkzeuge" in die Hand, mit deren Hilfe sie die gängigsten Situationen im Alltag bewältigen können. Beispiel: wenn jemand traurig ist, so sollte man nicht herumalbern, sondern sich zurückhalten.

Die Hippotherapie

Einen ähnlichen Ansatz wie die tiergestützte Ergotherapie hat auch die Hippotherapie - die Therapie mit und auf dem Pferd. Das Reiten an sich fördert den Gleichgewichtssinn und verbessert somit auch die eventuell vorhandenen motorischen Probleme. Neben dem Reiten gehört auch die Pflege des Pferdes zur Therapie dazu. So kann ein gewisses Verantwortungsgefühl erlernt werden. Für Autisten, welche in sich zurückgezogen leben, ist das ein großer Fortschritt. Leider ist die Hippotherapie keine anerkannte Therapieform und muss folglich aus eigener Tasche bezahlt werden.

Das soziale Kompetenztraining für Asperger Kinder besondes wichtig!

Vielerorts haben sich Autismus-Regionalverbände gebildet. Diese - und auch Autismus-Ambulanzen - bieten oftmals ein soziales Kompetenztraining an. Eine kleine Gruppe von Asperger-Autisten lernen mit mehreren Betreuern, wie sie am besten soziale Situationen meistern. Größere Kids bekommen beispielsweise vermittelt, wie sie vor einer Gruppe (Klasse) einen Vortrag halten oder ein Experiment durchführen. Kleinere Kids lernen die Grundlagen des sozialen Zusammenlebens, wie etwa dem anderen zuhören und ihn aussprechen lassen.

Zusätzliche Betreuungsleistungen

Steht die Diagnose Autismus, so können Eltern für ihre Kinder bei der zuständigen Pflegekasse zusätzliche Betreuungsleistungen beantragen. Je nach Grad der Behinderung stehen der Familie pro Monat 104 oder 208 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen zur Verfügung. Damit können Hilfen über die Heilerziehungspflege, dem Pflegedienst oder der mobilen Behindertenhilfe "eingekauft" werden. Diese Betreuungsleistungen werden gezahlt, um die Angehörigen zu entlasten. Denn das Leben mit einem autistischen Kind ist fordernd und kräftezehrend und Eltern benötigen unbedingt auch Zeiten für sich selbst, um dem gerecht zu werden.

Hilfen über das Jugendamt

Über die "Eingliederungshilfe für behinderte Kinder und Jugendliche" - welche das Jugendamt gewährt - können weitere Hilfen angeboten werden. So zahlen manche Jugendämter die Hippotherapie für autistische Kinder. Auch eine Mal- oder Musiktherapie ist eventuell so zu finanzieren. Neben diesen Leistungen berät das Jugendamt die Eltern auch zu allen anderen relevanten Fragen in Zusammenhang mit der autistischen Störung, etwa bei Problemen in Kindergarten oder Schule oder bei der Erziehung. Das Amt verweist gegebenenfalls an weitere Institutionen, wie etwa das Regionalschulamt oder die Krankenkasse.

Zum Schluss noch ein Hinweis: für ein autistisches Kind kann ein Schwerbehindertenausweis beantragt werden. Meist liegt der Grad der Behinderung zwischen 60 und 80 Prozent - häufig werden auch Merkzeichen eingetragen.
Text: K. L. / Stand: 18.05.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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