Wenn der Vater nur am Wochenende zu Hause ist....

Eine glückliche Familie am Wochenende
Am Wochenende ist Papa nur für die Familie da
Foto: © Deklofenak


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Papa ist nur am Wochenende zu Hause

Die Tasche ist gepackt, und steht bereit an der Tür. Den Autoschlüssel in der Hand schleicht der Vater nochmal in das Kinderzimmer und drückt jedem Kind einen Kuss auf die Stirn. Es ist Sonntagabend, die Kleinen hat er noch ins Bett gebracht, nun liegt eine lange Autofahrt vor ihm. Seinen Job erledigt der Vater zweier Kinder dreihundert Kilometer entfernt. Erst am Freitagabend wird er sie wieder persönlich in den Arm nehmen können. Ähnlich erleben es viele Väter, deren Wochen aus fünf Tagen arbeiten in einer anderen Stadt und zwei Tagen Intensiv-Wochenende mit den Kindern und der Partnerin besteht.
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Dieses Familienmodell hält immer öfter Einzug in Familien und zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Vom Bauhelfer bis zum hochqualifizierten Ingenieur oder Manager pendeln Väter unter der Woche zu ihren Jobs, wohlwissend dass dies nicht das Optimum für Frau und Kinder bzw. sie persönlich ist. Diese Väter haben entweder die Wahl nicht freiwillig und nur nach Abwiegen der Vor- und Nachteile getroffen oder sich ganz bewusst mit allen Konsequenzen für ihren Job und die Karriere entschieden. Wie kann man so ein Wochenende mit der Familie gestalten?

Belastungen für die Familie

Denn die Arbeit im entfernten Ort bringt einige Belastungen mit sich, die eine Familie welche sieben Tage unter einem Dach lebt, einfach nicht kennt. Die Väter sehen sich nicht ohne Grund in der Verantwortung und stehen auch heutzutage noch oft als "Ernährer der Familie" da. Der Druck ist daher groß, der Arbeitsmarkt jedoch nicht immer Familien wohlgesonnen. Die Miete für eine große Wohnung mit Kinderzimmern muss bezahlt werden, Kredite laufen vielleicht weiter und Kosten für Schulbücher, die Klassenfahrt oder den Familienurlaub summieren sich. Andererseits sind Jobchancen, vor allem Aufstiegschancen, nur rar gesät. Bietet sich einem die Möglichkeit, im Job voran zu kommen, nehmen viele Väter diese Gelegenheit wahr.

Der zentrale Lebensmittelpunkt der Familie muss mit dem Arbeitsort leider nicht immer konform gehen. Die Kinder haben ihre Freunde in dem Kindergarten und der Schule, sind mit Lehrern vertraut, genießen die Betreuung durch die Großeltern - sie sind voll sozial integriert. Man möchte sie nur ungern aus ihrem Umfeld reißen. Zudem hat oft die Ehefrau oder Lebenspartnerin auch einen Job, den sie gegebenenfalls aufgeben müsste.

Ist der Ehemann oder Partner unter der Woche nicht zu Hause, bedeutet das für die Frau und Mutter wie auch für die Kinder eine große Belastungsprobe. Viele Entscheidungen müssen spontan allein getroffen werden, Ämtergänge erledigt, die Kinder allein betreut werden. Es wird auch abends keiner beim Abwasch helfen oder den Müll runterbringen. Ist ein Kind krank, fehlt nicht nur der tröstende Papa im Ernstfall, sondern auch eine zweite Betreuung für das Kind - was zwangsläufig immer einen Arbeitsausfall und damit einen Nachteil im Job für die Mutter bedeutet. Außerdem braucht die Familie immer wieder Hilfe von außen, die ein Babysitter oder Verwandte wie die Großeltern, Onkel und Tante usw. erfordern - ansonsten müssten Elternabende an den Schulen ausfallen, der Friseurtermin abgesagt werden und vieles mehr. Mal schnell in den Supermarkt laufen, weil man die Butter vergessen hat, bedeutet dann, zwei Kinder im Winter in dicke Jacken und Stiefel hüllen und sich auf dem Weg zum Einkauf ärgern, dass man nicht gleich besser geplant hat.

Zeit für Kinder und Partnerin ist wichtig

Die Kinder entwickeln einen ganz eigenen Umgang mit ihrem Vater. Da Papa nur am Wochenende zu Hause ist, ist die Zeit knapp. Väter legen viel Wert darauf, diese Zeit mit den Kindern zu verbringen und die Woche wieder aufzuholen. So dass die Beziehung zur Partnerin schnell zu kurz kommen kann, denn viele Dinge müssen am Wochenende auch noch nebenbei erledigt werden. Die Kinder selbst wiederum müssen lernen, die Abwesenheit ihres Vaters zu akzeptieren. Das fällt nicht immer leicht, wenn ein "Vater-Kind"-Nachmittag in der Schule ansteht, der Sohn ein Vater-Gespräch braucht oder die Tochter eine starke Schulter zum kuscheln sucht.

Viele Väter leben diese Art des Familienalltags über Jahre hinweg und die Kinder wachsen hinein. Je nach Alter des Kindes ist es für die Familie einfacher oder schwerer. Je älter die Kinder sind, desto mehr brauchen sie ihren Vater als männliche Bezugsperson. Moderne Medien wie Internet, Videotelefonie oder Handys machen es den Familien leichter, die Trennung in der Woche zu meistern. Gab es eine gute Note in der Schule, ist Papa auch schnell per Mail informiert. Und die Gutenachtgeschichte wird durch ein abendliches Telefonat mit Einschlaflied ersetzt und zum Ritual. Nur der Kuss per Telefon ist nicht das Gleiche wie die echte warme Umarmung von Papas starken Armen vor dem Schlafen gehen...
Text: C. D. / Stand: 13.12.2018

Natürlich haben wir auch einige Infos für Paare mit Kindern, die sich getrennt haben. In diesem Fall sieht der Wochenendpapa seine Kinder meist nur alle zwei Wochen für ein Wochenende.

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