Judo für Kinder
Text: S.H., Fitnesstrainer / Letzte Aktualisierung: 27.04.2026
Ab welchem Alter ist Judo für Kinder geeignet?
Kampfsport als Gewaltprävention!? In Zeiten steigender Gewalt und Kriminalität bei Kindern liegt dieser Gedanke nahe. Der Kampfsport Judo geht sogar einen Schritt weiter. Der respektvolle Umgang mit dem Gegner und seinen "Mitstreitern" schult z.B. soziale Kompetenzen bereits im Kindesalter. Wir verraten Ihnen welche Vorteile der aus Japan stammende Sport für Kinder hat und wie Sie als Eltern davon profitieren können. Was tun, wenn das Kind keinen Sport machen will?
Warum Judo Kinder stärker macht
Ein Kampf beim Judo beginnt mit einer tiefen Verbeugung vor dem Gegner - Respekt und Fairness werden beim Judo besonders groß geschrieben. Den Gegner fair zu behandeln, nicht unsportlich zu agieren und stets moralisch zu handeln - all dies sind Grundregeln, die Kinder bereits ab 5 Jahren beim Judo erlernen können. In dieser jungen Lebensphase helfen solche Erfahrungen sogar dabei, die Hürden des Lebens besser zu meistern. Judo schult z.B. den Umgang mit anderen Kindern und lehrt bei Konflikten auf Gewalt zu verzichten.
Gesundheitlich gesehen hat Judo ebenfalls Einiges zu bieten. Judo präsentiert sich hier als ganzheitlicher Sport, der die Bereiche Ausdauer, Kraft, Koordination und Geschicklichkeit harmonisch in Kombination bringt, wie kaum eine andere Sportart für Kinder. Die Ausdauer wird durch gezielte Aufwärmübungen trainiert, bei denen oft die gesamte Körpermuskulatur zum Einsatz kommt. Was das Kräfteverhältnis beim Judo betrifft, geht es weniger um die Stärke der Kids. Effiziente Wurf- und Hebeltechniken ermöglichen beim Judo einen Gegner zu besiegen, ohne ihn dabei schmerzhaft zu verletzen. Spezielle Falltechniken tragen beim Judo dazu bei, das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Sportliche Fairness in diesem Ausmaß findet man in kaum einem anderen Sport für Kinder.
Grundsätzlich darf das Erlernte nur zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Hier lernen Kinder, bewusst mit den kämpferischen Fähigkeiten umzugehen und diese nur im Notfall einzusetzen. Das erlangte Selbstbewusstsein hingegen, dürfen Kinder selbstverständlich im Alltag einsetzen. Vor allem schwächere und kleinere Kinder können davon profitieren und treten in der Schule und im Freundeskreis mit gestärktem Selbstbewusstsein auf. Hinzu kommt die Tatsache, dass Kinder, die einen Kampfsport ausüben, durch ein verstärktes Bewusstsein für Gerechtigkeit auftreten. Aus moralischer Sicht ein weiterer Pluspunkt für Judo.
Darum sollten Kinder Judo lernen
Nicht zuletzt die körperliche Ertüchtigung trägt dazu bei, dass Ihre Kinder in der Freizeit und zuhause deutlich ausgeglichener sind. Das Gewalt- und Aggressionspotential nimmt ab und gerade Kinder, welche kurz vor und in der Pubertät stecken, finden in Judo einen wertvollen Ausgleich.
Wo Judoanzug kaufen?
- Spezialisierte Budo-Shops im Internet (z.B. budo-shop.de, ju-sports.com)
- Sport Scheck
- OTTO und andere große Versandhändler
- Beim Heimverein - oft als Komplettpaket
- Gebraucht in Kleinanzeigenportalen
Judoanzüge gibt es z.B. von:
- Adidas
- Matsuru
- Mizuno
- Green Hill
- Kusakura
- Ju-Sports (deutsche Marke)
Die Kosten für die Eltern, halten sich ebenfalls in Grenzen. Der weiße Judoanzug liegt - je nach Körpergröße - zwischen 30-50 Euro. Da Kinder schnell aus einem Judoanzug "rauswachsen", kann es sich lohnen nach einem gebrauchten Judoanzug Ausschau zu halten. Hinzu kommen die Mitgliedsbeiträge, welche Sie zu tragen haben. Diese liegen meist zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr in Vereinen und zwischen 20 und 40 Euro pro Monat in Kampfsportschulen. Einzig und allein die Tatsache, dass Judo für Kinder nicht überall angeboten wird, ist mit einem höheren Zeitaufwand verbunden. Vielleicht können Sie befreundete Kinder für Judo begeistern und sich gemeinsam mit weiteren Eltern zu einer "Judo Kinder - Fahrgemeinschaft" zusammenschließen.
Gürtelfarben im Kinder-Judo
Im Kinder-Judo gibt es ein eigenes Gürtelsystem mit Zwischenfarben - die klassischen Farben weiss, gelb, orange, grün, blau, braun und schwarz werden für Kinder noch einmal unterteilt. So gibt es vor jedem "richtigen" Farbgurt einen halben Schritt mit zweifarbigem Gürtel:
- weiss (Anfänger)
- weiss-gelb
- gelb
- gelb-orange
- orange
- orange-grün
- grün
Diese kleinen Stufen sind wichtig: Kinder erleben häufiger Erfolgsmomente, jede Prüfung schafft Motivation. Prüfungen werden meist vom Trainer abgenommen und kosten eine kleine Gebühr. Ab dem Jugendalter gilt dann das klassische Gürtelsystem bis zum Schwarzgurt (Dan).
Probetraining, Ausrüstung und Versicherung
Bevor Sie einen Judoanzug kaufen, lohnt sich ein Probetraining. Die meisten Vereine bieten zwei bis vier kostenlose Schnupperstunden an. Fürs Probetraining reicht eine bequeme Sporthose und ein langes T-Shirt - trainiert wird barfuss auf der Matte. Erst wenn das Kind dabeibleiben möchte, kommt der weiße Judoanzug (Judogi) dazu, in dem die Wurftechniken sicher ausgeführt werden können.
Vereinsmitglieder sind über den Sportverein in der Regel haftpflicht- und unfallversichert - das deckt typische Trainingsverletzungen ab. Anbieter ohne Vereinsanbindung (kommerzielle Kampfsportschulen) verlangen meist eine separate Mitgliedschaft, hier sollten Eltern nach dem Versicherungsschutz fragen. Wer einen Verein in der Nähe sucht, wird beim Deutschen Judo-Bund oder beim jeweiligen Landesverband fündig.
Häufige Fragen zum Kinder-Judo
Ab welchem Alter ist Judo für Kinder sinnvoll?
Die meisten Vereine bieten Judo ab etwa 5 Jahren an, oft als spielerisches Mini-Judo oder Bambini-Training. Ein regulärer Einstieg mit erstem Gürtel ist meist ab 6 oder 7 Jahren möglich. Wichtig sind weniger das genaue Alter als Spaß an Bewegung und Bereitschaft, sich auf Regeln einzulassen.
(Anmerkung des Webmasters: Ich bin schon im Alter von 3 Jahren zum Judotraining gegangen. Natürlich wurde da sehr spielerisch trainiert, und wir haben erst „Purzelbäume“ gemacht, bevor es an die klassische Fallschule ging! Ich bin damals sehr gerne zum Judotraining gegangen.)
Was kostet Judo für Kinder?
Im Verein liegt der Mitgliedsbeitrag meist zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr. Kommerzielle Kampfsportschulen verlangen typischerweise 20 bis 40 Euro pro Monat. Hinzu kommt der Judoanzug für 30 bis 50 Euro sowie eine kleine Prüfungsgebühr für jeden neuen Gürtel.
Welche Gürtelfarben gibt es im Kinder-Judo?
Für Kinder gibt es eigene Zwischengürtel: weiss, weiss-gelb, gelb, gelb-orange, orange, orange-grün, grün. Die Stufen werden bei Gürtelprüfungen erworben und motivieren Kinder, weiter zu trainieren. Erst Jugendliche und Erwachsene durchlaufen die klassischen Gürtelfarben bis Schwarzgurt.
Ist Judo auch für Mädchen geeignet?
Ja, Judo ist für Mädchen genauso geeignet wie für Jungen. In Kindergruppen wird oft gemischt trainiert. Mädchen profitieren besonders von dem Selbstbewusstsein und den Selbstverteidigungs-Grundlagen, die Judo vermittelt.
Was sollten Kinder zum Probetraining anziehen?
Für das Probetraining reicht bequeme Sportkleidung: lange Jogginghose und langärmeliges T-Shirt. Trainiert wird barfuß auf der Matte. Ein Judoanzug muss erst angeschafft werden, wenn das Kind beim Sport bleiben möchte.