Auch Mütter brauchen Pausen

Eine völlig gestresste Mutter und ihre Kinder
Gestresste Mütter sollten sich ruhig eine Pause gönnen
Foto: © Scott Griessel

Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Tipps für gestresste Mütter

Kinder sind etwas Wunderbares. Sie schenken uns Zuneigung, Liebe und viele unvergessliche Momente.

Mütter sind auf ganz besondere Art und Weise mit ihnen verbunden - schließlich haben sie den Nachwuchs 9 Monate in ihrem Bauch beherbergt und unter den Schmerzen der Wehen in diese Welt hineingeboren. Obwohl auch die Väter immer mehr an der Kindererziehung teilhaben, so sind es doch in den meisten Familien die Mütter, welche die Hauptarbeit als Familienmanagerin leisten. Wer daneben noch einer festen Arbeit nachgeht, der weiß wie hart es ist, den Spagat zwischen Beruf, Familie und den eigenen Bedürfnissen zu schaffen. (Frauen zwischen Beruf und Familie) Aber auch die "Nur-Hausfrauen" können ein Lied davon singen, wie anstrengend ihr Alltag ist. Ganz klar: Mütter haben Pausen dringend nötig, doch wie können sie diese kleinen Auszeiten in ihrem 24-Stunden-Job integrieren?

Der Körper sendet unmissverständliche Signale

Kinder wecken, Frühstück vorbereiten, den Nachwuchs in den Kindergarten oder zur Schule bringen und anschließend in die Arbeit hetzen - für viele Mütter beginnt der Tag stressig. Der Chef fordert mal wieder 150 Prozent und Überstunden sind an der Tagesordnung. Daheim warten Hausaufgaben, Geschwisterstreitigkeiten, eine Ladung Bügelwäsche und eine Geschirrspülmaschine, welche auch noch ausgeräumt werden muss. Inmitten des ganz alltäglichen Wahnsinns klagen die Mütter nicht selten über Kopfschmerzen, Schwindel, Rückenbeschwerden und einem Gefühl des Ausgebrannt-Seins. Der Körper signalisiert: Stopp, so geht es nicht weiter! Er fordert unmissverständlich Pausen ein, da niemand täglich ununterbrochen auf Hochtouren laufen kann, ohne seine Gesundheit zu gefährden. Werden diese Signale übersehen, so kommt es nicht selten im Laufe der Zeit zu einem Burnout.

Pausen müssen eingeplant werden

Papa liest den Kinder was vor
Damit Mama sich eine Pause gönnen kann, kann Papa die
Kinderbetreuung übernehmen
Foto: © WavebreakMediaMicro

Wer hofft, schon irgendwann am Tag mal etwas Zeit für sich zu finden, der kann lange warten. Pausen müssen genau wie alle anderen anstehenden Aufgaben geplant werden. Schon kleinere Auszeiten können dabei helfen, neue Kraft zu tanken und wieder entspannter zu werden. Die halbe Stunde Nordic Walking vor dem Frühstück oder ein kleiner Spaziergang direkt nach der Arbeit verschaffen einen Ausgleich zur oft sitzenden beruflichen Tätigkeit und die frische Luft tut Körper und Seele gut. Statt des abendlichen Internet-Surfens kann es sinnvoll sein, ein gutes Buch in die Hand zu nehmen oder ein Telefongespräch mit der Freundin zu führen. Auch regelmäßig durchgeführte Entspannungsübungen, wie Yoga oder Autogenes Training, tragen dazu bei, gelassener durchs Leben zu gehen.

Partner und Großeltern können Mütter entlasten

Ohne die Hilfe des Partners oder der liebevollen Großeltern sind Auszeiten für Mütter nur schwer zu realisieren. Besonders dann, wenn die Frau einmal mehrere Stunden am Stück für sich haben möchte, wird eine Betreuung für den Nachwuchs notwendig. Der Mann muss verstehen, was seine Partnerin den ganzen Tag über leistet und unter welch enormer Anspannung sie steht. Meist realisiert er es aber erst dann, wenn er einmal ganz allein für alles zuständig ist. Nach einem vollen Tag mit Kindern, Haushalt und Beruf stöhnt wohl jeder Mann: "Oh Gott ich wusste ja gar nicht wie anstrengend das ist! Wie schaffst du das nur?" Tja, schaffen kann Frau das Ganze nur dann, wenn sie ihre eigenen Bedürfnisse nicht ständig untergräbt. Schon die Mithilfe des Partners bei der Hausarbeit (ja, Männer können durchaus auch mal die Wäsche aufhängen und das Essen kochen!) oder die Unterstützung bei der Hausaufgabenbetreuung verschaffen der Mutter etwas mehr Zeit, welche sie für sich selbst beanspruchen kann. Sind die Kinder größer, so kann die Frau auch einmal über ein Wellness-Wochenende oder einen Kurzurlaub mit der Freundin nachdenken. Und ganz wichtig: Mütter müssen ihre Bedürfnisse beim Partner "anmelden". Viele Männer brauchen dazu ganz klare Worte, da sie sonst nie auf die Idee kämen, dass ihre Partnerin überlastet ist.

Gestresste Mütter können sich z.B. dabei ausruhen:

  • Buch lesen
  • Eine Stunde in der Badewanne
  • Saunabesuch
  • Ein Tag im Spa
  • Eine Stunde Sport
  • Eine Massage vom Partner
  • Mama-Zone einrichten
  • Meditieren

Darf ich das denn?

Sich Pausen zu gönnen ist für viele Frauen gar nicht so leicht. Oft spukt der alte Anspruch im Kopf herum, alles perfekt machen zu müssen. Schließlich will man ja eine gute Mutter sein! Da kann man doch nicht die Kids mal eine Stunde länger im Hort lassen, um sich selbst in der Zeit etwas Gutes zu tun ... oder doch? Liebe Mütter: die meisten Kinder fühlen sich unter ihren Freunden so wohl, dass sie es absolut nicht als Zumutung erleben, wenn sie mal etwas länger im Kindergarten oder dem Schulhort bleiben müssen! Und eine ausgeglichene Mutter ist wesentlich angenehmer zu ertragen als ein abgehetztes Exemplar, welches bei jeder Kleinigkeit in die Luft geht! Niemand muss perfekt sein - auch Mütter nicht. Es ist nicht so wichtig, ob die Wohnung vor Reinlichkeit glänzt und immer alles sofort erledigt wird. Der eigene Anspruch steht dem Bedürfnis nach Ruhe und Pausen nicht selten im Weg. Hier gilt es anzusetzen und neue Denkweisen einzuüben.

Vorbild für die Kinder

Wie soll der eigene Nachwuchs lernen, dass es wichtig ist, sich Pausen zu gönnen, wenn wir als Mütter es ihm nicht vorleben? Kinder übernehmen viele Verhaltensweisen, welche sie sich von ihren Bezugspersonen abschauen. Welche Chance steckt darin, den Kids vorzuleben, dass Entspannung und regelmäßige Pausen für die Gesundheit von Körper und Seele absolut notwendig sind? Denken Sie einmal darüber nach - vielleicht bei einer schönen Tasse heißem Tee, ganz gemütlich auf der Couch.
Text: K. L. / Stand: 28.03.2017

Und was tun, wenn sich Nachbarn über Kinderlärm beschweren?

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