Erbrechen bei Babys

Baby nach dem Erbrechen auf Mamas Arm
Nehmen Sie Babys nach dem Erbrechen ruhig auf den Arm
und trösten sie - Foto: © Pelz


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Babys übergeben sich speziell im ersten Lebensjahr immer wieder. Als Mutter oder Vater reagiert man schnell, nimmt das Kind hoch, tut was zu erledigen ist. Der Schreck und die Sorge um das Baby bleiben jedoch immer im Hinterkopf. Hat es nur gespuckt oder ernsthaft gebrochen? Wie muss ich mich verhalten und wann sollte mein Kind zum Arzt?

Erbrechen oder Spucken - die Unsicherheit

In den ersten Wochen und Monaten übergeben sich viele Babys recht oft. Ursache dafür ist in der Regel keine ernsthafte Krankheit, sondern der normale Reflux, der Eintritt, wenn das Kind zu viel getrunken hat. Der straffe Muskel, der den Magen zur Speiseröhre bei Erwachsenen abschließt, ist bei Babys noch nicht stark genug. Alles was zu viel getrunken wurde, läuft quasi wieder heraus. Dies sind meist kleinere Mengen. Bringt ein Baby jedoch schwallartig und mehrfach hintereinander Milch wieder, so handelt es sich um Erbrechen. Die Babys werden schnell schlapp und sind müde, sie quengeln.

Ursachen für Erbrechen bei Babys

Meist steht eine Infektionskrankheit hinter dem Erbrechen. Die Magenschleimhaut ist entzündet. Hauptauslöser sind in der Regel Viren. Diese Erkrankungen gehen immer wieder auch mit Durchfall einher. Ferner können Entzündungen des Mittelohrs, der Harnwege oder des Blinddarms Erbrechen als Symptom aufweisen. Sogar bei Atemwegsentzündungen tritt der für die Babys sehr anstrengende Reflux auf. Seltener hingegen ist eine schwerwiegende Magenpförtnerverengung der Auslöser für das explosive Erbrechen eines Kindes.

Was hilft gegen Erbrechen bei Babys?

Nehmen Sie das Kind auf den Arm und trösten Sie es. Sorgen Sie dafür, dass es das Erbrochene nicht einatmet oder wieder verschluckt. Greifen Sie zu einer Decke oder einem Handtuch bzw. einer anderen Unterlage und breiten Sie diese auf dem Fußboden aus. Setzen oder legen Sie das Kind darauf, so kühlt es nicht so schnell aus und kann nirgendwo hinunterstürzen, während Sie das Erbrochene sauber machen. Die Unterlage kann danach in der Waschmaschine wieder gereinigt werden, ein Teppich hingegen nicht. Waschen Sie das Kind mit lauwarmem Wasser aus einer Schüssel und mit einem Waschlappen ab. Ziehen Sie es wenn nötig um. Sollte der Säugling wieder erbrechen, beginnt das Spiel von vorn. Ältere Säuglinge können Sie in eine Schüssel brechen lassen, wenn Sie deren Kopf etwas stützen. Halten Sie das Baby möglichst während es sich übergibt aufrecht.

Nach dem Erbrechen

Säuglinge sind nach dem Übergeben sehr schwach. Schlaff und müde wollen sie meist liegen und schlafen. Kalter Schweiß und Kreislaufprobleme sind keine Seltenheit. Tupfen Sie den Schweiß mit einem Tuch ab und lagern Sie gegebenenfalls die Beine älterer Säuglinge etwas höher. Das A und O bei Babys mit Erbrechen ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, denn sie dehydrieren extrem schnell. Muttermilch ist die beste Medizin, stillen Sie das Baby jedoch lieber öfters in kleinen Mahlzeiten. Flaschenkinder können kleinen Mengen Tee und Wasser trinken oder verdünnte Milchnahrung erhalten. Bleibt die Flüssigkeit nicht drin, darf der Magen ruhig eine kleine Pause machen. Dann versuchen Sie nach und nach, ca. aller halbe Stunde, dem Baby wieder Flüssigkeit schluckweise zuzuführen. Spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke unterstützen den Flüssigkeitshaushalt des Babys. Bekommt der Säugling nach einem halben Jahr bereits die erste feste Beikost, so können Sie zum Beispiel dünn pürierte Karotten mit etwas Salz und Traubenzucker teelöffelweise füttern. Hat das Baby dann für zwölf Stunden nicht mehr erbrochen, so beginnen Sie mit dem langsamen Kostaufbau für Säuglinge ab einem halben Jahr. Leicht verträgliche Nahrung, wie Reis oder Kartoffeln stehen mit leicht verdaulichem Gemüse wie Möhren oder Pastinaken auf dem Plan.

Sie müssen Ihr Kind beim Arzt vorstellen, wenn:

  • Das Kind keine Flüssigkeit mehr zu sich nimmt
  • Über mehrere Stunden, maximal 12, immer wieder stark erbricht
  • Wenn das Erbrechen gemeinsam mit Durchfall auftritt
  • Blut im Erbrochenen ist
  • Anzeichen einer Dehydrierung zu erkennen sind, zum Beispiel Weinen ohne Tränen, eine eingefallene Fontanelle oder schlaffe Haut, keine nassen Windeln - hier kann Lebensgefahr drohen

Sind Sie sich unsicher oder haben Zweifel bzw. Fragen, suchen Sie bitte immer den Kinderarzt auf. Er kann Medikamente gegen das Erbrechen verschreiben oder per Infusion für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen. Außerdem geht er bei unsicherer Diagnose der Ursache des Erbrechens tiefgründiger nach.
Text: C. D. / Stand: 08.12.2018

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]