Verstopfung bei Babys

Mutter tastet Babys Bauch ab
Fühlt sich Babys Bauch hart an, kann das auf
eine Verstopfung hindeuten - Foto: © S.Kobold

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Kneift das Bäuchlein eines kleinen Kindes, müssen nicht immer Koliken oder Durchfall die Ursache sein. Selbst die Kleinsten können schon unter Verstopfung leiden. Dies ist für sie mit Schmerzen aber auch mit Angst verbunden.

Ausbleibender Stuhlgang ist nicht gleich Verstopfung

Hat ein Kind einmal für mehrere Tage keinen Stuhlgang, ist die Aufregung bei den Eltern groß. Doch ausbleibender Stuhl ist nicht sofort ein Anzeichen für eine Verdauungsstörung. Besonders gestillte Kinder haben in den ersten drei bis vier Monaten nur sehr selten eine Verstopfung. Ist die Windel in den ersten sechs Wochen noch mehrmals gut gefüllt, so stellt sich im Alter ab sieben Wochen die Verdauung leicht um. Meist haben die Kinder dann ab und zu auch einige Tage gar keinen Stuhlgang, dies ist völlig normal. Meist beginnen die ersten Probleme mit der Gabe der Beikost im Alter von sechs bis sieben Monaten. (So führen Sie Beikost ein)

Symptome einer Verstopfung bei Babys und Kleinkindern

Vermuten Sie bei Ihrem Kind eine Verstopfung, so sollten Sie genau auf einige spezielle Symptome achten. Tasten Sie den Bauch des Kindes ab, ob er hart ist. Beobachten Sie den Appetit des Babys oder Kleinkindes. Immer wieder leiden betroffene Kinder an Appetitlosigkeit. Sie quengeln und sind unruhig oder haben Schmerzen, bevor sie in die Windel drücken. Heraus kommt meist sehr harter kugeliger und fester Stuhl, der von übelriechenden Blähungen begleitet wird und trocken ist. Drei Stuhl-Windeln pro Woche sollte ein gesundes Kind nach Möglichkeit produzieren.

Ursachen für Verstopfung (Obstipation) bei Babys

Sehr oft ist in der Nahrung der Kinder die Ursache für die Verstopfung zu finden. Gestillte Babys haben seltener Probleme, denn Muttermilch ist leicht verdaulich. Mit dem Einführen der Beikost beginnen oft erst die Probleme. Viele Kinder reagieren empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel, auch muss der Darm von nun an ganz neue Herausforderungen meistern. Doch auch Stress oder seelische Belastungen schlagen Babys und kleinen Kindern immer wieder auf die Verdauung. Gab es einen Umzug, ist die Bezugsperson des Kleinen gerade nicht da oder sind Sie auf Reisen gegangen? Selbst das Trocken- und Sauberwerden der Kinder bringt Druck und Stress, der sich in einer Verstopfung äußern kann. Nicht zuletzt könnten eventuell körperliche Erkrankungen oder Medikamente als mögliche Ursache in Frage kommen. Schilddrüsenfunktionsstörungen, Missbildungen im Verdauungstrakt und Diabetes Mellitus sind neben Multipler Sklerose nur einige wenige Beispiele, die jedoch äußerst selten der Auslöser einer Verstopfung sind.

Was hilft gegen Verstopfung bei Babys?

Verstopfungen sind durchaus eine ernstzunehmende Sache. Sie können dem Kind starke Schmerzen bereiten und sogar chronisch werden. Tritt häufiger eine Verstopfung bei Ihrem Kind auf oder wird diese von starken Schmerzen begleitet bzw. dauert Tage an, sollten Sie zunächst einen Arzt aufsuchen. Er gibt Ihnen Tipps und gegebenenfalls Medikamente, wie beispielsweise Glycerinzäpfchen oder ein Abführmittel. Bei Kindern mit Milchersatznahrung kann bei immer wieder auftretenden Verstopfungen der Hersteller der Nahrung gewechselt werden.

Hausmittel gegen Verstopfung bei Babys

Erhalten die Kleinen bereits Beikost, so sollte diese ballaststoffhaltig sein. Viel Obst und Gemüse, das stuhlauflockernd ist, unterstützt die Verdauung. Verzichten Sie hingegen auf Bananen oder Schokolade bzw. gesüßte Lebensmittel. Achten Sie immer darauf, dass Ihr Baby oder Kleinkind genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Geben Sie wenn nötig Wasser oder ungesüßte Tees als Getränk zwischen den Mahlzeiten. Warme Bäder und Bauchmassagen mit Kümmelöl regen die Darmtätigkeit an. Ist Ihr Kind alt genug für das Töpfchen, so führen Sie regelmäßige Toilettenzeiten ein, zum Beispiel nach dem Aufstehen, vor dem Mittagsschlaf und so weiter. Das Kind dabei zu drängen und unnötig unter Druck zu setzen, kann sich negativ auswirken. Eine gesunde Ernährung und vor allem viel Bewegung sind die idealen Voraussetzungen, um eine Verstopfung erst gar nicht auftreten zu lassen. Kinder haben oft Angst nach einer Verstopfung, dass ihr großes Geschäft beim nächsten Mal wieder Schmerzen verursacht und verhalten daraufhin den Stuhlgang. Ein Teufelskreis beginnt. Lenken Sie ältere Kinder nach Möglichkeit ein wenig ab, während sie auf der Toilette oder dem Töpfchen sitzen und dehnen Sie die "Sitzung" nicht zu lang aus. Belohnungssysteme für ein erfolgreiches "A-A" haben sich schon oft bei Kindern bewährt.
Tipps für die Sauberkeitserziehung

Babys und Kleinkinder brauchen bei einer Verstopfung viel Zuwendung und den Trost ihrer Eltern. Nach und nach reguliert sich die Verdauung der Kleinen meist selbst und Verstopfungen treten seltener auf.
Text: C. D. / Stand: 11.04.2019

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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