Eiertrudeln - Ein Osterbrauch

In diesem Artikel erklären wir was es mit dem Osterbrauch Eiertrudeln auf sich hat. Außerdem finden Sie auch einige Tipps, um das Ostereierschieben mit Ihrer Familie zu organisieren.

Ostereierschieben - Alter Brauch, großer Spaß

Ostereier zum Eiertrudeln
Der Osterbrauch Eiertrudeln ist ein Spaß für Groß und Klein - Foto: © ellensmile

Das Osterfest ist die erste Feierlichkeit nach Weihnachten, auf die sich Kinder ganz besonders freuen. Schließlich versteckt der Osterhase zahlreiche süße Leckereien, bunte Eier und gelegentlich auch kleine Spielzeuge im Garten und die fröhliche Suche hält ganze Familien auf Trab. Rund um Ostern haben sich jedoch auch in Deutschland einige traditionelle Bräuche erhalten, die sogar heute noch praktiziert werden. Das Eiertrudeln bringt Spaß und genug Bewegung, um das Osteressen direkt wieder abzutrainieren.
(Ideen für das Osterfrühstück)

Woher das Eiertrudeln kommt

Gänzlich geklärt ist die Herkunft des Eiertrudelns nicht. Es gilt jedoch als höchstwahrscheinlich, dass dieser Brauch vor mehr als 400 Jahren im ostsächsischen Bautzen entstand und sich von dort aus in weitere Regionen verbreitete. Früher trafen sich vor allem wohlhabendere Familien, die sich am oberen Ende eines Hügels aufstellten und nicht nur Eier hinabrollen ließen. Am unteren Ende warteten Kinder ärmerer Familien, die sich wiederum über die Geschenke freuten.

Auch heute noch ist ein Hügel unerlässlich für das Eiertrudeln. Schließlich sollen die ovalen Schönheiten ordentlich in Fahrt kommen und einen spaßigen Wettkampf ermöglichen. Die Regeln wiederum haben sich im Laufe der Jahrhunderte leicht verändert und können von Region zu Region variieren.

Das Eiertrudeln vorbereiten

Damit es am Ostersonntag - dem traditionellen Tag für das Ostereiertrudeln - genügend Roll- und Wurfmaterial gibt, müssen am Karsamstag zunächst Eier gekocht werden. Die abgekühlten Eier werden dann von den Kindern der Familien besonders bunt bemalt und verziert. Hier ist es empfehlenswert, die Eier in einer möglichst unverwechselbaren Art und Weise zu gestalten. Sonst nämlich kann es während des Wettkampfes zu Streitereien kommen, die dem schönen Tag einen faden Beigeschmack verleihen. Kinder können beispielsweise besondere Aufkleber verwenden, ihren Namen auf die Eier schreiben oder pro Kind eine bestimmte Farbe wählen.
(Ostereier bemalen mit Kindern)
Am Ostersonntag selbst werden die Eier zunächst versteckt und von den Kindern gesucht. Dann legen die Teilnehmer ihre Eier in einen Korb und spazieren gemeinsam zum Ort des Geschehens.

Unterschiedliche Formen des Eiertrudelns

Nach der Suche variieren die Regelwerke rund um das Eiertrudeln von Region zu Region. Dem klassischen Brauch aus Bautzen nach geben die teilnehmenden Kinder ihren Eiern vom höchsten Punkt des Hügels aus einen kräftigen Schubs, sodass diese hinabrollen. Das Ei, das die längste Strecke "getrudelt" ist und am Ende eine heile Schale behalten hat, gewinnt. Das Gewinnerkind darf dann alle unversehrten Eier behalten (auch die der Gegner), während die zerbrochenen Eier an Ort und Stelle aufgegessen werden müssen.

In Ostfriesland läuft der dort als "Eiertrullern" bekannte Brauch ein wenig anders ab. Familien treffen sich an einem Deich nahe der Nordsee und beginnen, ihre Eier hinabrollen zu lassen. Das Spiel wird hier in mehreren Runden gespielt, wobei jeweils nur die zerbrochenen und das am kürzesten getrullerte Ei ausscheiden. Am Schluss bleibt dann nur noch ein Spieler übrig und gewinnt.

Um Tränen am Ostersonntag zu verhindern, sollten Eltern gerade für kleinere Kinder eventuell Trostpreise bereithalten. Das Siegerkind dürfte sich angesichts seiner großen Ausbeute nicht daran stören und auch die Verlierer können ihren Verlust so schneller überwinden.
Text: A. W. / Stand: 04.06.2019

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