Blind Date
Text: C.D. / Tkni / Letzte Aktualisierung: 28.04.2026
Sich auf ein Blind Date einzulassen, kostet etwas Mut. Genau das macht den Reiz aus: Der Kick der Ungewissheit und die Erwartung machen das Treffen mit einer unbekannten Person spannend. Ein Foto des Dates oder nähere Angaben gibt es oft nur bruchstückhaft. Bis zur Verabredung bleibt offen, ob es ein Flop wird oder ein Erlebnis, an das man sich noch lange erinnert.
Was ist ein Blind Date?
Ein Blind Date ist ein Treffen mit einem Menschen, den man persönlich noch nicht kennt. Vor einigen Jahren kamen solche Verabredungen vor allem über Kontaktanzeigen, Freunde, Kollegen oder Flirthotlines zustande. Heute laufen die meisten Kennenlern-Versuche über das Internet. Statt zögerlicher Telefonate oder Brieffreundschaften beschleunigen Chats und Mails den ersten Kontakt. Singles suchen in Online-Partnerbörsen oder Dating-Apps nach Alleinstehenden und haben oft schon das eine oder andere Treffen hinter sich. Häufig tauschen beide vorab Bilder und Informationen aus - das Date fällt damit gar nicht mehr so "blind" aus wie früher.
Wie kommt ein Blind Date heute zustande?
Die Wege zum Blind Date sind vielfältiger geworden. Klassische Online-Partnerbörsen wie Parship, ElitePartner oder Lovescout setzen auf ausführliche Profile und Persönlichkeitstests. Apps wie Tinder, Bumble oder Hinge funktionieren dagegen schneller und vor allem über Bilder. Daneben gibt es immer noch die analogen Wege: Freunde, die verkuppeln wollen, Speed-Dating-Veranstaltungen in der Stadt oder ein Zufallskontakt aus dem Sportverein. Wer sich auf eine Verabredung einlässt, sollte vorher kurz prüfen, über welchen Weg der Kontakt entstanden ist - das beeinflusst, wie viel Vertrauen schon da sein kann und wie viel Vorsicht angebracht ist.
Die Erwartungshaltung bei einem Blind Date
Die Rose im Knopfloch als Erkennungszeichen wirkt heute angestaubt. Die Aufregung vor dem ersten Treffen ist trotzdem geblieben - viele mögen genau dieses Kribbeln. In Gedanken malt sich fast jeder das Gegenüber aus und projiziert eigene Wünsche auf einen Menschen, den er noch gar nicht kennt. Die Erwartungen sind dadurch hoch. Kommt Nervosität und die Sorge vor möglichen Fauxpas dazu, wird die Anspannung schnell größer als nötig. Wer das weiß, kann gegensteuern: Erwartungen bewusst niedriger ansetzen und das Treffen als unverbindliches Kennenlernen sehen, nicht als Bewerbungsgespräch für eine Beziehung.
Tipps für das erste Treffen
Bei einem Date kann einiges schief gehen. Etwas Planung im Vorfeld schadet darum nicht. Die erste Frage lautet meist: Wo treffen wir uns? Empfehlenswert sind neutrale Orte, an denen man sich gut unterhalten kann. Diskothek und Kino fallen damit weg - dort kommt kein Gespräch zustande. Besser sind Eiscafés, Cocktailbars oder ein Spaziergang im Park. Ist das Hobby des Gegenübers bekannt, kann man den Treffpunkt daran ausrichten - etwa im Museum, auf der Rollschuhbahn oder im Tierpark. Das Wetter gehört mit in die Planung: Ein Park-Treffen bei Dauerregen wird schnell unangenehm. Von Blind Dates in der Lieblingskneipe, in der Freunde und Bekannte vorbeischauen, sollte man absehen. Auch das eigene Zuhause ist tabu - aus Sicherheitsgründen und weil ein erstes Treffen ohne Rückzugsoption schnell Druck aufbaut.
Weitere beliebte Orte für ein Blind Date:
- Restaurants
- Cafés
- Bars
- Museen und Ausstellungen
- Parks und Wälder
- Seen, an denen man Boote ausleihen kann
- Wochenmärkte
- Bowlingbahn oder Minigolf
Weitere Tipps für Singles
Der Albtraum vieler Singles ist ein erstes Treffen, bei dem das Gespräch nicht in Gang kommt. Ein gutes Gleichgewicht aus Fragen und Informationen über sich selbst - ohne dabei direkt zu viel zu verraten - führt meist zum Erfolg.
Authentische Dates kommen am besten an. Kleidung, in der man sich wohl fühlt und sich nicht verkleidet vorkommt, hilft dabei. Wer mit realistischen Erwartungen und etwas Gelassenheit ins Treffen geht, wird seltener enttäuscht. Höflichkeit, Spontaneität und gute Manieren haben noch keinem Blind Date geschadet. Auch das Begleichen der Rechnung durch den Mann wird selbst von emanzipierten Frauen oft positiv aufgenommen - alternativ teilt man sich die Kosten, das ist heute ebenso üblich.
Gesprächsthemen beim Blind Date - und Tabus
Worauf lässt sich ein Gespräch aufbauen, das nicht ins Stocken gerät? Gut funktionieren Themen, bei denen beide etwas erzählen können: Hobbys, Reisen, Filme, Musik, der eigene Beruf, Lieblingsorte in der Stadt. Auch der Anlass des Kennenlernens selbst ist ein Aufhänger - "Was hat dich eigentlich dazu gebracht, dich anzumelden?" bringt schnell ein echtes Gespräch in Gang. Wer gut zuhört und nachfragt, wirkt sympathischer als jemand, der einen Monolog über sich selbst hält.
Beim ersten Treffen besser meiden:
- ausführliche Schilderungen vergangener Beziehungen oder Trennungen
- der eigene Ex und was an ihm oder ihr falsch war
- Krankheiten, finanzielle Probleme oder Familienstreit
- politische oder religiöse Reizthemen
- direkte Fragen zu Kinderwunsch oder Heirat
Diese Themen sind nicht tabu für immer - aber sie gehören nicht in die ersten zwei Stunden Kennenlernen. Sie wirken bedrückend oder zu fordernd und nehmen dem Treffen die Leichtigkeit.
Wenn die Chemie nicht stimmt
Viele Singles spüren schon nach wenigen Minuten, dass das Gegenüber nicht passt. Manchmal stellt sich eben keine Sympathie ein. Vorgetäuschte Anrufe von Freunden oder ein erfundener Notfall bleiben besser in der Schublade - das ist meistens leicht zu durchschauen. Höflicher ist es, die Wahrheit auszusprechen: "Danke für das nette Treffen, aber ich glaube, wir passen nicht so recht zusammen." Ist das Gegenüber sympathisch, aber als Partner nicht der oder die Richtige, kann man trotzdem einen schönen Abend daraus machen - manchmal entstehen so Freundschaften.
Nach dem Date: Wie geht es weiter?
War das Treffen schön, kommt schnell die Frage: Wer meldet sich zuerst, und wann? Eine starre Regel gibt es nicht. Eine kurze Nachricht am gleichen oder nächsten Tag ("Hat mir gut gefallen gestern - melde mich, wenn du Lust auf einen zweiten Abend hast") nimmt beiden Seiten den Druck. Wer zwei oder drei Tage wartet, signalisiert nicht automatisch Desinteresse - viele wollen das Erlebte erst sacken lassen.
Beim zweiten Treffen darf es ruhig persönlicher werden. Ein Restaurant, ein Konzert oder eine gemeinsame Aktivität bietet mehr Raum als ein erstes Kennenlernen im Café. Wichtig bleibt: Auch nach einem gelungenen Blind Date entsteht nicht automatisch eine Beziehung. Erst nach mehreren Treffen zeigt sich, ob aus Sympathie mehr wird.
Stellt sich nach ein, zwei Treffen heraus, dass es doch nicht passt, hilft eine ehrliche Nachricht. Funkstille - das sogenannte Ghosting - wirkt aus Sicht des anderen oft verletzender als eine kurze, klare Absage.
Beim Blind Dating die Sicherheit nicht vernachlässigen
Die Anonymität des Internets hat schon einige Singles dazu verleitet, mit falschen Angaben auf Partnersuche zu gehen. Nicht jedes Date ist so aufrichtig, wie es sich beide wünschen würden. Ein Treffen auf neutralem Boden ist deshalb sinnvoll. Die Fahrt im Auto des Unbekannten oder ein erster Besuch bei ihm zu Hause birgt Risiken. Auch wenn man das Gefahrenpotenzial nicht überbewerten sollte - etwas Vorsicht ist angebracht.
Sicherheitsregeln vor dem ersten Treffen:
- Treffpunkt an einem öffentlichen Ort vereinbaren
- einer Vertrauensperson sagen, mit wem man sich wo trifft
- Standort über das Handy mit einem Freund teilen
- eigenes Auto oder öffentliche Verkehrsmittel für Hin- und Rückweg
- keine Adresse, keine Bankdaten, keine sensiblen Persönlichkeitsdaten preisgeben
- Getränke nicht unbeaufsichtigt stehen lassen
Verraten Sie nicht zu viel - und vor allem keine wichtigen persönlichen Daten. Vertrauen darf wachsen, sollte aber nicht erzwungen werden.
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Häufige Fragen zum Blind Date
Wer zahlt beim Blind Date?
Dafür gibt es heute keine feste Regel mehr. Klassisch bezahlt der Mann, viele Frauen bestehen aber darauf, ihren Anteil zu übernehmen. Ein guter Mittelweg: Wer einlädt, übernimmt beim ersten Treffen die Rechnung; beim nächsten Mal kehrt sich das um. Getrenntes Bezahlen ist ebenfalls völlig in Ordnung.
Wie lange sollte ein Blind Date dauern?
Ein bis zwei Stunden sind ein guter Richtwert für das erste Treffen. Stimmt die Chemie, kann es länger werden. Stimmt sie nicht, bietet eine zeitliche Begrenzung einen natürlichen Ausstiegspunkt - ein vorher erwähnter Termin am Abend hilft dabei.
Sollte man Freunden vom Blind Date erzählen?
Mindestens einer Vertrauensperson sollte man Bescheid sagen: wo das Treffen stattfindet und wann es ungefähr endet. Das ist keine Übervorsicht, sondern gesunder Menschenverstand - vor allem, wenn der Kontakt online entstanden ist.
Was anziehen beim ersten Blind Date?
Kleidung, in der man sich wohl fühlt und die zum Ort passt. Ein Café-Date verlangt keinen Anzug, ein Restaurantbesuch keinen Kapuzenpulli. Verkleidet wirken hilft niemandem - der erste Eindruck soll zur eigenen Person passen, nicht zu einer Rolle.
Was tun, wenn das Gegenüber ganz anders aussieht als auf den Fotos?
Tief durchatmen und das Treffen erstmal durchgehen. Ein abweichendes Aussehen sagt noch nichts über den Charakter. Wirkt das Verhalten allerdings unstimmig oder bedrückend, ist ein freundlicher, frühzeitiger Aufbruch jederzeit erlaubt.
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