Wenn der Partner trinkt / Drogen nimmt
Text: K. L. (Online-Redakteurin) / Letzte Aktualisierung: 22.04.2026
Wenn der Partner trinkt oder Drogen nimmt, belastet es die Beziehung. Doch was kann man tun? Unsere Autorin gibt Betroffenen hilfreiche Tipps.
Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:
Was tun, wenn der Partner Alkohol trinkt / Drogen nimmt?
In der Bundesrepublik Deutschland leben schätzungsweise mehr als eine Million Menschen mit einem suchtkranken Partner zusammen. Die Abhängigkeit bezieht sich in den meisten Fällen auf den Alkohol, aber gerade auch in den letzten Jahren nahm der Missbrauch von Drogen drastisch zu. Nicht nur die Suchtkranken allein sind von ihrer Krankheit betroffen - auf jeden von ihnen kommen rein statistisch gesehen 4 - 5 Angehörige, welche unter den Folgen ihres abhängigen Partners leiden.
Die möglichen Gründe für eine Alkoholabhängigkeit sind vielfältig. Eine Überlastung im Beruf, Beziehungsprobleme oder eine Überforderung durch Kinder und Haushalt sind nur einige mögliche Ursachen.
Co-Abhängigkeit
Egal ob Alkohol, Drogen oder Medikamente - wer von einer Sucht betroffen ist, der weiß, dass sich das gesamte Denken nur noch um das Suchtmittel dreht. Ähnlich geht es den Partnern. Sie versuchen verzweifelt zu helfen, planen Therapien und informieren sich über mögliche Hilfen für den Suchtkranken. Dabei geraten sie nicht selten in eine Co-Abhängigkeit und werden dadurch ein wesentlicher Teil des Problems, ohne dass es ihnen bewusst ist. Selbstverständlich ist der Wunsch, den Betroffenen helfen zu wollen, ganz natürlich. Doch indem der gesunde Partner die Verantwortung übernimmt, macht er sich zum Verbündeten des Suchtkranken und unterstützt damit indirekt dessen Problematik.
Wie kann man dem Partner helfen?
In einer Co-Abhängigkeit befindet sich unter anderem, wer das Verhalten seines suchtkranken Partners deckt oder entschuldigt ("Mein Mann hat die Magen-Darm-Grippe und kann nicht zur Arbeit kommen!") oder ihm Aufgaben abnimmt, die er allein erledigen könnte. Auch wenn es schwer fällt: geben Sie Ihrem Partner die Verantwortung zurück! Er muss die Konsequenzen für sein Handeln spüren, auch wenn dies natürlich Einfluss auf die gesamte Partnerschaft hat. Solange Sie Ihren Partner jedoch decken, wird sich sein Verhalten nicht ändern.
Evtl. kann auch ein Gespräch mit dem Hausarzt helfen. Holen Sie auch andere Familienmitglieder oder gute Freunde mit ins Boot.
Sich selbst nicht vergessen
Das Leben mit einem suchtkranken Partner ist alles andere als einfach. Nicht selten empfinden Angehörige Schuld, wälzen sich in Selbstzweifeln und unterdrücken ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse. Das Leben wird der Sucht angepasst - und man selbst verliert sich dabei immer mehr. Damit das nicht passiert, ziehen Sie die Reißleine! Achten Sie darauf:
- die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen
- die eigenen Hobbys und Interessen zu pflegen
- Freundschaften nicht zu vernachlässigen
- Verantwortung für Ihr Leben und das Ihrer Kinder zu übernehmen
- Achten Sie darauf, dass der Partner nicht das ganze Familieneinkommen für seine Sucht ausgibt. Evtl. ist ein eigenes Konto hilfreich.
- deutlich Grenzen zu setzen
- Hilfe suchen und annehmen
Vertrauen Sie sich einem guten Freund oder einer lieben Freundin an und erleben Sie, wie gut es tut, wenn jemand zuhört. Außenstehende haben einen ganz anderen Blickwinkel auf die Situation und können so wertvolle Gedankenanstöße bieten.
Manchmal ist es besser die Beziehung zu beenden. Schauen Sie genau, ob Sie sich in der Beziehung noch wohl fühlen!
Wenn der Partner trinkt, Beratungsangebote nutzen
Wenn der Partner trinkt oder ein Drogenproblem hat, so ist es für die Angehörigen ganz schwer, allein aus dieser Lage herauszukommen. Viele von ihnen fühlen sich durch die oft jahrelange Sucht des Partners so ausgelaugt und verzweifelt, dass sie einfach nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll. Spätestens hier ist Hilfe gefragt.
Beratungsstellen, wie beispielsweise das "Blaue Kreuz", bieten fachlich qualifizierte Unterstützung und können Angehörige auf den ersten Schritten zurück in ein selbstverantwortliches Leben begleiten. Sie vermitteln auch Hilfsangebote für betroffene Kinder.
Eine weitere Möglichkeit zum Austausch bieten Selbsthilfegruppen für Partner von suchtkranken Menschen. Allein die Tatsache zu wissen, dass man mit seinen Problemen nicht allein ist, wirkt sehr entlastend. Nicht selten leidet auch die eigene Gesundheit durch die Sucht des Partners. Neben körperlichen Beschwerden können Ängste und Depressionen bis hin zu Suizidgedanken und Selbstmordversuchen auftreten.
Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Hausarzt, wenn Sie sich physisch oder psychisch krank fühlen. Er wird Sie an einen erfahrenen Psychotherapeuten verweisen. Eventuell kann auch ein stationärer Aufenthalt angebracht sein, welcher zugleich den Vorteil bietet, etwas Abstand zum Geschehen zu finden.
Eine Suchterkrankung verändert nicht nur das Leben der Betroffenen selbst, sondern auch die gesamte Situation in der Familie. Partner und Kinder benötigen daher ebenso kompetente Unterstützung wie derjenige, welcher die Hände nicht vom Alkohol oder den Drogen lassen kann.
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[Bitte beachten Sie: Wir geben hier nur allgemeine Hinweise! Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an eine Beratungsstelle oder einen Arzt Ihres Vertrauens!]
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