Überforderung bei Alleinerziehenden

Als Alleinerziehender Hilfe annehmen

Die aufregende Babyzeit mit viel zu wenig Schlaf, die nervenaufreibende Trotzphase, der Eintritt in die Grundschule und schließlich die Kunst, das eigene Kind durch die Pubertät zu begleiten - Eltern müssen so einiges leisten, bis ihr Nachwuchs "aus dem Gröbsten raus" ist.

Alleinerziehende haben es doppelt schwer, denn hier fehlt der Partner, auf dessen Schultern sich die kleinen und großen Alltagssorgen mit verteilen lassen. Gefühle der Überforderung, Verzweiflung und Angst vor der Zukunft sind nicht selten. Doch zum Glück gibt es Hilfen, um Alleinerziehende zu unterstützen und zu entlasten.

Probleme alleinerziehender Eltern

Etwa jedes 5. Kind hat seinen Lebensmittelpunkt bei nur einem Elternteil. In diesen Familien fehlt nicht nur ein Partner, sondern auch ein zweites Einkommen. Die betroffenen Mütter oder Väter sind in der Regel berufstätig und trotzdem reicht der Lohn oder das Gehalt gerade bei Frauen häufig nicht aus, um die Familie über die Runden zu bringen. (Wenn am Monatsende das Geld alle ist)

Eng mit den Finanzen verbunden ist die Tatsache, dass es in vielen Städten sehr schwer ist, eine geeignete Betreuungsmöglichkeit für den Nachwuchs zu finden. (Infos zum Thema Kinderbetreuung) Leben die Großeltern nicht in der Nähe, so ist es nicht leicht, eine Arbeitsstelle zu finden und gleichzeitig das Kind versorgt zu wissen. Neben all diesen praktischen Problemen herrscht bei Alleinerziehenden häufig eine große Angst vor, ihrem Kind nicht gerecht zu werden und die Erziehung einfach nicht allein zu schaffen.

Finanzielle Hilfen beantragen

Elterngeld, Unterhalt, Kinderzuschlag... viele Einelternfamilien sehen sich einem wüsten Dschungel verschiedenster Antragsformulare gegenüber, wenn es darum geht, finanzielle Leistungen zu beantragen. Doch keine Panik! Das Jugendamt sowie die Beratungsstellen karitativer Einrichtungen stehen Alleinerziehenden unter anderem bei allen Fragen bezüglich der Beantragung finanzieller Hilfen zur Seite. Neben dem Kindesunterhalt erhält der oder die Betroffene unter Umständen Trennungsunterhalt bzw. Geschiedenenunterhalt. Der Kinderzuschlag ist eine Sozialleistung, welche Alleinerziehenden zusteht, wenn diese nur über ein geringes Einkommen verfügen. So kann gegebenenfalls vermieden werden, ALG II zu beantragen. Elternteile, welche ihr Kind allein erziehen, haben den gleichen Anspruch auf Elterngeld wie alle anderen Familien auch, wenn sie die Voraussetzungen dafür erfüllen.

Hilfe bei der Erziehung und im Alltag

Schild Auszeit und eine Blüte
Auch Alleinerziehende sollten sich eine Auszeit gönnen
Foto: © Thomas Francois

Alleinerziehende sind auf die Rückendeckung im Familien- und Freundeskreis angewiesen. Viele Einelternfamilien haben sich mit der Zeit zusätzlich ein privates Netzwerk aufgebaut und bekommen Unterstützung in allen möglichen Lebenslagen angeboten. Diese sollte gerade in Zeiten von Überforderung auch angenommen werden. Ebenso ist es absolut kein Zeichen von Unfähigkeit, sich an eine Erziehungsberatungsstelle zu wenden, wenn einem die Probleme mit dem Nachwuchs über den Kopf wachsen. Im Gegenteil. Professionelle Berater betrachten die jeweilige Situation aus einem anderen Blickwinkel heraus und oftmals helfen schon kleine Veränderungen, um wieder Herr der Lage zu werden. Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, eine sozialpädagogische Familienhilfe in Anspruch zu nehmen. Diese Unterstützung muss beim Jugendamt beantragt werden und stellt eine praxisnahe Hilfe im Alltag dar. Alleinerziehenden entstehen hierdurch keinerlei Kosten. Und noch ein Tipp: in Phasen der Überforderung kann es einfach gut tun, sich den Telefonhörer zu schnappen und einer neutralen Person das Herz auszuschütten. Folgende Möglichkeiten stehen Eltern dabei offen:

  • Elterntelefon der "Nummer gegen Kummer": 0800 /1110550
  • Telefonseelsorge: 0800 / 1110111 oder 0800 / 1110222

Mutter- / Vater-Kind-Kur

Gerade Alleinerziehende befinden sich häufig im Spagat zwischen Erwerbstätigkeit, Kindererziehung und den eigenen Bedürfnissen. Neben den kleinen Auszeiten, die zwar schwer zu organisieren, aber dennoch wichtig sind, kann eine Mutter/Vater-Kind-Kur eine Möglichkeit sein, um wieder neue Kraft zu tanken. Eine besondere Variante stellen dabei die Schwerpunktkuren für Alleinerziehende dar. Durch den Abstand zum Alltag kommen die Mütter und Väter zur Ruhe, sie werden in verschiedenen Entspannungsverfahren angeleitet und lernen, wieder mehr auf sich selbst zu achten und sich nicht durch überhöhte Ansprüche permanent zu überfordern. Hilfe bei der Beantragung einer Kurmaßnahme bekommen Alleinerziehende unter anderem bei den Kurberatungsstellen karitativer Einrichtungen und auch bei ihrer Krankenkasse.
Mutter-Kind-Kurkliniken in Deutschland

Alleinerziehende stehen täglich vor einer großen Herausforderung. Dennoch kann es gelingen, mit Hilfe und Unterstützung die eigenen Kraftreserven zu mobilisieren und den Alltag zu stemmen. Regelmäßige Zeiten, in denen die eigenen Bedürfnisse befriedigt werden können, helfen ihnen dabei.
Text: K. L. / Stand: 18.05.2019

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