Vegetarische Ernährung für Kinder & Babys

Mädchen mit fliegendem Gemüse
Vegetarische Ernährung für Kinder kann Spaß machen
Foto: © Konstantin Yuganov


Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Kinder vegetarisch ernähren

Egal ob ein Teenager den Entschluss gefasst hat, sich durch sein individuelles Essverhalten von den Eltern abzugrenzen, oder ob diese ihre Form der Ernährung überzeugt auf ihr Kind übertragen - die vegetarische Ernährung für Kinder wirft oft Fragen auf. Verunsichert sind Eltern in erster Linie, da sie Mangelerscheinungen und die damit verbundenen möglichen Entwicklungsstörungen bei ihrem Kind fürchten.
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Vegetarische Ernährung und ihre Unterformen

Vegetarier ist nicht gleich Vegetarier. Grundsätzlich werden drei Formen des Vegetarismus unterschieden. Etwa 8 von 10 Menschen, die sich bewusst ohne Fleisch ernähren, zählen zu den Laktovegetariern und Ovolaktovegetariern. Während sich Ovolaktovegetarier gänzlich ohne Fisch und Fleisch ernähren, verzichten sie jedoch nicht auf Milch, Milchprodukte und Eier. Laktovegetarier streichen darüber hinaus auch noch die Eier von ihrem Speiseplan. Laut DGE (Deutscher Gesellschaft für Ernährung) besteht kein Grund, Kinder nicht in diesen Formen zu ernähren, sofern sie eine ausgewogene Kost samt allen notwendigen Nährstoffen erhalten. Einig sind sich Experten jedoch, dass die dritte Form des Vegetarismus, die vegane Ernährung, für Kinder und Jugendliche gänzlich ungeeignet ist. Bei dieser strengen Form der fleischlosen Kost, nehmen Kinder keinerlei tierische Produkte zu sich, bis hin zum Honig oder Gummibärchen aus tierischer Gelatine. Die Gefahr von Mangelerscheinungen und damit entwicklungsbedingter Beeinträchtigungen ist sehr hoch. Vegan ernährte Kinder müssen häufig auf eine Supplementierung der vorenthaltenen Nährstoffe durch Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

Auch ohne Fleisch gesunde Kinder

Die größte Gefahr der vegetarischen Ernährung eines Kindes liegt in erster Linie in der Unterversorgung mit Eisen und Zink. Speziell Fleisch ist ein wichtiger Eisenlieferant. Wird darauf verzichtet, gehört genügend eisenreiche pflanzliche Kost auf den Speiseplan. Dazu zählen vor allem Hülsenfrüchte, Hafer und Hirse, außerdem Vollkornbrot. Ergänzt wird diese Kost durch eisenreiches grünes Blattgemüse wie Spinat, Mangold, Feldsalat sowie durch Nüsse, Trockenfrüchte und Kürbiskerne. Pflanzliches Eisen kann vom Körper weitaus weniger verwertet werden, als tierisches. Jedoch erhöht Vitamin C die Eisenaufnahme aus pflanzlicher Kost. Lebensmittel wie etwa Paprika, Orangen, Hagebutten, Sauerkraut, Kartoffeln oder Kiwis vervollständigen die gesunde vegetarische Ernährung der Kinder. Da das Kind die Nährstoffe ausreichend in anderer Form zu sich nimmt, kommt es nur selten zu Mangelerscheinungen. Ähnlich verhält es sich während Wachstumsschüben, in denen zum Beispiel im Laufe der Pubertät ein erhöhter Kalziumbedarf besteht. Dank der Milch und Milchprodukte, sowie Hülsenfrüchten und grünem Blattgemüse entsteht auch hier keine Unterversorgung.

Typ "Puddingvegetarier" birgt Gefahren

Giraffe aus Gemüse
Was essen Kinder bei einer vegetarischen Ernährung?
Foto: © famveldman

Eltern, die lediglich einem Trend folgen und ihr Kind fleischlos ernähren ohne die vorenthaltenen Stoffe durch andere zu ersetzen, gefährden ihr Kind. Generell reicht es nicht aus, den Nachwuchs zukünftig ausschließlich ohne Fleisch zu ernähren. Vielmehr gilt es, sich genau zu informieren, wie die Ernährung nun in ihrer Gesamtheit geändert werden sollte. Unterlassen Eltern diesen wichtigen Schritt, ist die gesunde Entwicklung ihres Kindes nicht mehr gewährleistet. Probleme in der kognitiven Entwicklung, der Jodversorgung sowie ein erhöhtes Risiko für Osteoporose könnten die Folge sein. Ebenso besteht die Gefahr eine geringere Anzahl immunaktiver Zellen zu besitzen, sowie unter Müdigkeit und Appetitlosigkeit zu leiden. Die körperliche Belastbarkeit sinkt. Dank einer ausgewogenen Kost bleibt dieses Risiko jedoch recht gering. Mediziner empfehlen, ein vegetarisch ernährtes Kind ein Mal pro Jahr im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung einem Bluttest zu unterziehen. Außerdem raten Experten, erst ab dem 18. Lebensmonat gänzlich auf Fleisch zu verzichten. Bei der Einführung der ersten Beikost mit 6 Monaten sind die Eisenreserven eines voll gestillten Babys aufgebraucht. Daher ist es ratsam, bei jedem Mittagsbrei des Babys 20 g Fleisch in Bio-Qualität beizumengen. Lesen Sie auch: Vegetarische Ernährung in der Schwangerschaft

Vegetarische Ernährung für Kinder wird dem Nährstoffbedarf in jeder Lebensphase gerecht, sofern sie ausgewogen und gesund ist. Es spricht nichts dagegen, von Mischkost auf eine fleischlose Ernährung umzustellen, sofern diese nicht rein vegan ausfällt.

[ Sprechen Sie auch mit Ihrem Kinderarzt über diese Ernährungsform. Er kann Ihnen sagen, ob sie sich für Ihr Kind eignet und worauf Sie speziell achten sollten. ]
Text: C. D. / Stand: 11.11.2019

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