Vegetarische Ernährung in der Schwangerschaft

Schwangere schneidet Gemüse
Vegetarische Ernährung in der Schwangerschaft
Foto: © Ermolaev Alexandr

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Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, auf Fleisch und Fisch zu verzichten. Die so genannten Vegetarier haben unterschiedliche Gründe für die selbst gewählte Ernährungsform. Häufig sind diese ethnischer Natur, aber auch eigene gesundheitliche Probleme können Anlass dafür sein, das Fleisch von Tieren aus dem Speiseplan zu streichen. Dank der vielfältigen Angebote an den verschiedensten Lebensmitteln ist eine abwechslungsreiche Ernährung und somit die Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen kein Thema. (Tipps für eine ausgewogene Ernährung) Doch wie sieht es aus, wenn Frauen schwanger werden? Können vegetarisch lebende werdende Mütter den Nährstoffbedarf in dieser besonderen Zeit wirklich decken und auf welche Kriterien sollten sie dabei achten?

Vegetarische Ernährung für Schwangere

Viele schwangere Frauen möchten selbstverständlich auch in dieser besonderen Phase ihres Lebens ihren Ernährungsgewohnheiten treu bleiben. So kommt es für überzeugte Vegetarier überhaupt nicht in Frage, sich ein Stück Lachsfilet auf den Teller zu legen oder sich ein Grillwürstchen zu genehmigen. Müssen Sie auch nicht. In unseren Geschäften findet sich eine Vielzahl an Lebensmitteln, mit denen auch Vegetarierinnen ihre Ernährung abwechslungsreich gestalten können. Obst und Gemüse sind ideale Vitaminlieferanten, Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen bringen hochwertiges pflanzliches Eiweiß mit und für gesunde Ballaststoffe sorgen Vollkornprodukte wie Vollkornbrot oder Vollkornnudeln. Nicht zu vergessen sind hochwertige Öle mit ihren wertvollen ungesättigten Fettsäuren und natürlich die breite Palette der Milchprodukte, angefangen bei Joghurt bis hin zu verschiedenen Käsevariationen.
Leider haben einige Vegetarierinnen das Prinzip einer gesunden Ernährung noch nicht verstanden. Sie lassen einfach Fleisch und Fisch weg und ernähren sich ansonsten genauso ungesund wie immer: früh ein Weißmehlbrötchen, mittags schnell die Dose Eintopf in der Mikrowelle erwärmt und abends den Veggie-Burger aus dem Fast-Food-Restaurant. Werden so genannte "Pudding-Vegetarier", wie diese ungesunde Form des Vegetarismus oft scherzhaft genannt wird, schwanger, dann schlagen natürlich Ärzte und Hebammen Alarm. Ein Nährstoffmangel - zuerst bei der Mutter und dann beim Ungeboren - zeigt ganz deutlich, dass die Schwangere unbedingt ihre Ernährung gesünder gestalten muss, da sonst gesundheitliche Folgen drohen.

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Hauptproblem: Eisenmangel

Fleisch zählt zu den wichtigsten Eisenlieferanten - das lernen schon die Kinder in der Grundschule. Doch auch pflanzliche Nahrungsmittel bringen dieses Spurenelement mit. So übertrifft Spinat mit einem Eisengehalt von 3,5 mg a 100 g den roten Kraftspender, welcher nur ca. 2 mg Eisen auf 100 g aufweist, deutlich. Auch Zucchini und Artischocke (1,5 mg), Grünkohl und Erbsen (1,9 mg), Fenchel (2,7 mg), Schwarzwurzel (3,3 mg) und Topinambur (3,7 mg) sind gute Eisenlieferanten. Zwar lässt sich das Eisen aus dem Fleisch leichter verwerten als aus pflanzlichen Nahrungsmitteln, doch dies kann durch die gleichzeitige Zufuhr von Vitamin C ausgeglichen werden. Getreideliebhaber können sich freuen: das volle Korn mit Keimling und Randschichten trägt auch wesentlich zu einer guten Eisenversorgung bei. Kombiniert man all diese Nahrungsmittel geschickt miteinander, so muss in der Regel keine werdende Mutter einen Eisenmangel befürchten.

Vitamin B 12 für Zellteilung und Nervensystem

Im Vergleich zu Fleischessern weisen Vegetarier deutlich häufiger einen Mangel an Vitamin B 12 (Cobalamin) auf. Dieses Vitamin wird in unserem Körper für die Zellteilung, die Blutbildung und das Nervensystem benötigt. Nimmt die Schwangere nicht genügend davon auf, so kann das Baby in seiner Entwicklung beeinträchtigt werden. Als wichtigste B 12 Quellen zählen Muskelfleisch und Innereien. Da Vegetarier diese Lebensmittel nicht zu sich nehmen, müssen sie auf Milchprodukte und auf Eier, welche ebenfalls viel Cobalamin enthalten, ausweichen.

Frauenarzt über die vegetarische Ernährung informieren

Frauen entscheiden sich meist nicht erst während der Schwangerschaft für eine vegetarische Ernährung. Die meisten leben diese Ernährungsform bereits seit längerer Zeit und sind dementsprechend gut darüber informiert. Dennoch kann es sinnvoll sein, bereits zu Beginn der Schwangerschaft dem behandelnden Arzt zu berichten, dass man sich vegetarisch ernährt. Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge wird regelmäßig der Eisenwert überprüft und auf Wunsch kann auch der B 12-Wert getestet werden. Geben diese Untersuchungen Hinweise auf einen Nährstoffmangel, so wird der Arzt der werdenden Mutter entsprechende Nahrungsergänzungsmittel empfehlen.

Eine vegetarische Ernährung während der Schwangerschaft ist also durchaus möglich, wenn sich die werdende Mutter diesbezüglich im Vorfeld gut informiert. Ihr Speiseplan sollte aber abwechslungsreich gestaltet sein und möglichst wenig stark verarbeitete Lebensmittel enthalten.
Text: K. L. / Stand: 04.06.2019

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[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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