Wenn am Monatsende das Geld alle ist...

Was tun, wenn am Monatsende das die Haushaltskasse leer ist?

Das kennen sicher viele, wenn es am Monatsende mal wieder so aussieht:

Im Kühlschrank stehen nur noch wenige Lebensmittel, der Nachwuchs soll bis übermorgen 10 Euro für einen Tagesausflug mit in den Kindergarten bringen und neue Windeln für das Baby müssen auch wieder rangeschafft werden. Doch in der Geldbörse herrscht gähnende Leere. Das Haushaltsgeld ist aufgebraucht - und dabei ist das Monatsende noch einige Tage entfernt.

Jeder kann in eine finanzielle Notlage geraten

Wenn kurz vor Monatsende das Geld ausgeht, dann ist guter Rat teuer. Schließlich kann die Familie nicht nur von Luft und Liebe leben, sondern es werden Lebensmittel, Körperpflegeprodukte, Waschmittel und Reinigungsprodukte benötigt. Mit einer geschickten Planung passiert solch eine Situation zum Glück nur äußerst selten und doch kann jede Familie einmal in diese Notlage kommen. Häufig sind es unerwartet hohe Ausgaben, welche nicht durch einen bestimmten Rücklagebetrag abgedeckt werden können. Vielleicht muss eine neue Waschmaschine angeschafft werden oder das Auto benötigt dringend teure Ersatzteile, da es sonst nicht durch den TÜV kommt. Auch können persönliche Umstände, wie beispielsweise eine langfristige Erkrankung, die finanziellen Planungen mächtig durcheinander wirbeln.

Einfache Gerichte aus den Vorräten zaubern

Spiegelei mit Tomaten
Ein preiswertes Essen hübsch angerichtet macht richtig Appetit - Foto: © anandabgd

Doch was tun, wenn die Haushaltskasse leer ist? Behalten Sie unbedingt einen kühlen Kopf und denken Sie genau nach, wie Sie Ihre Familie bis zum Monatsende über die Runden bringen. Jetzt sind Einfallsreichtum und Kreativität gefragt. Das beginnt schon bei der Zubereitung der Mahlzeiten. Sichten Sie zuerst alle Vorräte, welche Sie noch haben. Liegen in den Tiefen des Eisschrankes vielleicht noch Brot und Brötchen? Eine Packung Rotkohl oder eine Tüte Mischgemüse? Auch die Trockenvorräte sind sehr wichtig: so lassen sich aus Mehl, Trockenhefe, Wasser und Salz leckere Brötchen oder ein Brot backen. Meist finden sich im Vorratsschrank auch Nudeln oder Reis. Mit einer Dose Pilze oder etwas Tomatenmark können daraus einfache Mahlzeiten bereitet werden. Kombinieren Sie einfach das, was Sie noch vorrätig haben - und wer weiß: vielleicht entdecken Sie ja so ein neues Lieblingsrezept? (Leckere Familienrezepte)

Körperpflege braucht keine teuren Produkte

Auch wenn Sie sich bisher mit einer gut riechenden Bodylotion verwöhnt haben: wenn das Geld alle ist, so müssen alle in der Familie Verzicht üben. Viele Körperpflegeprodukte sind, wenn man es einmal genau betrachtet, purer Luxus. Ein paar Tage ohne diverse Cremes, Sprays und Pülverchen sind also durchaus drin. Im Übrigen können Sie Ihre Zähne auch problemlos ein paar Tage mit Salz oder nur mit klarem Wasser putzen. Und für die Haare ist nicht zwingend ein Shampoo notwendig - ein Eigelb verrichtet diese Aufgabe genauso gut.

Reinigungsmittel selbst gemacht

Reicht das Geld nicht mehr für den Kauf von dringend benötigten Reinigungsmitteln, so ist auch das kein Problem. Obwohl es uns die Werbung immer suggeriert, dass wir dieses und jenes Mittel brauchen, um unsere Toilette, das Waschbecken oder das Geschirr sauber zu bekommen - in der Regel reicht eine Bürste, Wasser und etwas Muskelkraft. Hartnäckige Verschmutzungen in Bad und Küche löst ein selbst gemachter Essigreiniger (Essigessenz und Wasser mischen) genauso gut wie ein teures Markenprodukt. So kommen Sie gut bis zum Monatsanfang über die Runden.

Verwandte und Freunde um Hilfe bitten

Helfen die hier vorgestellten "Überlebensstrategien" nicht aus, dann bleibt Ihnen noch die Möglichkeit, Verwandte und Freunde um einen kleinen Vorschuss zu bitten. Haben diese Sie bisher als zuverlässige Menschen erlebt, werden Sie sicher auf ihre freundliche Bitte hin keine Ablehnung bekommen. Doch halten Sie den Leihbetrag so gering wie nur möglich - schließlich müssen Sie das Geld im nächsten Monat wieder zurückgeben. Sind bis Monatsende noch Rechnungen fällig, so müssen diese fristgerecht gezahlt werden, da sonst noch Mahn- und Verwaltungsgebühren hinzukommen. Eventuell können Sie sich mit dem jeweiligen Unternehmen in Verbindung setzen und um einen Zahlungsaufschub bitten. Ob Ihnen dieser allerdings gewährt wird liegt in der Kulanz des Rechnungsstellers. Bei Geldbeträgen, welche die Kinder mit in den Kindergarten oder die Schule bringen müssen, kann oftmals schon ein offenes Gespräch mit den Betreuern und Lehrern weiterhelfen.

Reserven anzapfen - nur im äußersten Notfall

Die Haushaltskasse ist leer, aber auf dem Konto schlummert noch ein kleiner Geldbetrag. Eigentlich war er ja für andere Dinge geplant... Das Anzapfen von finanziellen Reserven sollte nur im äußersten Notfall geschehen und die absolute Ausnahme sein. Wer sich jeden Monat auf seine Rücklagen stützt, der steht bald vor dem finanziellen Ruin. Gänzlich abzuraten ist von der Inanspruchnahme diverser Kreditangebote ("Sie brauchen 1000 Euro - wir helfen Ihnen schnell und unkompliziert!"), welche regelmäßig mit der Post ins Haus flattern. (Infos über Ratenkredite)

Haushaltsbuch führen - den Überblick behalten

Um zu verhindern, dass Ihr Haushaltsgeld vor dem Monatsende aufgebraucht ist, ist es ratsam ein Haushaltsbuch zu führen. Ermitteln Sie dafür zuerst das Budget, was Ihnen jeden Monat zur Verfügung steht. Nach Abzug aller festen Kosten bleibt ein bestimmter Betrag, welchen Sie für die Haushaltsführung zur Verfügung haben. Dieser kann nochmals in verschiedene Untergruppen aufgeteilt werden (Lebensmittel, Körperpflege, Reinigungsprodukte, Hobbys...) So behalten Sie immer den Überblick über Ihre Finanzen. Dabei sollten jeden Monat auch Rücklagen eingeplant werden, denn unerwartete Ausgaben kommen in jeder Familie vor.

Wer regelmäßig Schwierigkeiten hat, mit dem Haushaltsgeld auszukommen, der sollte sich generell einmal die Frage stellen, ob er nicht über seine Verhältnisse lebt. Ein Haushaltsbuch kann dabei Licht ins Dunkle bringen. Sollte das nicht ausreichen, so kann eine Schuldnerberatung in Anspruch genommen werden. Die Mitarbeiter dort beraten nicht nur dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, sondern helfen auch dabei, dass es erst gar nicht zum finanziellen Fiasko kommt.
Text: K. L. / Stand: 08.12.2018

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