Der Dispokredit

In diesem Artikel erklären wir was ein Dispokredit ist. Auch erfahren Sie hier mehr über die Höhe und Bedingungen für einen Dispokredit.

Mit einem Dispokredit finanzielle Engpässe überbrücken

Geld und das Wort Dispokredit
Was ist ein Dispokredit? - Foto: © Coloures-Pic

Manchmal reicht das Geld auf dem Girokonto nicht aus, um fällige Rechnungen, Einkäufe oder die Miete zu bezahlen. Wird ein gewisser Betrag nur kurzfristig benötigt, zum Beispiel weil sich Zahlungen verzögert haben, kann ein Dispokredit nützlich sein. Dieser wird jedoch nicht von jeder Bank und nicht für jeden Kontoinhaber eingeräumt. Wir erklären in unserem Ratgeber, was ein Dispokredit ist und welche Konditionen dafür gelten.

Erklärung: Was ist ein Dispokredit?

Der Dispokredit, oft auch nur kurz Dispo genannt, ist ein Kredit, den manche Banken für das kurzfristige Überziehen eines Girokontos einräumen. Für den Kontoinhaber bedeutet das, dass er Zahlungen auch dann vornehmen kann, wenn das Guthaben nicht ausreicht. Der Dispokredit gilt als Verbraucherdarlehen und wird im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in § 504 geregelt.

Geldinstitute sind jedoch nicht verpflichtet, ihren Kunden einen Dispokredit einzuräumen, sondern können die Gewährung von regelmäßigen Geldeingängen und der sonstigen Kreditwürdigkeit abhängig machen. Außerdem kann die monatlich zur Verfügung gestellte Summe begrenzt werden. In der Regel wird die Bank für das Einräumen des Dispos die Bonität des Kunden mithilfe der Schufa Holding AG oder einer anderen Auskunftei überprüfen und die Überziehungsmöglichkeit nicht gewähren, wenn dort Negativeinträge vorliegen. (Lesen Sie auch: Schufa Selbstauskunft) Der Dispositionskredit wird durch die Bank einseitig gewährt und erfordert keinen formellen Kreditantrag. Die Banken können die Höhe der Dispokreditsumme allerdings jederzeit begrenzen oder den Dispo sogar kündigen.

Welche Bedingungen gelten für den Dispokredit?

Mit einem Dispokredit kann ein Bankkunde zwar sehr kurzfristig über Geld verfügen, wenn das eigene Guthaben nicht ausreicht, aber diese Flexibilität bezahlt er zumeist mit sehr hohen Zinsen. Hier gilt es abzuwägen, denn auch durch das Nichtbegleichen anstehender Rechnungen können zusätzliche Forderungen entstehen. Dafür dürfen die Banken für den Dispokredit aber keine Bearbeitungsgebühr verlangen und auch pauschale Mindestgebühren sind nicht erlaubt.

Höhe des Dispokredits

Die Höhe des Dispokredits richtet sich nach den Zahlungseingängen (z. B. Gehalt, Rente, Unterhalt etc). Viele Banken legen den zwei- bis dreifachen Wert als Kreditlinie fest. (Also als Grenze bis zu der die Bank eine Überziehung duldet.) Die Höhe des Dispokredits steht auch meist auf den Kontoauszügen. Dort sind meist auch die Dispozinsen vermerkt.

Welche Alternative gibt es zur "erlaubten Überziehung" des Girokontos?

Generell sollte der Dispokredit nur für sehr kurze Zeit in Anspruch genommen werden. Wird das Geld länger oder eine höhere Summe benötigt, ist ein Ratenkredit meistens die bessere Wahl, da hier die Zinsen niedriger sind. Im Jahr 2017 lagen die effektiven Dispozinsen durchschnittlich bei rund 9,8 Prozent im Jahr, während der effektive Jahreszins für Ratenkredite zwischen rund zwei bis fünf Prozent schwankte. Mit einem Ratenkredit lässt sich übrigens ein Dispo auch umschulden. Das heißt, der Minusbetrag wird umgehend ausgeglichen, damit keine weiteren Zinsen anfallen. Auf keinen Fall sollte der Dispokredit genutzt werden, wenn Geld auf einem Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto beziehungsweise einem Sparbuch angespart wurde. Die Zinsen, die der Bankkunde bei diesen Sparformen erhält, liegen weit unter dem, was an Zinsen bei einem Dispokredit fällig wird. Um dadurch keine finanziellen Verluste zu erleiden, sollten Defizite auf dem Girokonto lieber mit dem Ersparten ausgeglichen werden.
Text: H. J. + K. F. / Stand: 29.11.2017

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