Was ist ein Burnout? Symptome, Behandlung

Text: I. R. (Medizin-Journalistin) / Letzte Aktualisierung: 23.06.2022

Was ist ein Burnout? Die Symptome
Das sollte man über Burnout wissen - Symbolbild: © Rido - stock.adobe. com

Eine Medizin-Journalistin erklärt in diesem Artikel was ein Burnout ist, welche Symptome auftreten können, wie man die Krankheit behandeln und wie man vorbeugen kann.

Was ist ein Burnout?

Burnout, chronischer Erschöpfungszustand, Depressionen: Aufgrund der wachsenden Belastungen am Arbeitsplatz und auch zu Hause fühlen sich immer mehr Menschen erschöpft, zunehmend gereizt und ausgebrannt. Die Symptome von Stressreaktionen ähneln sich, können jedoch voneinander abgegrenzt werden. Ein Burnout erfolgt oft durch eine Abfolge von Phasen, in denen die Betroffenen zunehmend ausbrennen.

Unbehandelt kann ein Burnout zu Angst- und Panikattacken, Depressionen bis hin zu einem körperlichen, geistigen und emotionalen Zusammenbruch führen. Je früher psychische Störungen erkannt und spezifiziert werden, desto besser greift die Behandlung. Weitere Informationen über Ängste, die Ursachen sowie Behandlung

Der Unterschied: Burnout - Depression

Es gibt verschiedene Definitionen für das Burnout Syndrom, eine davon lautet: "Emotionaler, geistiger und körperlicher Erschöpfungszustand nach einem vorangegangenen Prozess hoher Arbeitsbelastung, Stress und/oder Selbstüberforderung." Im Katalog für Internationale Klassifikation für Diagnosen (ICD-10) taucht das Syndrom nicht als eigenständige Erkrankung auf, sondern unter Z73 als "Problem mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung". Es handelt sich um einen Risikofaktor für nachfolgende Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen.

Während eine Depression manchmal plötzlich und ohne erkennbaren Grund auftritt, steht ein Burnout stets mit einer längerfristigen Stresssituation in Verbindung. Burnout Symptome werden vorübergehend abgemildert, wenn die belastenden Faktoren wegfallen. Die Anzeichen einer Depression können sich hingegen durch Ruhephasen verschlimmern.

Lieber Burnout oder Depression?

Dürften sich die Betroffenen für eine der beiden Diagnosen (Burnout oder Depression) entscheiden, würden viele wahrscheinlich ein Burnout Syndrom wählen. Denn der Begriff "Burnout" setzt eine vorherige Leistung voraus und wird somit von der Gesellschaft wohlwollender akzeptiert. Depressionen werden von vielen Menschen nach wie vor mit Schwäche assoziiert.

Warum werden Burnout Anzeichen häufig nicht erkannt?

Schätzungsweise bei jedem fünften Mensch wird einmal in seinem Berufsleben ein Burnout festgestellt. Dunkelziffer unbekannt: Denn sehr viele Menschen gehen mit psychischen Symptomen nicht zum Arzt, weil sie ihre Burnout Anzeichen einer "normalen" und vorübergehenden Stressbelastung zuordnen. Andere schrecken davor zurück, sich therapeutische Hilfe zu suchen, da psychische Beschwerden nach wie vor nicht so ernst genommen werden wie es sein sollte.

Wer kann einen Burnout erleiden?

Der Begriff Burnout wurde in den 1970er Jahren von dem Psychologen Herbert Freudenberger geprägt als Reaktion auf die gehäuft auftretenden Erschöpfungserscheinungen bei Mitarbeitern in sozialen Berufen, etwa bei Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern. Dafür machte man die belastenden Arbeitsumstände mit alten und kranken Menschen verantwortlich. Auch Zeitdruck und Unterbezahlung können dazu beitragen, in ein Gefühl der Sinnlosigkeit abzugleiten. Inzwischen ist Burnout in fast allen Berufssparten zu verzeichnen, auch bei Selbstständigen, Lehrern und Arbeitslosen. Immer häufiger sind sogar Schüler und Schülerinnen betroffen.
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Allerdings hängt das Auftauchen der Symptome nicht nur mit dem Berufsleben zusammen, sondern auch mit bestimmten psychologischen Mustern der Betroffenen. So sind beispielsweise leistungsorientierte Menschen gehäufter von einem Burnout betroffen. Also Menschen, die alles immer sofort und besonders gut machen wollen und die sich stark unter Druck setzen, sei es beruflich oder privat.

Burnout durch Ängste oder Verluste

Ängste und Sorgen reichen aus, um einen Burnout auszulösen: Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, Angst vor der zunehmenden Technisierung und der ständig erforderten Erreichbarkeit sowie ein zunehmender Leistungsdruck in produzierenden Berufen. Im privaten Bereich können Trennungen oder Trauer, die Pflege von nahestehenden Personen oder chronische körperliche Erkrankungen zu einem Burnout führen.

Die Burnout Symptome

Einem Burnout Syndrom geht in den meisten Fällen ein zeitlich aufeinander aufbauender und länger andauernder Prozess voraus. Burnout Symptome sind zum Beispiel:

  • 1. Eine neue Aufgabe steht an und wird zunächst mit hohem Energieeinsatz angegangen, sei es durch Begeisterung oder auch durch Ängste.
  • 2. Wenn Erfolge, Anerkennung oder Belohnungen ausbleiben, baut sich eine Frustration und Widerwillen gegen die Aufgabe auf. Der Druck aus der Umgebung wächst, aber die Betroffenen können nicht mehr standhalten. Mit der Zeit setzen Gleichgültigkeit und Motivationsverlust ein, innere Leere und Niedergeschlagenheit, oft auch ein aggressiveres Verhalten.
  • 3. Zunehmend bemerken die Betroffenen Konzentrationsschwierigkeiten und abnehmende Leistungsbereitschaft. Außerdem kommen häufig körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen und Kopfschmerzen hinzu, Magen- und Darmprobleme sowie Schlafstörungen. Es ist den Betroffenen kaum mehr möglich, sich zu entspannen.
  • 4. Pessimismus, Traurigkeit, Interessenverlust und Antriebslosigkeit sind weitere Burnout Symptome und nehmen Überhand. Unbehandelt steht am Ende fast immer eine Depression. Manchmal berichten Burnout Patienten sogar von Suizidgedanken.

Burnout Symptome
Zur Burnout Behandlung gehört das Erlernen von Entspannungsübungen wie z.B. Yoga - Symbolbild: © Syda Productions - stock.adobe. com

Die Burnout Behandlung

Bei der Burnout Behandlung ist Eigeninitiative gefragt: Oftmals ist eine fachliche Unterstützung notwendig. Eine Wunder-Pille gibt es nicht. Als ersten Schritt für eine Heilung braucht es die Einsicht der Betroffenen, dass sie Hilfe benötigen. Das fällt vielen Menschen sehr schwer.

Anschließend setzen sich die Betroffenen unter therapeutischer Anleitung mit sich selbst auseinander:

  • Wann begannen die Symptome und wodurch wurden sie ausgelöst?
  • Wie hat das eigene Verhalten dazu beigetragen, dass sich die Anzeichen verschlimmerten?
  • Welche körperlichen oder geistigen Grenzen gibt es - und wie können diese eingehalten werden?
  • Welche anderen Verhaltensweisen wären hilfreicher gewesen, um nicht in einen Burnout zu geraten?
  • Was können die Betroffenen jetzt tun - um ihrer Erschöpfung wieder Herr zu werden?
Häufig wird ein Burnout als Zusatzdiagnose bei einer Depression genannt. In diesen Fällen können Medikamente zum Einsatz kommen.

Burnout Behandlung zu Hause oder besser eine Kur in einer Klinik?

Die Art der Behandlung hängt von der Schwere der Symptome ab und davon, in welchem Stadium sich die Betroffenen befinden. Vorwiegend werden psychologische Muster aufgedeckt und aufgelöst, die zu dem Problem geführt haben. Mithilfe von Therapeuten erarbeiten die Patienten einen individuellen Weg für ein besseres Stressmanagement im Alltag.

  • 1. Ambulante Krisenintervention: Psychologische Kurzzeittherapie ab etwa 14 Tagen.
  • 2. Stressmedizin: ein Zusammenspiel aus Methoden der Psychoneuroimmunologie, Neurologie und Hormontherapie.
  • 3. Burnout Behandlung zu Hause durch längerfristige Psychotherapie: kognitive Verhaltenstherapie und tiefenpsychologische Verfahren, oftmals im Rahmen einer Gruppentherapie.
  • 4. Burnout Behandlung durch eine Kur in einer spezialisierten Burnout Klinik mit einem umfassenden Programm, spezialisierten Ärzten und Fachpersonal: Neben psychologischer Intervention kommen Körpertherapien zum Einsatz, die mit ausgleichender Bewegung und Entspannungsübungen einhergehen.

Wie kann man einem Burnout vorbeugen?

Auch für die Prävention eines Burnout ist Selbstreflexion der Schlüssel, um nicht unbemerkt in psychische Ausnahmezustände zu geraten. Wer fürchtet, auf einen Burnout zuzusteuern, beginnt bestenfalls damit, seinen Ehrgeiz herunter zu schrauben, sich Fehler zuzugestehen und beständigen Perfektionismus ad acta zu legen.

Wichtig ist es, sich folgende Fragen zu stellen - und deren Antworten in den Alltag zu integrieren:

  • Welche Bedürfnisse habe ich und wie kann ich sie regelmäßig erfüllen?
  • Welche Ziele habe ich, sowohl kurzfristig als auch langfristig? Wie kann ich meine Ziele erreichen?
  • Wo sind meine Grenzen? Was ist mir möglich, was stresst mich zu sehr?
  • Frühe Burnout Symptome erkennen - Achten Sie auf sich / auf Ihren Körper
  • Was entspannt mich und wie oft brauche ich diese Entspannung?

Tägliche Entspannungsübungen helfen sowohl bei der Burnout Behandlung als auch zur Vorbeugung. Dazu gehören Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Yoga, Meditationen und Sportarten wie Thai Chi oder Quigong. Grundvoraussetzung ist eine gesunde Lebensweise mit vollwertiger Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Besonders wichtig ist auch der Kontakt mit Familie und Freunden, um belastungsfähiger und entspannter durch das Leben zu gehen.

Quellenangabe bzw. weiterführende Informationen:

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen zum Beispiel bei Burnout Anzeichen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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