Frauen zwischen Familie und Beruf

Frau zwischen Beruf und Familie
Frauen zwischen Familie und Beruf - Foto: © Valeriy Lebedev


Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Der Spagat zwischen Beruf und Familie

Für viele Frauen sind Familie und Beruf eine ständige Herausforderung. Zahlreiche Ratgeber für Frauen füllen die Regale der Buchhandlungen. Schon alleine die Titel versprechen einiges und zeigen, wo die Probleme liegen: "Wie Sie Karriere, Freizeit und Familie in Einklang bringen".

Eine Menge erschöpfter, gehetzter, von Schuldgefühlen geplagter berufstätigen Müttern kauft solche Bücher und Magazine. Sie geben die Hoffnung nicht auf, mit der richtigen Methode, dem richtigen Programm, dem richtigen Zeitmanagement den Spagat zwischen Beruf und Familie doch noch hinzukriegen. Obwohl das stabile, wenn auch relativ ungerechte, Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Rollenbildern schon vor langer Zeit ins Wanken geraten ist, scheint eine neue, gerechtere Balance, die auf die Bedürfnisse aller Beteiligten Rücksicht nimmt, noch lange nicht in Sicht.
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So meistern Sie Beruf und Familie

Die Chancen für ein gutes Gleichgewicht zwischen Beruf, Familie und Freizeit stehen im Leben jeder und jedes Einzelnen noch immer schlecht. Das klassische Bild der Frau, bei dem sich die Frau zu Hause um die Familie kümmert, ist größtenteils Vergangenheit. Das Bild der Zukunft ist der Familienvater, der den partnerschaftlichen Teil der familiären Pflichten übernimmt. In der Gegenwart jedoch scheint das Zusammenspiel von Beruf und Familie nur durch ein perfektes Zeitmanagement, richtige Organisation und ein Zurückstecken der eigenen Bedürfnisse möglich zu sein.

Laut einer aktuellen Studie stehen Job, Kindererziehung und Haushalt an oberster Stelle der Problemliste. Viele berufstätige Frauen beklagen sich, dass sie wenig Zeit für ihre Kinder haben und noch weniger Zeit für sich selbst aufbringen können. Besonders in den Ferien wird die Planung der Kinderbetreuung als belastend empfunden.

Zwei Drittel der Mütter sind berufstätig

Über 60 Prozent der Mütter, die für die Kindererziehung verantwortlich sind, gehen auch einem Beruf nach. Etwa die Hälfte davon im Rahmen eines Teilzeitjobs. Ein Viertel der Berufstätigen könnte sich vorstellen mehr zu arbeiten, doch das mangelnde Angebot an Kinderbetreuung verhindert dies.
Die Veränderung in der Aus- und Weiterbildung wird positiv bei den Frauen beurteilt. Heutzutage erlangen mehr Mädchen als Jungen die Hochschulreife und auch in den Unis haben die Frauen aufgeholt.

Tipps für den Wiedereinstieg in den Beruf für Frauen

Österreichische Frauen haben in der Bildungsbeteiligung aufgeholt. Aber der kritische Punkt bleibt weiterhin der Wiedereinstieg in den Job. Frauen in Österreich gehen lange in Karenz, aber nach ihrer Rückkehr können sie ihre Qualifikation nur noch beschränkt ausnutzen. Ein Grund dafür ist, dass sogenannte Teilzeitstellen relativ selten im hoch qualifizierten Bereich sind.

Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass Kinder sich nicht unbedingt wünschen, dass ihre berufstätige Mutter mehr Zeit für sie hat, sie wünschen sich einfach nur weniger gestresste Eltern. Ein hundertprozentiges Engagement in beiden Bereichen (Familie und Job) ist sowieso nicht möglich. Wie jemand mit dieser Tatsache umgeht, hängt von seinen eigenen Ansprüchen ab. Man kann sich von den eigenen Schuldgefühlen auffressen lassen, oder sie ganz einfach vor die Tür jagen.

Karriere, aber ohne Energie

Die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen haben sich teilweise den Bedürfnissen der berufstätigen Mütter angepasst und auch die Ausbildungsmöglichkeiten für Frauen haben sich verbessert. Es gibt mittlerweile Arbeitgeber, die in Sachen Familienfreundlichkeit mit gutem Beispiel voran gehen. Aber trotzdem müssen Frauen noch immer gesellschaftliche Strukturschwächen auf einer Ebene ausgleichen. Frauen müssen Beruf, Kindererziehung, Haushalt und Freizeit unter einen Hut bringen und das grenzt an eine Meisterleistung. Aber um dann noch die Sprossen der Karriereleiter hinaufzusteigen, dazu fehlt leider oft die Energie. Mehr zum Thema Kind oder Karriere?
Text: B. F. / Stand: 15.11.2017

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