Ein Pflegeheim finden

Besichtigung eines Pflegeheim
Nehmen Sie Ihren Angehörigen wenn möglich zum
Beratungstermin im Pflegeheim mit - Foto: © Peter Maszlen


Inhaltsverzeichnis für diesen Artikel:

Die Suche nach dem richtigen Pflegeheim

Natürlich fühlt sich jeder, und das erst recht im Alter, in seiner gewohnten Umgebung am wohlsten.

Man hat Erinnerungen an jeden Gegenstand in den eigenen vier Wänden. Mit dem einen oder anderen Bild verbindet so mancher ein Stück Lebensgeschichte, und für Veränderungen ist ein älterer Mensch nicht mehr gern bereit. [Mehr Infos über Pflegeheime]

Und doch bleiben diese für viele Senioren nicht aus. Dann, wenn sie alleine ihren Alltag nicht mehr bewältigen können und auf die Hilfe Anderer angewiesen sind. Wenn auch der Partner oder die Kinder nicht mehr in der Lage sind, eine bestmögliche 24-Stunden-Pflege zu leisten, ist es an der Zeit, nach Alternativen zu suchen, um den Lebensabend des Angehörigen so optimal wie möglich zu gestalten. Der Umzug in ein Pflegeheim ist eine Möglichkeit und in manchem Fall unausweichlich.

Aber wie findet man das richtige Pflegeheim?

Denken Sie bei der Auswahl des Pflegeheims daran, dass Sie kein neues Zuhause für sich, sondern für Ihren Angehörigen suchen. Wenn Sie also in der Stadt wohnen, Ihre Eltern aber immer auf dem Land gelebt haben, dann beachten Sie das bei der Suche. Ein "Stadtmensch" hingegen würde sich auf dem Land nur schwer eingewöhnen können. Ältere Menschen unterhalten sich, sofern sie dazu noch in der Lage sind, sehr gern über frühere Zeiten. Das ehemalige Wohnumfeld spielt bei diesen Unterhaltungen eine bedeutende Rolle. Wenn Sie ihren Angehörigen in einer völlig anderen Umgebung unterbringen, wird er nie mitreden können und vereinsamen. Falls sie also die Möglichkeit haben, suchen Sie ein Pflegeheim in der Nähe des jetzigen Wohnumfeldes ihres Angehörigen. Bei einem späteren Spaziergang mit Ihnen wird er Straßen und Häuser kennen und sich zu Hause fühlen.

Freizeitgestaltung im Pflegeheim
Fragen Sie auch nach der Freizeitgestaltung im Pflegeheim
Foto: © Timo Blaschke

Haben Sie ein Heim in der Nähe gefunden, erkundigen Sie sich, ob es in diesem eine Kurzzeitpflege gibt. Ist dies der Fall, so können Sie Ihren Angehörigen vor der stationären Aufnahme in der Pflegeinrichtung für ein oder auch zwei Wochen dort zur Pflege unterbringen. Der Aufenthalt für diese Zeit wird von der Krankenkasse bezahlt, wenn Sie oder ein anderer Angehöriger zu diesem Zeitpunkt für die Pflege Ihres Angehörigen Pflegegeld über die Krankenkasse beziehen.

Gleichermaßen können Sie sich im Internet über das Seniorenheim Ihrer Wahl erkundigen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen veröffentlicht dort seine Prüfergebnisse. Ein gutes Heim hat diese aber auch im Haus, für alle Bewohner und Gäste ersichtlich, aushängen.

Ihr erster Kontakt im Pflegeheim wird die Pflegedienstleitung oder auch die Heimleitung sein. Vereinbaren Sie vorab telefonisch einen Termin, um sicher zu stellen, dass Sie bei Ihrem ersten Besuch auch einen Ansprechpartner antreffen. Überlegen Sie, bevor Sie das Heim kontaktieren, was an Pflege und Unterstützung Ihr Angehöriger im Rahmen der Grund- oder Behandlungspflege benötigt, welche Gewohnheiten und Vorlieben er hat und auch was er nicht mag. So ist es möglich, auftretende Fragen umfassend zu beantworten.

Beim Betreten der Pflegeeinrichtung dürfen Sie nicht den Eindruck haben, in ein Krankenhaus zu kommen. Ein Pflegeheim ist eine Wohnstätte und sollte als solche auch erkennbar sein. Grünpflanzen, ansprechende Dekoration und zum Verweilen einladende Sitzgruppen zeigen Ihnen, dass dieses Haus auf die Bedürfnisse der älteren Menschen abgestimmt eingerichtet wurde. Der Geruch nach Desinfektionsmittel oder eine sterile Ausstattung zeugen auf keinen Fall von einem den alten Menschen zugewandten Modell.

Das sollten Sie beim Besuch des Pflegeheims beachten

Bitten Sie bei Ihrem ersten Besuch um einen Rundgang durch die Einrichtung. Achten Sie dabei auf Folgendes:

  • Ist der Kontakt zwischen den Bewohnern und dem Pflegepersonal freundlich und herzlich?
  • Lassen Sie sich die Gemeinschaftsräume für die Bewohner zeigen. Werden den Bewohnern genügend dieser Räume zur Verfügung gestellt?
  • Sind diese hell und einladend eingerichtet?
  • Erfragen Sie, welche Betätigungen für die Bewohner am Vormittag und am Nachmittag angeboten werden.
Wenn Ihr Angehöriger an Demenz erkrankt ist, so ist es wichtig zu wissen, ob es einen Wohnbereich für Demenzkranke gibt und ob Ihr Angehöriger dort auch integriert werden wird.
  • Wie ist die Tagesbetreuung dieser Bewohner organisiert?
  • Gibt es feste Bezugspersonen?
  • Ist das Betreuungspersonal ausgebildet? (damit ist nicht das Pflegepersonal gemeint, sondern Betreuungskräfte nach §87b, die speziell für Demenzkranke geschult und von der Krankenkasse bezahlt werden)
Lassen Sie sich zeigen, wie die Zimmer aussehen, die vielleicht einmal das neue Zuhause Ihres Partners, Ihres Vaters oder Ihrer Mutter sein könnten.
  • Besteht die Möglichkeit, den Raum nach eigenen Vorstellungen des zukünftigen Bewohners einzurichten und zu gestalten?
  • Kann Ihr Angehöriger eigene Möbelstücke, an denen er hängt, mitbringen?
  • Sind die Zimmer in warmen, gemütlichen Farben oder in kaltem Weiß gestrichen?
Besichtigen Sie auch den Außenbereich des Hauses.
  • Können Sie und Ihr Angehöriger oder auch dieser alleine (wenn er dazu noch in der Lage ist) kleine Spaziergänge unternehmen?
  • Gibt es genügend Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen oder auch zum Aufhalten im Freien bei schönem Wetter?
  • Wird dafür gesorgt, dass genügend schattige Plätze zur Verfügung stehen?
Ein Besuch in der Cafeteria des Pflegeheims auf eine Tasse Kaffee verschafft Ihnen selbst den besten Eindruck.
  • Lädt diese zum Verweilen ein?
  • Ist das Personal freundlich?
  • Wie sieht der Speiseplan aus? Ist er abwechslungsreich gestaltet? Kann der Bewohner zwischen verschiedenen Gerichten wählen?
Wenn Ihr Partner, Ihr Vater oder Ihre Mutter nicht mehr in der Lage sind, die Cafeteria selbständig aufzusuchen, lassen Sie sich zeigen, welche Möglichkeiten als Alternative in den Wohnbereichen zur Verfügung stehen.
Haben Sie nach der Besichtigung und Beantwortung aller Ihrer Fragen ein gutes Gefühl, erwägen Sie die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege ihres Angehörigen in diesem Pflegeheim (sofern dies das Heim anbietet). Besuchen Sie Ihr Familienmitglied in dieser Zeit so oft es Ihnen möglich ist. So erhalten Sie einen optimalen Eindruck von der Pflegeeinrichtung, dem Tagesablauf und dem Umgang des Pflegepersonals mit den Pflegebedürftigen. Ihr Angehöriger wird nie das Gefühl haben, von Ihnen abgeschoben oder vergessen worden zu sein, wenn er häufig Besuch bekommt.
Falls der zukünftige Bewohner noch in der Lage und auch bereit dazu ist, dann besuchen Sie mit ihm gemeinsam das Heim vor dem ersten Einzug noch einmal.

Lassen Sie sich bei Ihrem Besuch das Pflegekonzept des Seniorenheimes, die Hausordnung und das Muster eines Heimvertrages aushändigen. Eine Preisliste der verschiedenen angebotenen Leistungen darf auch nicht fehlen. So haben Sie zu Hause die Möglichkeit, alles noch einmal in Ruhe zu überdenken.

Leider ist es immer noch so, dass nicht für jeden, der einen Heimplatz benötigt, auch sofort einer zur Verfügung steht. Warten Sie also nicht bis zum letzten Tag, sondern suchen Sie in Ruhe und ohne Zeitdruck. Einen Platz im Heim zurückzustellen, wenn man mit dem Einzug noch warten möchte, ist dagegen kein Problem.
Text: F. E. / Stand: 11.04.2019

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