Junge Väter zwischen Freude und Enttäuschung

Junger Vater mit Partnerin und Kind
Junge Väter scheuen sich oft vor der Verantwortung
Foto: © NiDerLander


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Emotionen wie Angst, überschwängliche Glücksgefühle, Überforderung und Begeisterung liegen bei jungen Vätern oft eng beieinander. Nur selten war ihr Vatersein geplant. Völlig überraschend kam für viele junge Männer die Nachricht: Du wirst Vater, wir bekommen ein Kind. Danach fragen sich die Männer: Was bringt mir die Zukunft, sind jetzt alle meine Pläne hin? Möchte ich überhaupt ein Kind? Und ein Gefühl der Hilflosigkeit macht sich breit.

Es dauert eine ganze Weile, bis sich werdende Mütter wie Väter an den Gedanken gewöhnt haben, statt einem aufregenden jungen Leben als Teenager oder junger Twen ein Dasein mit Windeln, Füttern und Schlafentzug zu verbringen. In vielen Fällen muss das Kind erst geboren sein, damit die jungen Eltern ihr eigentliches Glück im wahrsten Sinne des Wortes "begreifen" können. Jedem jungen Elternpaar, egal ob sie zusammen sind oder getrennt leben, ist bewusst, dass ein Kind eine riesige Verantwortung ist. Daher rühren auch zu Recht die anfänglichen Sorgen und Ängste. Was auf sie zukommt, können sowohl junge Mütter wie auch Väter dennoch nicht wirklich erahnen. Trotz der Möglichkeit, die Schwangerschaft zu unterbrechen, entscheiden sich viele junge Mütter und Väter trotz allem für das Kind und gehen das Wagnis Elternschaft ein.

Tipps für junge Väter

Für die jungen Väter scheint zunächst der Schritt eine weniger schwere Belastung zu werden, als für die Mutter, welche womöglich ihre Ausbildung unterbrechen muss, beruflich zurückstecken wird und die die Schwangerschaft austragen und damit die körperlichen Belastungen samt Geburt allein meistern muss. Doch bereits in der Schwangerschaft beginnt für die jungen Väter die Verantwortung. Es ist ihre Aufgabe, die Mutter ihres Kindes nach bestem Wissen zu unterstützen. Ihr bei den Vorsorge- und Ultraschallterminen zur Seite zu stehen, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und der Mutter belastende Aufgaben abzunehmen. Ebenso freiwillig auf das Rauchen und Trinken zu verzichten, um diesen Schritt zum Wohle und der Gesundheit des Kindes auch der Mutter zu erleichtern. Gemeinsam die Geburtsvorbereitung anzustreben und sich zu überwinden, bei der Geburt anwesend zu sein, sofern dies die Mutter des Kindes gern wünscht. Auch die Suche nach einer eventuell nötigen größeren oder auch der ersten eigenen Wohnung oder die Gespräche mit den werdenden Großeltern, die mitunter nicht leicht werden, sind gemeinsam einfacher zu meistern.

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Zusammenhalten als Eltern

Gerade junge Mütter und Väter erhalten erstaunlich oft starke Unterstützung durch die Großeltern des Babys. Vielleicht manchmal sogar zu viel, zum Beispiel wenn die Großeltern die Aufgaben des jungen Vaters übernehmen und ihn aus seiner Vaterrolle drängen, um ihr junges und unerfahrenes Kind zu schützen. Da haben es junge Väter durchaus manchmal schwer. Unabhängig wie intensiv die Unterstützung von außen auch ist, ob durch die Großeltern, Freunde oder das Jugendamt, Konflikte sind nach der Geburt nicht zu vermeiden. Selbst in langjährigen Partnerschaften und bei späten Elternpaaren gehören sie dazu. Ein Kind ist eine enorme Herausforderung. Die Anspannung, die Verantwortung, der Schlafmangel und die Erschöpfung greifen Mutter wie Vater an. Und das ist in jeder Familie gleich. (Das erste Jahr mit dem Baby) Aber die Ausdauer, das Vertrauen in den Partner und die Liebe zum Kind wägt dies wieder auf. Anfangs fühlen sich Väter auch ein bisschen hilflos, denn die Bindung des Kindes scheint stärker auf die Mutter fixiert zu sein. Wofür bin ich gut, wenn meine Freundin gerade das Kind eine halbe Stunde stillt?

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Aufgaben teilen

Auch junge Väter sollten sich daher eine gewisse überschaubare Freizeit nehmen, wie auch die Mütter. Gemeinsam Aufgaben teilen, vorher besprechen wer welche Verpflichtungen übernimmt. Junge Väter fühlen sich nach wie vor in der Verantwortung, die junge Familie ernähren zu müssen und möchten daher nicht im Beruf zurückstecken. Und trotzdem ist es notwendig, die Zeit gut einzuteilen und Mutter und Kind zu unterstützen. Zum Beispiel in dem man als Vater das abendliche ins Bett bringen übernimmt, obwohl man selbst das Gefühl hat, nach einem anstrengenden Tag erst einmal Pause machen zu wollen und nicht gleich von der Verpflichtung zu Hause überrannt werden möchte.

Viele junge Väter scheuen sich nicht, Beratungsstellen aufzusuchen und Hilfe wenn nötig anzunehmen. Wie kläre ich das mit dem Sorgerecht? Was geschieht bei Minderjährigen oder wenn nur ein Elternteil volljährig ist? Viele Fragen tauchen auf, auch rechtlicher Natur. Habe ich Anspruch auf einen Familienhelfer? Die Jugendämter beraten alle Eltern, nicht nur die besonders Jungen. Denn viele junge Väter haben den Mut, das Abenteuer Kind anzugehen und wollen es schaffen. Vor ihnen liegt eine spannende, anstrengende und lohnenswerte unersetzliche Zeit. Kaum ein Vater bereut es, ein Kind zu haben, sondern ist vielmehr engagiert und stolz auf seine Tochter oder seinen Sohn. So anstrengend es auch sein mag. Auch eine Familienberatung hilft jungen Vätern gerne weiter.

Stand: 19.04.2018

Ratgeber für junge Väter

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