Späte Väter - Vaterglück über 50

Älterer Vater mit Tochter
Sind ältere Väter glücklicher? - Foto: © cabania


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Wenn man im Alter noch Vater wird

Im Kinderland des Einkaufszentrums wird der kleine Daniel abgeholt. "Daniel, dein Opa ist da!" ruft die Betreuerin. "Das ist nicht mein Opa, das ist der Papa!" gibt Daniel ganz selbstverständlich zurück und saust schnell zu dem vermeintlichen Opa, um ihn mit einer dicken Umarmung zu begrüßen.

Jedes zwanzigste Kind, welches in Deutschland geboren wird, hat einen Vater im Alter von über fünfzig Jahren. Die jungen Kinder stört dies keineswegs. Die Väter genießen es. Die Gesellschaft hingegen bringt nur wenig Verständnis für die späten Väter auf. Es sei unnatürlich und nur bedingt gut für das Kind, so die Ansichten vieler Deutscher. Doch nicht nur die werdenden Mütter werden älter, sondern auch die Väter. Während bei Frauen die Fruchtbarkeit begrenzt ist, können Männer noch bis ins hohe Alter Kinder zeugen - und dies geschieht aus Überzeugung. Vor allem späte Väter haben meist schon eine andere Beziehung hinter sich gelassen, häufig sind aus dieser auch bereits Kinder vorhanden.
Mehr zum Thema Altersunterschied in der Beziehung

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Tipps für ältere Väter

Die älteren Kinder der rüstigen Väter nehmen es meist leicht, sie stehen normalerweise tolerant dem neuen Geschwisterchen und der neuen Partnerin gegenüber, die vielleicht sogar wesentlich jünger als die eigene Mutter ist und die sogar die eigene Schwester sein könnte. Denn die erwachsenen Kinder aus einer frühen Beziehung spüren instinktiv, dass es dem Vater gut tut und er sein Leben genießt. Als bitterer Beigeschmack bleibt wahrscheinlich das Gefühl und der Wunsch, der Vater hätte zur eigenen Kindheit genauso viel Zeit für sein Kind gehabt, wie er es jetzt hat. Mehr zum Thema Patchworkfamilie

Denn dies ist einer der Gründe, weswegen Männer auch in älteren Jahren noch gern Nachwuchs haben möchten. Sie wissen sehr oft um die verlorene Zeit, die sie meist aus beruflichen Gründen nicht mit ihren ersten Kindern verbringen konnten. Sie wollen es besser machen und haben den Vorteil, dass wichtige Karriereschritte bereits hinter ihnen liegen und sie nicht das Gefühl haben, beruflich etwas zu verpassen oder es einfach billigend in Kauf nehmen. Wohlwissend um den Gewinn den sie dadurch erreichen: Zeit mit dem eigenen Kind, unwiederbringliche Eindrücke und Bindungen. Den Partnerinnen der späten Väter ist dieser Fakt sehr bewusst, daher lassen sie sich auch gern auf eine derartige Elternschaft ein. Und nehmen sowohl die gesellschaftlichen als auch die medizinischen Bedenken in Kauf. Schließlich ist bekanntermaßen wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Qualität der Spermien bereits ab einem Alter von 35 Jahren abnimmt und das Risiko, ein Kind mit bestimmten Erbkrankheiten zu zeugen, mit zunehmendem Alter steigt. Die biologische Uhr tickt also auch bei Männern. Die Tatsache, dass ihr Kind schon in früher Kindheit durch den Tod des Vaters ein Halbweise werden könnte, akzeptieren sie ebenso. Die verbreitete Meinung unter den Müttern: Jedem jungen Vater könnte dies genauso passieren.

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Generationskonflikte vorprogrammiert?

Ein weiterer Kritikpunkt vieler Außenstehender, sind die vorprogrammierten Generationskonflikte. Jeder Elternteil ist in einer ganz anderen Zeit großgeworden, hat oft teilweise andere Wertevorstellungen und Erwartungen an die Erziehung der eigenen Kinder. Des Weiteren wachsen die Kinder heute ganz verschieden zu früher auf. Viele ältere Väter können beizeiten nicht mehr mit dem schnelllebigen Leben ihrer Kinder mithalten, anfangs mag es funktionieren. Werden sie älter, entstehen früher als in "jüngeren Familien" Konflikte zwischen Vätern und Kindern, und damit auch zwischen den Eltern selbst.
Lesen Sie auch unsere Tipps für Alleinerziehende Väter In jungen Jahren stört die Kinder das Alter ihres Vaters nicht. Sie genießen einfach die Zeit, die Entschlossenheit ihrer Väter und die Konsequenz, in der sie in ihrer Vaterrolle aufgehen. In der Pubertät haben wahrscheinlich nicht nur späte Väter Probleme mit ihren Kindern und verstehen sie nicht mehr - das ist wohl ein weit verbreitetes Phänomen aller Teenager - Eltern. Letztendlich zählt doch eher die Tatsache, dass ein Kind in einer liebevollen Umgebung aufwächst, mit Eltern, die sich Zeit nehmen und die für ihr Kind alles geben würden - egal wie alt sie sind.
Text: C. D. / Stand: 20.05.2019

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