Kind hat Eltern beim Sex erwischt

Eltern im Bett
"Unser Kind hat uns beim Sex erwischt!"
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Das Essen war gut, der anschließende Film bei einem Glas Rotwein ebenfalls. Die Eltern haben sich in ihr Schlafzimmer zurückgezogen und genießen zusammen die ausgetauschten Zärtlichkeiten. Doch mitten im Liebesspiel steht plötzlich das Kind in der Tür und schaut die beiden verdattert an. Solch eine peinliche Situation erleben immer nur die Anderen - oder doch nicht? Jedem von uns kann es passieren, dass er beim Sex mit seinem Partner vom Nachwuchs "erwischt" wird. Für viele ist das noch peinlicher als beim Seitensprung erwischt zu werden. Die große Frage dabei: wie reagiert man am besten in solch einem Moment?

Was tun, wenn Kinder ihre Eltern beim Sex erwischen?

In der heutigen Zeit wird viel über das Thema Sexualität diskutiert und Eltern von heute sind im Vergleich zu früher schon deutlich aufgeschlossener. Doch auch wenn wir inzwischen locker mit dem besten Freund über die verschiedenen Sexpraktiken sprechen und es uns wenig stört, im Erotikshop einen Vibrator zu kaufen, so berührt es uns doch irgendwie peinlich, wenn das eigene Kind beim Sex plötzlich vor dem Bett steht. Von Tochter oder Sohn beim Liebesspiel unterbrochen zu werden, empfinden viele Elternpaare deshalb als so unangenehm, weil sie sich häufig Sorgen um die kindliche Reaktion darauf machen. Sie fürchten, dass sich der Nachwuchs dabei erschreckt oder gar auf der psychischen Ebene einen "Knacks" wegbekommt, wenn er seine Eltern in dieser Situation erlebt. Doch dem ist nicht so. Kleinkinder bekommen meist gar nicht so viel vom Geschehen mit, wenn sie plötzlich im Schlafzimmer stehen, und Schulkinder wissen in der Regel ganz genau, was die Eltern da miteinander "treiben" und werden fast automatisch den Rückzug in ihr Zimmer antreten. Verinnerlichen Sie sich in erster Linie, dass es sich beim Sex um einen ganz natürlichen Akt handelt, an dem weder etwas peinlich oder verwerflich ist. Und dann stellen Sie sich den Fragen ihres Kindes - wenn es denn welche hat.

Was macht ihr da eigentlich???

Wenn der Nachwuchs in der Schlafzimmertür steht, so unterbrechen Sie ganz selbstverständlich das Liebesspiel. Jetzt bloß nicht nervös alle nackten Hautstellen bedecken oder gar peinlich aus dem Bett flüchten. Möchte das Kind mit unter die Decke, so kuscheln sie einfach zu dritt und genießen die gemeinsame Zeit. Vielleicht wird der Sohn oder die Tochter Fragen stellen. Was macht ihr hier eigentlich? Warum seid ihr nackt? Hat Mama Schmerzen oder warum stöhnt sie so laut? Einige kindliche Überlegungen werden Sie als Eltern sicher zum Schmunzeln bringen. Ihr Nachwuchs macht sich eben auch so seine Gedanken. Geben Sie nur soweit Auskunft, wie Ihr Kind danach fragt. Erklären Sie altersgemäß und in klaren Worten, was sie gerade taten. Bei einen Kleinkind reicht durchaus die Aussage, das Mama und Papa gerade zusammen kuschelten, weil sie sich so lieb haben. Einem älteren Kind kann man erklären, dass man eben miteinander Sex hatte und es selbst aus diesem Akt der Liebe entstanden ist. Ob das Wort "Sex" verwendet wird oder nicht, das hängt natürlich davon ab, ob der Nachwuchs mit diesem Begriff etwas anfangen kann.

Privatsphäre im Schlafzimmer

Viele Eltern fragen sich, ob sie hinter sich die Schlafzimmertür abschließen können, wenn sie Geschlechtsverkehr haben möchten. Ja - natürlich. Jeder hat das Recht auf eine gewisse Privatsphäre, und das betrifft die Eltern genauso wie die Kinder. Spätestens wenn der Nachwuchs in die Pubertät kommt, erlebt auch er seine eigene Sexualität und erwartet, dass die Eltern darauf Rücksicht nehmen. (Mehr zum Thema Das erste Mal) Schon Kindern im Grundschulalter können Eltern beibringen, dass sie nicht einfach ungefragt ins Schlafzimmer kommen sollen, sondern zuvor anklopfen. Selbstverständlich sollten dann auch die Eltern nicht einfach ins Zimmer ihrer Kinder platzen.

Sex wenn die Kinder außer Haus sind

Dass der Nachwuchs die Eltern beim Sex erwischt, ist wirklich nicht schlimm. Aber natürlich spielt dabei auch die jeweilige Praktik eine Rolle. Die typische Missionarsstellung unter der Bettdecke wird kein Kind verwirrt zurücklassen - kleine Kinder bekommen dabei häufig noch gar nicht mit, was die Eltern eigentlich tun. Aber wenn die Mama in der Liebesschaukel liegt oder mit Handschellen ans Bett gefesselt ist, so kann dieser Anblick für den Nachwuchs doch etwas verwirrend sein. Ausgefallene Sexualpraktiken sollten daher besser hinter verschlossenen Türen beziehungsweise dann stattfinden, wenn die Kids sich außer Haus befinden. So können Eltern ganz entspannt ihrer Lust nachgehen und müssen nicht mit fragenden Blicken der lieben Kleinen rechnen. Oder Sie planen ein Wochenende ohne Kinder.

Ja, auch Eltern dürfen ihre Sexualität ausleben. Dieses Bedürfnis endet nicht einfach nach der Geburt des Kindes. Mit einer dem Alter entsprechenden Aufklärung können Sie maßgeblich dazu beitragen, dass das Thema Sexualität ganz offen angesprochen wird. Erwischt Sie Ihr Kind dann doch einmal beim Sex, so ist die Situation für beide Seiten nicht mehr ganz so unangenehm.
Text: C. D. / Stand: 04.06.2019

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